Johanniter erhalten geländegängigen Krankentransportwagen
Das Land Niedersachsen hat neun geländegängige Krankentransportwagen offiziell an Hilfsorganisationen übergeben. Ein Fahrzeug ist zukünftig bei den Johannitern im Ortsverband Einbeck stationiert.
Das Land Niedersachsen hat am Samstag, den 18. April, neun Spezial-Krankentransportwagen für die „Patiententransportgruppen geländegängig“ in Celle-Scheuen übergeben. Ein Fahrzeug ist zukünftig im Ortsverband Einbeck stationiert.
Die Fahrzeuge verbessern erheblich die Fähigkeit des niedersächsischen Katastrophenschutzes. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, eine notfallmedizinische Versorgung auch unter extremen Bedingungen sicherzustellen. Diese hochmodernen Fahrzeuge sind auch im bundesweiten Vergleich herausragend.
Die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens erklärt: „Mit diesen neuen Krankentransportwagen erreichen wir einen wichtigen Meilenstein für den Bevölkerungsschutz in Niedersachsen. Die ‚Patiententransportgruppen geländegängig‘ sind so ausgestattet, dass sie auch dort helfen können, wo herkömmliche Rettungsmittel an ihre Grenzen stoßen. Die jüngsten Hochwasser- und Starkregenereignisse, aber auch extreme Schneelagen und örtliche Stromausfälle zeigen uns, wie wichtig diese Spezialtechnik geworden ist. Mein besonderer Dank gilt unseren ehrenamtlichen Einsatzkräften, die auch die Besatzung dieser leistungsfähigen Fahrzeuge stellen – ohne ihr Engagement wäre selbst die beste Technik und Ausstattung nichts wert.“
Die Investition zur Anschaffung dieser geländegängigen Krankentransportwagen umfasst ein Gesamtvolumen von rund 4,5 Millionen Euro. Die Mittel kommen aus dem von der Niedersächsischen Landesregierung 2022 aufgelegten Ad-hoc-Paket zur Stärkung des Katastrophenschutzes.
Die Konzeption der neuen Patiententransportgruppen ist das Ergebnis umfassender Analysen der Einsatzlagen der vergangenen Jahre: beispielsweise die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, die Sicherheits- und Versorgungsrisiken infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie die steigende Häufigkeit klimawandelbedingter Wetterextreme wie Starkregen, Überflutungen oder Schneefälle.
Diese Ereignisse und Krisen haben deutlich gemacht, dass Katastrophenschutzeinheiten dringend Technik benötigen, die auch dann einsatzfähig bleibt, wenn reguläre Rettungsfahrzeuge die betroffenen Gebiete nicht mehr erreichen können. Die Fahrzeuge und deren Besatzungen (jeweils drei ehrenamtliche Einsatzkräfte) sind deshalb speziell für schwer zugängliche Einsatzräume ausgelegt und fortgebildet. Die Wagen passieren deutlich leichter verschlammte, verschneite oder überflutete Straßen. Pro Fahrzeug können bis zu fünf Patienten liegend oder kombiniert liegend/sitzend transportiert und versorgt werden.
Darüber hinaus sind die Fahrzeuge aufgrund der Geländefähigkeit auch für Erkundungsfahrten und Einsätze für andere Fachdienste des Katastrophenschutzes geeignet, so beispielsweise in und an fließenden Gewässern sowie bei einer Absturzsicherung. Mit den nun in Dienst gestellten geländegängigen Krankentransportwagen stärkt Niedersachsen zusätzlich zur eigenen Einsatzfähigkeit auch die Möglichkeiten für überörtliche Unterstützung. Jeweils drei Fahrzeuge bilden eine der insgesamt drei Patiententransportgruppen. Unterstellt sind sie dem Kompetenzzentrum Großschadenslagen im Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung.