johanniter.de
08.09.2026

Ein Stück Zukunft

Mit einem Sommerfest feierten die ehren- wie hauptamtlichen Mitarbeitenden der Johanniter-Unfall-Hilfe ihr neues Gebäude. Oberbürgermeister und Landrat überbrachten ihre Glückwünsche

Gute Stimmung beim Sommerfest der Celler Johanniter.

Celle. Über zwei Jahre waren die ehren- wie hauptamtlichen Johanniterinnen und Johanniter in Celle „heimatlos“. Jetzt wurde ihnen mit einem Sommerfest für ihre Flexibilität und das Durchhaltevermögen gedankt. Sie waren am 29. August in den Behrenskamp 13 mit ihren Familien eingeladen, um bei schönem Wetter und leckerem Essen und Trinken zu feiern. Thomas Adasch, ehrenamtlicher Ortsbeauftragter des Ortsverbands Celle Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH), begrüßte die Gäste und zeigte sich stolz und glücklich, dass „wir ein so schönes Gebäude mit Leben füllen dürfen. Wir sind jetzt gut aufgestellt und sehr froh – besonders auch über die großzügigen Räumlichkeiten für das Ehrenamt und die Johanniter-Jugend.“

Dirk Gähle, hauptamtliches Mitglied des Regionalvorstands Harz-Heide, erinnerte sich in seiner Rede an den Bauverlauf und die Verhandlungen mit dem Johanniterorden, der Eigentümer des Grundstücks ist. Bereits 2020 wurden die Gespräche aufgenommen. Dann fiel 2022 der endgültige Beschluss neu zu bauen: Die Hannoversche Genossenschaft des Johanniterordens investierte in einen Neubau „nach unseren fachlichen Vorgaben“, so Gähle. Dabei wurde nicht nur eine großzügige Dienststelle für die JUH errichtet, sondern auch eine Demenz-Wohngemeinschaft mit zwölf Plätzen der JUH und eine Erweiterung des Johanniter-Hauses (Johanniter-Seniorenhäuser GmbH). Der Abriss und der damit verbundene Auszug aus dem sehr in die Jahre gekommenen, olivgrün verschalten Altbau verteilte die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitenden der JUH und ihre Fahrzeuge sowie Ausstattungen und Material über die ganze Stadt und Teile des Landkreises. „Ich bedanke mich herzlich bei unseren Mitarbeitenden – ob ehren- oder hauptamtlich – für Ihre Geduld und das Ausharren.“ Außerdem sprach der hauptamtliche Regionalvorstand dem Johanniterorden für das entgegengebrachte sehr hohe Vertrauen seinen Dank aus: „Unsere Gespräche und Verhandlungen waren geprägt von Partnerschaft und gegenseitigem Verständnis.“ Die Zusammenarbeit mit Herbert Voedisch, ehemaliger Niederlassungsleiter des Regionalzentrums Nord sowie Geschäftsführer der Johanniter-Seniorenhäuser GmbH, der über seinen Ruhestandseintritt hinaus für das Neubau-Projekt verantwortlich zeichnete, waren überaus zielführend. „Auch möchte ich mich bei allen Unterstützenden bedanken, die uns in der ‚heimatlosen Zeit‘ der Bauphase unterstützten, uns bzw. unsere Fahrzeuge und Materialien aufgenommen haben!“ Ohne diese Bereitschaft wäre dieser Übergang viel schwieriger gewesen.

Auch Oberbürgermeister Jörg Nigge kam zum Sommerfest, um das neue Gebäude in Augenschein zu nehmen und seine Glückwünsche zu überbringen. Er bedankte sich bei der JUH für die hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadt Celle, für ihre professionellen Leistungen auf allen Ebenen, betonte dabei das große Engagement des Ehrenamts. Lachend erinnerte er sich an seinen Besuch bei der Johanniter-Winterhilfe in den Räumlichkeiten der Celler Tafel Ende März: Seine damalige „Chefin“, Pastorin Inge Matern, habe ihn gut bei der Ausgabe des Essens angeleitet und unter ihrer Aufsicht habe er Teller befüllt und weitergereicht. Er scheine es ganz gut gemacht zu haben, denn er habe auch noch etwas zu essen bekommen, beschloss er sein Grußwort mit Blick auf die neben ihm stehende Ortsverbandspfarrerin der JUH.

Auch Landrat Axel Flader ließ es sich am Nachmittag nicht nehmen, den Johannitern zum neuen Gebäude zu gratulieren. Bei seinem Rundgang durch das Haus, besichtigte er mit Dirk Gähle, Thomas Adasch und Dienststellenleiter Henning Hamann nicht nur die Räumlichkeiten der Johanniter-Jugend und des Ehrenamts inklusive Küche, wo die Mahlzeiten der Winterhilfe, im Katastrophenschutzeinsatz und bei Sanitätsdiensten zubereitet werden. Er bewunderte auch den großen Ausbildungsraum, in dem Erste-Hilfe-Kurse stattfinden, und die vollausgestatteten Umkleideräume, die Ehrenamtsleiter Guido Hagemann, der hauptberuflich im Rettungsdienst für die Johanniter tätig ist, stolz vorführte. Flader betonte, dass er die Aufgaben und Leistungen der Hilfsorganisationen außerordentlich wertschätzt. Speziell die Bedeutung für den Bevölkerungs- bzw. Katastrophenschutz sei immens. Aber nur gemeinsam könnten anstehende Herausforderungen bewältigt werden – so im Besonderen auch auf kommunaler Ebene. Konzepte erarbeiten, Netzwerke ausbauen und Vorbereitungen müssten jetzt getroffen werden. Er sei dankbar, dass er bei den Johannitern nicht nur auf Gesprächsbereitschaft, sondern auch tatkräftige Unterstützung träfe, so Flader.

Dies ist auch ein Anliegen von Dirk Gähle, der allerdings die fehlende Helfergleichstellung zu Freiwilligen Feuerwehren und THW anprangerte. Aber nicht nur im ehrenamtlichen Bereich stehen die Johanniter vor Herausforderungen – u.a. im Rettungsdienst, beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst für die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, bei Kindertagesstätten, Jugendhilfe und Ganztagsschulbetreuung. Der Neubau sei ein Symbol, „ein echter Leuchtturm – architektonisch, funktional und ein sichtbares Zeichen dafür, wofür die Johanniter stehen.“ Ein solches Bauwerk sei jedoch auch eine Verpflichtung, den Verband voranzubringen und zukunftsfähig aufzustellen. „Wenn wir auf den ‚tollen Kubus‘ schauen, dann blicken wir nicht nur auf Beton, Glas und Technik. Wir blicken auf ein Stück Zukunft des Ortsverbandes Celle. Und mit Blick auf unser 75-jähriges Jubiläum im Jahr 2027 können wir sagen: Wir sind bereit für die nächsten Jahrzehnte.“