Ein Blick hinter die Kulissen der modernen Notfallmedizin
Einbecker GRÜNE besuchen den Ortsverband der Johanniter um sich über aktuelle Herausforderungen unserer Hilfsorganisation zu informieren.
Wie ist der Rettungsdienst im Landkreis Northeim aufgestellt – und wie verändert sich die Notfallmedizin auf dem Land? Um sich aus erster Hand über die Arbeit, die Infrastruktur und aktuelle Herausforderungen der Hilfsorganisationen zu informieren, besuchte der Einbecker Ortsverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den Ortsverband der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Unter anderem nahmen Kreistagsmitglied und Kreistagskandidat Achim Nehring, Stadtrat und Stadtratskandidat Manfred Helmke, Vorstandssprecherin sowie Stadtrat- und Kreistagskandidatin Hannah Fleetwood, Stadtratskandidatin Barbara Hübner und Landratskandidat Jakob Reiter (Uslar) an dem Treffen teil.
Dienststellenleiter Marc Küchemann führte gemeinsam mit seinem Team durch die Räumlichkeiten der Dienststelle in der Schwammelwitzer Straße und stellte das breite Spektrum der Johanniter vor. Neben Robin Goldmann, Fachbereichsleiter für Soziale Dienste, der tiefere Einblicke in Arbeitsfelder wie die Geflüchtetenhilfe, das Quartiersmanagement und die Schulverpflegung gab, präsentierte Axel Rohmeier den Bereich des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der KVN. Im Anschluss führten Rettungssanitäter und Schichtleiter Norman Hebel und Notarzt und Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Sören Heitmann die Besucher durch die Rettungswache an der Hullerser Landstraße und erläuterten die operativen Abläufe vor Ort.
Breit aufgestellt für die Region
Marc Küchemann und seine Kollegen veranschaulichten, wie vielschichtig die Arbeit der Johanniter im Landkreis Northeim aufgebaut ist. Die Ortsverbände der Johanniter im Landkreis decken mit ihren rund 230 Mitarbeitenden weit mehr ab als die klassische Notfallrettung: Von Kindertagesstätten bis hin zum Hausnotruf und Ausbildungsangeboten für Erste Hilfe und Brandschutz reicht das Spektrum.
Ein wichtiger Pfeiler bleibt dabei das Ehrenamt. Mit 168 Ehrenamtlichen im Ortsverband (davon 94 im Katastrophenschutz aktiv) sowie einer der größten Rettungshundestaffeln Niedersachsens mit 10 Suchhunden sind die Johanniter in Einbeck stark aufgestellt. Dennoch teilen auch sie die Herausforderungen vieler Vereine: Die Gewinnung und Bindung neuer Ehrenamtlicher erfordert kontinuierlichen Einsatz und ist immer mit hohen Kosten verbunden, die teilweise nicht refinanziert sind durch Land oder Kommunen.
Reform der Notarztsysteme: Vertrauen in Notfallsanitäter stärken
Ein wichtiger Fokus der Gespräche lag auf der aktuellen Debatte um die Reduzierung der Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) im Landkreis Northeim. Während die von den Kostenträgern angestoßene Reduzierung der Notarztfahrzeuge bei einigen Bürgerinnen und Bürgern Sorgen auslöst, machten die Experten vor Ort deutlich, wie sehr sich das Berufsbild der Notfallsanitäter in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat. Durch den Paragrafen 2a des Notfallsanitätergesetzes (NotSanG) dürfen die hervorragend ausgebildete Notfallsanitäter*innen lebensrettende Maßnahmen und Medikamentengaben heute eigenständig durchführen. Ergänzt durch Telemedizin entfällt bei vielen Einsätzen die Notwendigkeit, einen Notarzt an die Einsatzstelle zu schicken.
Sören Heitmann, Notarzt und Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, brachte es auf den Punkt: „Rettungsdienste retten Menschenleben, nicht der Notarzt alleine! Unsere Notfallsanitäter sind fachlich so gut ausgebildet, dass sie eigenständig fast alles direkt vor Ort machen können. Wir müssen in der Gesellschaft mehr aufklären und Akzeptanz dafür schaffen, dass technisch bei vielen Einsätzen gar kein Notarzt mehr erforderlich ist.“
GRÜNE nehmen Impulse aus den Gesprächen mit
Für die Einbecker GRÜNEN lieferte der Besuch konkrete Handlungsfelder für die Kreis- und Kommunalpolitik.
Jakob Reiter, Landratskandidat, betonte: „Der Termin hat noch einmal eindrucksvoll verdeutlicht, wie exzellent unsere Rettungs- und Notfallsanitäter ausgebildet sind. Wir müssen die Bevölkerung durch gezielte Aufklärung mitnehmen und das Vertrauen darin stärken, dass die Notfallversorgung auf höchstem Niveau gesichert ist.“
Manfred Helmke, Stadtrat, zeigte sich begeistert von der Infrastruktur: „Ich bin extrem positiv beeindruckt von diesem modernen Standort in der Schwammelwitzer Straße. Besonders die zukunftsweisenden Pläne für die Nutzung von Photovoltaik und den schrittweisen Einstieg in die E-Mobilität zeigen, dass die Johanniter auch beim Umweltschutz vorangehen.“
Hannah Fleetwood, Vorstandssprecherin und Kandidatin für Stadtrat und Kreistag, fasste zusammen: „Das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt ist das Fundament unseres Rettungswesens. Nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Hilfsorganisationen, Politik und Bürger*innen sowie durch die gezielte Stärkung des Ehrenamts können wir unsere Region für die Zukunft krisenfest machen.“
Für die Einbecker GRÜNEN steht fest: Ein moderner, leistungsfähiger Rettungsdienst lebt von gut ausgebildeten Fachkräften vor Ort, nachhaltiger Infrastruktur und einer Bevölkerung, die auf die Kompetenz der Retterinnen und Retter vertraut.
Text:BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN