johanniter.de

Geschichte der Johanniter in Lippe-Höxter

Der Johanniter-Orden geht zurück auf die Zeit der Kreuzzüge und ist bereits mehr als 900 Jahre alt. Gegründet wurde er als Ritterlicher Orden Sankt Johannis vom Spital zu Jerusalem. Seit diesem Zeitpunkt bis zum heutigen Tage blieb er seinen Grundsätzen und Leitmotiven treu: die Verteidigung des christlichen Glaubens, Dienst am Nächsten, an Verwundeten und an Kranken. Aus dieser Tradition entstand 1952 die Johanniter-Unfall-Hilfe als eine gemeinnützige Organisation mit christlichen Zielen. Heute zählt sie zu den großen Hilfsorganisationen Deutschlands – vor allem dank der vielen Menschen, die sich haupt- und ehrenamtlich bei den Johannitern für andere Menschen engagieren. Allein in Deutschland umfasst die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. mehr als 13.000 fest angestellte Mitarbeiter, rund 31.000 ehrenamtlich Aktive, inklusive Kinder und Jugendliche der Johanniter-Jugend, sowie mehr als 1,4 Millionen Fördermitglieder.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist in unterschiedlichen sozialen und karitativen Bereichen aktiv – etwa in der ambulanten Krankenpflege, in der Kinder- und Jugendarbeit oder bei internationalen Hilfsprojekten. Und immer steht dabei der Mensch im Mittelpunkt.

Fast wäre Lippe zum Zentrum der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) in ganz Deutschland geworden. Denn bei der Gründung der Organisation im Jahre 1952 war Lügde für wenige Monate der Bundessitz der JUH. Jetzt zeugt noch ein Johanniter-Stift in der Osterräderstadt von dieser "Frühgeschichte" der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Nachdem die Organisation ihren Bundessitz jedoch an den Rhein verlegt hatte, musste die JUH auch in Lippe langsam von unten wachsen. Den Auftakt bildete 1956 der Ortsverband Bad Salzuflen, der in vier Jahren auf 180 Helfer anwuchs. 1963 erhielten die Johanniter ihren ersten Katastrophenschutz-Sanitätszug und waren in den Folgejahren vor allem im Sanitätsdienst bei Reitturnieren im Einsatz.

Unter der Patenschaft der Kölner JUH entstand 1967 in Blomberg der zweite lippische Ortsverband. Seine Geschichte ist eng mit dem Namen Dr. Friedrich-Karl von Ohlen verbunden, der den Verband aus der Taufe hob und über viele Jahre entscheidend prägte. Bei Friedrich Obenhausen, bis 2011 Ortsbeauftragter in Blomberg, richteten die Johanniter ihre erste Rettungswache im Wohnzimmer ein. Nachts übernahmen er und seine Frau Helma, unterstützt von den Nachbarn, Bereitschaftsdienste und rückten bei Notfällen aus.

Diese schwierigen Zeiten sind jedoch für die lippischen Johanniter lange vorbei. Mit Beginn des Jahres 2009 erweiterte sich der ehemalige Kreisverband Lippe zum JUH-Regionalverband Lippe-Höxter. Der Ortsverband Beverungen bietet im gesamten Kreisgebiet Höxter Dienstleistungen wie Sanitätsdienste oder Erste-Hilfe-Ausbildung an. Außerdem engagiert sich Beverungen stark in der Kinder- und Jugendarbeit und bietet Gruppen nicht nur sinnvolle Beschäftigung für den Nachwuchs, sondern bildet auch die Retter von morgen aus.