20.05.2021 | Regionalverband Ostwestfalen

Wertvolle Hilfe im Alltag

Die Alltagshilfen der Johanniter unterstützen kompetent und fürsorglich

von links: Thorsten Hilger (Johanniter) mit Ilse und Hans Meerbusch (Foto: Jan-Hendrik Grotevent)

Für Ilse und Hans Meerbusch beginnt der Tag jeden Morgen mit dem gleichen Ritual: einem ausgiebigen Frühstück und dem Lesen der Tageszeitung. Der 84jährige Rentner und seine Ehefrau leben gemeinsam in Gütersloh. „Für uns ist es sehr wichtig, den Tag zusammen zu beginnen. Wir besprechen, was auf dem Programm steht.“ An diesem Mittwoch hat Hans Meerbusch einen lange vereinbarten Arzttermin. Ihm fällt das Laufen seit einigen Jahren schwerer und er benötigt Hilfe beim Transport und beim Treppensteigen. „Normalerweise hätte ich meinen Mann zum Arzt begleitet, leider habe ich mir vor ein paar Wochen den Knöchel gebrochen und bin noch nicht wieder so mobil, wie ich es mir wünsche. Aber heute kommt Herr Hilger und so kann mein Mann seinen Arzttermin wie geplant wahrnehmen“, berichtet Ilse Meerbusch.

Thorsten Hilger von den Johannitern ist seit über einem Jahr der Alltagshelfer für Familie Meerbusch und begleitet Hans heute zu seinem Arztbesuch. „Wir sind ein eingespieltes Team und ich weiß genau, welche Unterstützung Herr Meerbusch benötigt. Das klappt prima“, berichtet Thorsten Hilger. Lässt die Zeit es an diesem Mittwoch zu, hilft Thorsten Hilger dem Ehepaar Meerbusch noch beim Staubsaugen, das steht ebenfalls auf dem regelmäßigen Aufgabenzettel. „Es fällt uns zunehmend schwerer, den unhandlichen Staubsauger zu bewegen“, erzählt Frau Meerbusch. „Daher sind wir sehr glücklich, dass Herr Hilger uns auch hier unterstützt. Beim nächsten Besuch wünsche ich mir, dass wir gemeinsam die Bügelwäsche erledigen.“

Offiziell nennt sich das Team „Johanniter Alltagshilfen“. Derzeit betreuen 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Johanniter in Ostwestfalen knapp 200 Kunden. Alle Teammitglieder haben eine spezielle Ausbildung und ein anerkanntes Zusatz-Zertifikat als Alltagshelfer erworben. Johanniter-Fachbereichsleitung Sabine Jacobi erklärt: „Diese Qualifikation macht unsere Kollegen fit für alle Tätigkeiten, die dieser Job mit sich bringt. Auch in Erster Hilfe sind wir gut ausgebildet und nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil.“ Sabine Jacobi berichtet, dass es viele Familien Überwindung kostet, sich einzugestehen, dass Hilfe im Alltag benötigt wird. „Viele Betroffene wissen gar nicht, dass es uns gibt! Unseren Kunden ist es sehr wichtig, ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben zu führen, oft sind es Kleinigkeiten, bei denen wir unterstützen können. Wir erfahren sehr viel Dankbarkeit auch von Angehörigen, die meist selber in ihrem Alltag sehr eingespannt sind. Das freut und motiviert uns!“

Nehmen Hilfesuchende Kontakt zu den Alltagshilfen der Johanniter auf, bespricht Frau Jacobi vor Ort die konkreten Unterstützungsmöglichkeiten. Die Tätigkeiten sind so vielfältig und unterschiedlich wie die Menschen, die ihre Hilfe benötigen. Ob ein großer Einkauf oder die Begleitung zu Arztterminen, das Treffen mit einer Freundin, die man schon lange nicht mehr gesehen hat, ein Spaziergang an der frischen Luft oder regelmäßige Aufgaben im Haushalt. Auch bei Sorgen um das Haustier greifen die Johanniter gerne unter die Arme und organisieren Besuche beim Tierarzt. Steht der detaillierte Bedarf fest, stellt sich für viele Familien auch die Frage nach der geeigneten Finanzierung. Auch hier sieht Frau Jacobi wichtigen Aufklärungsbedarf und nimmt Betroffenen die Bedenken vor hohen Kosten: „Seit Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes im Jahr 2018 steht jedem Pflegebedürftigen ab einem Pflegegrad 1 eine monatliche Unterstützung von 125,00€ pro Monat, der sogenannte Entlastungsbeitrag, zu. Unsere Leistungen werden dann direkt mit der Pflegekasse abgerechnet.“

In den meisten Fällen werden vier Stunden Hilfe auf zwei Besuche pro Monat mit je zwei Stunden aufgeteilt. „Diese Praxis hat sich als sinnvoll erwiesen, kann aber auch angepasst werden, je nach Kundenwunsch. Manchmal haben Haushaltstätigkeiten einen kürzeren zeitlichen Umfang als Außerhaustermine, so dass eine flexible Abstimmung vor jedem Besuch möglich ist,“ erklärt Sabine Jacobi. Auch eine Aufstockung an Unterstützungsleistungen ist selbstverständlich buchbar, hier bestehen verschiedene Abrechnungsmöglichkeiten über Sozialleistungsträger oder eine Eigenbeteiligung.

Natürlich erschwert die Corona-Pandemie auch die tägliche Arbeit der Alltagshelfer. Mundschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel gehören derzeit zur Standardausstattung beim Kontakt mit den Kunden, regelmäßig werden die Johanniter per Corona-Schnelltest getestet „Für die Menschen, die wir begleiten, sind die regelmäßigen Besuche und die damit verbundene Verlässlichkeit sehr wichtig. Oft fehlt es den Menschen auch einfach an einem Gesprächspartner. Um ein enges und langfristiges Vertrauensverhältnis aufzubauen, werden Familien dauerhaft durch einen festen Johanniter-Alltagshelfer betreut.“ Sabine Jacobi und Thorsten Hilger sind froh, dass trotz Corona-Einschränkungen die Hilfe im Alltag weiter fortgesetzt werden kann.

Auch das Ehepaar Meerbusch ist erleichtert, denn der Arzttermin hat reibungslos geklappt und Thorsten Hilger konnte auch das Staubsaugen noch erledigen. Für ihn geht es jetzt weiter zur nächsten Kundin: „Da das Wetter heute trocken und sonnig ist, werden wir einen gemeinsamen Spaziergang zum Friedhof unternehmen.“

Sie haben Interesse an den Alltagshilfen der Johanniter? Hier gibt es alle Infos!