Wohnprojekte mit Assistenz

Selbstständig wohnen in einer WG mit Johanniter-Assistenz

Lukas und Alba lieben ihre Selbstständigkeit in der WG.

Seit Dezember 2017 wohnen drei junge Leute mit Down-Syndrom allein in einer Wohngemeinschaft in Trier mit stundenweiser Betreuung und Assistenz durch die Johanniter. Weitere Interessenten gesucht!
„Wir möchten erreichen, dass die WG-Bewohner am Ende ganz weitgehend auf eigenen Füßen stehen“, formuliert Manuela Ballmann das Projektziel: „Und wir sind auf einem guten Weg.“ Die Sozialpädagogin leitet seit Jahresanfang 2018 ein fünfköpfiges Assistenzteam, das insgesamt 45 Stunden pro Woche – voll gefördert durch das Sozialamt - für drei Anfang 20-jährige Nestflüchter mit geistiger Behinderung da ist, Assistenz leistet, Routinen und Lösungswege einübt und sie sozialpädagogisch betreut. Hinzu kommen noch einige Stunden wöchentlich für Eltern-, Team- und Behördengespräche und Gespräche mit Interessenten.
Der Kontakt zu den drei Freunden und ihren Familien war über jahrelange Schulassistenz der Johanniter im Rahmen von Integrationshilfe gewachsen. „Als die Familien sich hilfesuchend an uns wandten, weil es schlicht an Angeboten zur Verselbstständigung im Wohnbereich für junge geistig Behinderte mangelt, waren wir sofort Feuer und Flamme“, sagt Jugendhilfeleiter Frank Helbing. Nachdem die Eltern eine 4-Zimmer-Wohnung im „Schammatdorf“, einer innenstadtnahen Trierer Wohnsiedlung mit sozialem Charakter, ergattern konnten und die Johanniter im Boot waren, ging alles ganz schnell. „Jetzt nach einem guten halben Jahr erkennt man schon eine stark gewachsene Eigeninitiative und ein realistisches Selbstbewusstsein der Bewohner“, freut sich Manuela Ballmann: Über Nacht seien die drei von Anfang an allein geblieben – nur mit Hausnotrufknopf. Aber es geht weiter: Alba zum Beispiel traue sich jetzt viele Wege auf eigene Faust mit ihrem neuen E-Bike zurückzulegen. Zu einem Fest am Abend planten die Bewohner unbegleitet hinzugehen. „Und am Morgen haben die Jungs allein mit dem Fahrrad Brötchen zum gemeinsamen Frühstück geholt, ohne dass wir das organisiert hätten“, berichtet sie: „Manchmal muss man einfach loslassen, um zu sehen, wie weit sie die eigenen Füßen schon tragen.“
Vorgesehen ist laut Konzept zunächst eine zweijährige Unterstützung, um danach weitgehend selbstständig klar zu kommen.


Interessenten an einer WG-Neugründung mit Johanniter-Unterstützung in und um Trier können sich gern an die Koordinatorin Manuela Ballmann wenden.
Ganz aktuell ist ein Platz in Trier frei!

WG-Leben

Spielen und Spaß haben gehört mit zum reichen WG-Alltag.

Selbst den Tisch decken, Wäsche waschen, Brötchen holen - das Meiste machen die Bewohner selbst. Manchmal brauchen sie noch Hilfe.

Auch Kuscheln darf mal sein. Schließlich sind die Eltern nun nicht mehr jederzeit greifbar.

 

Ihr Ansprechpartner Manuela Ballmann