20.03.2026 | Regionalverband Ostbayern

Integration ein Zuhause geben

Wohnprojekt WoFA setzt Zeichen gegen Rassismus

Mitarbeiterin übergibt Flyer.

Regensburg ■ Zum Internationalen Tag gegen Rassismus am Samstag, den 21. März, rückt in diesem Jahr ein Thema in den Fokus, das oft übersehen wird, aber zentrale Bedeutung für gesellschaftliche Teilhabe hat: Wohnen. Denn ein sicheres Zuhause ist weit mehr als ein Dach über dem Kopf – es ist Grundlage für Integration und ein gleichberechtigtes Miteinander.

Gerade in einer Stadt wie Regensburg, in der Wohnraum ohnehin knapp ist, stehen Menschen mit Migrationshintergrund vor besonderen Herausforderungen. Neben der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt erschweren Sprachbarrieren, unterschiedliche kulturelle Gepflogenheiten sowie bewusste und unbewusste Vorbehalte bei der Mieterauswahl die Wohnungssuche zusätzlich.

Hier setzt das Projekt „Wohnraum für alle (WoFA) – Integration braucht ein Zuhause“ an. Initiiert von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und dem Diakonischen Werk Bayern wird es in Regensburg von der Johanniter-Unfall-Hilfe umgesetzt. Ziel ist es, Menschen mit Migrationsgeschichte gezielt dabei zu unterstützen, Zugang zum privaten Wohnungsmarkt zu finden – und damit Integration aktiv zu fördern.

„Wir sind stolz Integration ein Zuhause geben zu können“, betont Patrick Malzer, Sachgebietsleiter für Flüchtlingshilfe bei den Johannitern in Ostbayern. Denn Integration geschieht vor allem dort, wo Menschen einander im Alltag begegnen: in der Nachbarschaft, im Treppenhaus, im gemeinsamen Lebensumfeld. Wer in regulärem Wohnraum lebt, hat bessere Chancen, Kontakte zu knüpfen, Sprache zu lernen und sich langfristig in die Gesellschaft einzubringen.

Das Projekt WoFA setzt dabei auf einen ganzheitlichen Ansatz. In Einzel- und Gruppenberatungen sowie speziellen Mietkursen werden Wohnungssuchende umfassend vorbereitet. Sie lernen, den Wohnungsmarkt besser zu verstehen, erhalten praktische Tipps für erfolgreiche Bewerbungen und werden bei der Erstellung notwendiger Unterlagen unterstützt. Auch die Vorbereitung auf Wohnungsbesichtigungen sowie wichtige Informationen rund um Mietverträge und Mieterpflichten gehören zum Angebot. Nach erfolgreicher Vermittlung endet die Unterstützung nicht – eine Nachbetreuung im neuen Wohnumfeld hilft, das Mietverhältnis langfristig zu stabilisieren.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Abbau von Unsicherheiten – sowohl auf Seiten der Wohnungssuchenden als auch bei Vermieterinnen und Vermietern. Durch Aufklärung und Begleitung trägt das Projekt dazu bei, Vorurteile abzubauen und Vertrauen zu schaffen.

Seit dem Projektstart im November 2024 konnte WoFA in Regensburg bereits zahlreiche Menschen auf ihrem Weg in den Wohnraum begleiten. Insgesamt wurden dabei 168 Personen aus 24 Herkunftsländern unterstützt.

Am Internationalen Tag gegen Rassismus wird damit deutlich: Der Zugang zu Wohnraum ist nicht nur eine soziale, sondern auch eine gesellschaftspolitische Frage. Projekte wie WoFA zeigen, wie Integration konkret gelingen kann – durch Unterstützung und die Überzeugung, dass ein Zuhause die Basis für ein respektvolles Miteinander ist.