Thomas
Thomas arbeitet als Haustechniker im Johanniter-Zentrum Kaarst.
Eigentlich bin ich gelernter Radio-Fernsehtechniker.
„Meine Kinder waren mir immer wichtiger als meine Karriere. Eigentlich bin ich gelernter Radio-Fernsehtechniker. Ich habe mich immer für IT interessiert, arbeitete dann in einem Computer Center. Als unser Sohn geboren wurde, haben wir entschieden: Papa macht die Elternzeit. Dass Väter länger zuhause bleiben, ist auch heute noch unüblich. Für mich war das kein Problem. Das eigene Kind begleiten, den Alltag zusammen meistern – damit konnte ich sehr gut leben. Als vier Jahre später unser zweiter Sohn zur Welt kam, blieb ich wieder zu Hause. Einkaufen, kochen, bei den Hausaufgaben helfen – dafür war Papa zuständig. Auch mal bei Regen auf den Spielplatz? Für mich kein Problem! Die Karriere in der IT musste ich an den Nagel hängen. Ich hatte sogar eine Weiterbildung zum Webdesigner gemacht, doch dann platzte die Dotcom-Blase. Mein IT-Wissen war auf dem Arbeitsmarkt auch nichts mehr Wert. Ich schrieb hunderte Bewerbungen, nur um zu hören: ‚Sie sind zu lange raus.‘
Als die Kinder größer waren, fand ich doch noch eine spannende Beschäftigung: Als Rennleiter und Moderator von Go-Kart-Rennen! Das Tolle war: Die Jungs und ich konnten uns auf der Go-Kart-Bahn austoben. Den Spaß hätten wir uns sonst nicht leisten können. Nun bin ich seit 4 Jahren Haustechniker bei den Johannitern – ein Glücksgriff! Hier erfährt man so viel Wertschätzung, auch wenn man nur eine Glühbirne wechselt. Und mittlerweile wissen alle, dass ich was von IT verstehe. Hat jemand ein Computer-Problem, werde ich angerufen. Ich bin hier die private IT-Hotline!“
Von jetzt an kann es nur noch besser werden.
„Es ist nicht leicht, wenn ein Kind chronisch krank ist. Unser Sohn Nick kam mit einer schweren Neurodermitis zur Welt. Beizeiten war seine Haut eine einzige offene Wunde. Als Eltern fühlt man sich erst einmal einfach nur hilflos. Wir klapperten sämtliche Ärzte ab, probierten alles Mögliche. Nichts schien dauerhaft zu helfen. Schließlich bekamen wir einen Tipp: Eine spezialisierte Kinderklinik, die auf Ernährung und Stressbewältigung setzte. Wir entschieden uns, es auszuprobieren. Die Therapie war nicht ohne. Nick war erst drei und musste sich nun an eine strenge, allergiearme Diät halten. Kein Zucker, kein Bonbon, keine Eier- oder Milchprodukte. Ich blieb länger in Elternzeit, als geplant war. Täglich kaufte ich im Reformhaus für ihn ein, kochte nach dem Diätplan. Wir mussten den Stress im Alltag reduzieren, sogar Familienfeiern waren zuweilen tabu – zu aufregend für den Kleinen! Als Eltern mussten wir darauf achten, liebevoll und gleichzeitig konsequent zu sein. Und es hat sich gelohnt: Nick ging es zunehmend besser, die Schübe wurden seltener.
Ich erinnere mich an jenen Tag, da war er bereits 6 Jahre alt: ‚Ich habe schon so lange keine Erbsensuppe mehr gegessen‘ sagte er zu mir. Einen Versuch ist es wert, dachte ich. Also kochten wir Erbsensuppe. Von diesem Tag an ging es ihm besser. Wir hatten die Krankheit endlich im Griff! Ich habe aus dieser Erfahrung viel gelernt. Wenn Menschen krank werden, bricht für sie oft eine Welt zusammen. Für mich ist es eher ein Wendepunkt: Von jetzt an kann es nur noch besser werden!“
Angeln ist meine Leidenschaft
„Angeln ist meine Leidenschaft. Mit meinen Jungs war ich immer schon gern in der Natur. Als Familie machten wir oft Campingurlaub am Anglersee. Die ganzen Sommerferien draußen sein, das war herrlich. Und viel bequemer, als man denken mag. Im großen Zelt mit den richtigen Liegen ist das kein Camping – sondern Glamping! Da schläft man bequemer als in manchen Hotels! Und das Fischen macht großen Spaß. Seit zehn Jahren bin ich im Anglerverein, habe damals meinen Anglerschein gemacht. Auch heute noch gibt es viel Neues zu lernen, ich belese mich noch immer gern, um auf dem neuesten Stand zu sein. Der Verein ist eine richtige Community, man lernt Gleichgesinnte kennen, und im Vereinsheim ist auch immer was los. Man trifft sich zu Aktivitäten, zum Fußballschauen – und natürlich am See, um zusammen zu fischen. Das ist ein toller Ausgleich: Beim Angeln komme ich zur Ruhe und kann entspannen. Gleichzeitig ist man in Gemeinschaft. Zuletzt haben wir mit zehn Leuten einen ganzen Anglersee leergefischt: 170 Forellen! Die wurden mit nach Hause genommen und geräuchert. Meine Ausbeute bringe ich auch gern mal zur Arbeit mit. Dann bekommen alle was ab und können mal probieren.“