16.06.2026 | Regionalverband Ostbayern

Prägender Gestalter der Johanniter in Ostbayern verabschiedet sich

Vom Zivildienst in den Vorstand: Martin Steinkirchner geht in den Ruhestand

Martin Steinkirchner

Regensburg ■ Nach 20 Jahren als Mitglied des Regionalvorstands der Johanniter in Ostbayern tritt Martin Steinkirchner zum 30. Juni in den vorzeitigen Ruhestand. Mit seinem Ausscheiden endet eine prägende Ära für den Regionalverband, der sich unter seiner Führung zu einem der größten sozialen Träger Ostbayerns entwickelt hat.

Als Steinkirchner im Januar 2006 die Verantwortung als Regionalvorstand übernahm, war der Verband deutlich kleiner als heute. Inzwischen beschäftigen die Johanniter in Ostbayern rund 2.000 Mitarbeitende in rund 220 Einrichtungen. Besonders deutlich wird die Entwicklung an zwei Zahlen: Aus elf Kindereinrichtungen der Johanniter in Ostbayern im Jahr 2006 sind inzwischen rund 200 geworden und die Anzahl der Ortsverbände hat sich von einem auf sechs erhöht. Darüber hinaus wurden zahlreiche Angebote in den Bereichen Menüservice, Rettungsdienst, Pflege, Hospizarbeit, Bevölkerungsschutz und soziale Dienste in den vergangenen zwei Jahrzehnten ausgebaut oder neu geschaffen.

Zu den Projekten, die eng mit seinem Namen verbunden sind, zählen insbesondere das Johannes-Hospiz in Pentling, das inklusive Hotel INCLUDiO in Regensburg sowie das Bruder-Gerhard-Hospiz in Schwandorf. Mit diesen Einrichtungen setzten die Johanniter Maßstäbe in den Bereichen Hospizarbeit, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe.

Begonnen hatte Steinkirchners Weg bei den Johannitern bereits während seines Zivildienstes. Der Hilfsorganisation blieb er anschließend in unterschiedlichen Funktionen treu – vom Sanitätsdienst über die Ausbildung bis hin zu Führungsaufgaben. Seine Verbundenheit mit den Johannitern beschreibt er mit einem Satz, der ihn über viele Jahre begleitet hat: „Johanniter kann man nicht werden – Johanniter muss man sein.“

Seine Entscheidung, den Vorstand vorzeitig zu verlassen, steht im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung. Nach einer längeren Krankheitsphase sei ihm bewusst geworden, dass er den Anforderungen der Position nicht mehr in der Weise gerecht werden könne, wie er es selbst von sich erwarte. „Ein Verband braucht an seiner Spitze ein starkes Führungsteam“, sagt Steinkirchner. Deshalb habe er sich entschieden, Verantwortung abzugeben und den Weg für die Zukunft freizumachen.

Der Regionalverband sieht sich für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Dem Vorstand gehören weiterhin Tobias Karl und Prof. Dr. Sean-Patrick Saßmannshausen an. Neu in das Gremium berufen wurde Silke Weiler. Sie war bereits früher bei den Johannitern in Ostbayern tätig und wechselte anschließend in die Landesgeschäftsstelle der Johanniter in Bayern. Mit ihrer Rückkehr nach Ostbayern ist die Nachfolge nahtlos geregelt.

Mit Blick auf die Zukunft zeigt sich Steinkirchner optimistisch: „Der Verband ist gut aufgestellt.“ Sein Wunsch sei, dass Mitarbeitende, Ehrenamtliche und Führungskräfte weiterhin gemeinsam an einem Strang ziehen.

Die Johanniter in Ostbayern danken Martin Steinkirchner für sein außergewöhnliches Engagement, seinen Weitblick und seinen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung des Regionalverbands. Zahlreiche Einrichtungen und Angebote, die heute für viele Menschen in Ostbayern unverzichtbar sind, tragen seine Handschrift.

Die Johanniter in Ostbayern
Der Regionalverband Ostbayern ist Teil der Johanniter-Unfall-Hilfe. Mit rund 2000 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an mehreren Standorten und Einrichtungen bieten die Johanniter zahlreiche soziale Dienstleistungen für die Menschen in der Region. Mit Kinder- und Jugendbetreuung, Hausnotruf, ambulanter Pflege, Menüservice, Ausbildung in Erster Hilfe, Patienten-Fahrdienst, Rettungsdienst, Tagespflege und vielen weiteren Angeboten sind die Johanniter in Ostbayern für die Menschen da. Dazu betreiben die Johanniter das Inklusionshotel INCLUDiO in Regensburg und sind mit dem Johannes-Hospiz in Pentling und dem Bruder-Gerhard-Hospiz in Schwandorf auch in der Hospizarbeit tätig. Insgesamt 600 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer engagieren sich in den sechs Johanniter-Ortsverbänden in Großköllnbach, Kelheim, Landshut, Regensburg, Schwandorf und Schwarzenfeld im Rettungsdienst, im Sanitätsdienst, in der Krisenintervention, in den Rettungshundestaffeln, bei den Hunden im Therapieeinsatz, in der Johanniter-Jugend und vielen weiteren Einsatzgebieten für die Menschen.