08.09.2026 | Landesverband Nord

Beste Retter des Nordens: Sieg für Johanniter-Teams aus Eckernförde, Lübeck, Kiel, Neubrandenburg und Schleswig

39 Teams haben beim Erste-Hilfe-Wettkampf in Linstow (MV) gezeigt, wie man Leben rettet. Die sechs Erstplatzierten vertreten den Landesverband Nord in ihrer jeweiligen Kategorie beim bundesweiten Wettkampf 2027 in Hannover.

Mehrere Einsatzkräfte retten einen Darsteller auf einem Rettungsbrett aus einem Lkw.
Bei der Rettungsübung zeigten die Einsatzkräfte aus dem Rettungsdienst (hier: S-Team Lübeck), wie eine Person aus einem verunfallten Lkw schonend transportiert wird.

Insgesamt 39 Johanniter-Teams sind am Sonnabend, 5. September 2026 im Van der Valk Resort in Linstow am Rande der Mecklenburgischen Seenplatte beim Tag der Johanniter Nord im Erste-Hilfe-Wettkampf angetreten. Den ersten Platz in ihrer jeweiligen Alters- und Leistungskategorie belegten Mannschaften aus Lübeck, Kiel, Neubrandenburg, Eckernförde und Schleswig. Teilgenommen hatten Kinder- und Jugend-Teams, Rettungshundestaffeln, Erzieherinnen und Erzieher, Ehrenamtliche aus den Sanitätsdiensten bis hin zu den Profirettern aus dem Rettungsdienst. Die sechs siegreichen Teams reisen im Juni 2027 nach Hannover und kämpfen um den Titel „Beste Retter Deutschlands“. Der Tag der Johanniter Nord stand unter der Schirmherrschaft von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die den Wettkampf vor Ort besucht hat.

Unter den kritischen Augen des Schiedsgerichtes mussten alle Mannschaften realistische Unfallszenarien in altersgerechten Schwierigkeitsgraden lösen. 

Packende Wettkämpfe lieferten sich die Profis aus dem Rettungsdienst ab 16 Jahren in der Kategorie S: Am Ende standen zwei Teams aus Lübeck und eins aus Hamburg auf dem Treppchen: Gold und Silber gingen an die Lübecker Teams S11 und S12, Bronze ging nach Hamburg ans Team S1. Die patientengerechte Rettungsübung verlangte den Einsatzkräften technisches Geschick und Koordination unter Zeitdruck ab: Eine Person musste aus einem verunfallten Lkw gerettet und schonend transportiert werden. Ein weiteres Fallbeispiel konfrontierte die Profi-Teams mit einem stark blutenden Verletzten aus einer Schlägerei: Die Einsatzkräfte mussten sowohl seine Schusswunde in der Leiste als auch die Stichwunde am Hals versorgen und dabei auf den Eigenschutz achten, denn der aggressive Kontrahent war noch in der Nähe.

Souveräne Leistungen zeigten auch die Sanitätshelferinnen und -helfer ab 16 Jahren in der Kategorie A: Die Mannschaft aus Kiel holte sich den ersten Platz, gefolgt vom Team aus Harburg auf Platz zwei, Bronze ging an die Ehrenamtlichen aus Schleswig. Das praktische Fallbeispiel brachte die Teams in eine knifflige Situation: Eine Person hatte eine große Scherbe tief im Großzeh und musste präzise und schonend versorgt werden. Nicht weniger fordernd war das Szenario, in dem die Sanitätshelfer bei einer Person Erbrochenes fachgerecht absaugen mussten, eine Maßnahme, bei der in realen Einsätzen Sekunden über Leben und Tod entscheiden können.

Bei den Jugend-Teams in der Kategorie B der Ersthelfer und Schulsanitätsdienste zwischen zwölf und 18 Jahren triumphierte die Jungmannschule Eckernförde und verwies die Mannschaften des Gymnasiums Schloss Plön und von der Johanniter-Jugend aus Bad Oldesloe auf die Plätze zwei und drei. Der Basis-Praxistest versetzte die Teams in eine reale Unterrichtssituation: Nach einem missglückten Experiment im Chemieraum mussten sie einen Verbrennungsunfall fachgerecht versorgen. Das große Fallbeispiel konfrontierte die Jugendlichen mit einer noch drastischeren Lage: Eine Person hatte sich beim Sägen mit der Kreissäge im Werkunterricht den linken Daumen abgetrennt. Die jungen Retter mussten einen klaren Kopf bewahren, die Amputation erstversorgen, den abgetrennten Daumen fachgerecht einwickeln und sich zeitgleich um eine weitere Person kümmern, die kollabiert war, weil sie kein Blut sehen konnte.

Konzentriert und mit vollem Eifer waren die „Ersthelfer von morgen" in der Kategorie C der Sechs- bis Elfjährigen dabei: Ganz oben auf dem Treppchen stand am Ende das der Johanniter-Jugend aus Lübeck/Bad Oldesloe. Die Hortkinder der Johanniter-Kita in Altentreptow freute sich über die Silbermedaille und die Johanniter-Kita Zwergenwache aus Leezen über Bronze. Im Fallbeispiel erlebten die kleinen Ersthelfer eine typische Spielplatzsituation: Ein Kind war vom Klettergerüst gestürzt und dabei auf ein anderes Kind gefallen. Die Nachwuchsretter setzten professionell den Notruf ab, leisteten Erste Hilfe und trösteten die beiden verletzten Kinder. 

In der Kategorie E bewiesen die Mitarbeitenden aus den Kitas und der Ganztagsbetreuung, dass Erste Hilfe am Kind in den Johanniter-Einrichtungen fest verankert ist. Die Mannschaft aus der Johanniter-Kita Bumerang aus Neubrandenburg sicherte sich den ersten Platz, das Team der offenen Ganztagsschule Zauberhut aus Eutin erreichte Silber, die Johanniter-Kita Schönberg holte Bronze. Die Szenarien orientierten sich eng am pädagogischen Alltag: Beim Spielen war ein Kind gegen die Tischtennisplatte geprallt, die Teams versorgten die blutende Kopfplatzwunde. Der nächste Fall stellte sie vor eine komplexere Situation. Reinigungsmittel hatten bei einer Person Verätzungen an den Handinnenflächen verursacht, eine zweite Person hatte versehentlich von der Flüssigkeit getrunken. Die Teilnehmenden mussten beide Verletzungsbilder erkennen, Erste Hilfe einleiten und zugleich beruhigend auf die Betroffenen einwirken.

Auf gutes Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier kam es bei den Rettungshundestaffeln der Kategorie H an. Zunächst stand der Gewandheitstest auf dem Programm. Im tiergerechten Hindernisparcours zeigten die Hunde, wie aufmerksam sie auf Befehle ihrer Hundeführer reagieren. In der Orientierungsaufgabe planten die Staffelmitglieder eine Personensuche, ohne dass die Hunde selbst eingesetzt wurden. Dabei legten sie fest, wie ein Suchgebiet eingeteilt, welche Wege kontrolliert und wie die Kräfte sinnvoll eingesetzt werden. Am Ende setzte sich die Staffel aus Schleswig durch, die Staffel aus Vorpommern/Rügen belegte den zweiten Platz, das Team aus dem Landkreis Harburg den dritten.

Der Wettkampftag begann für alle Altersgruppen mit einem Theorietest. Für die Erwachsenen-Teams und die Jugend-Mannschaften stand außerdem die Reanimation anhand einer Übungspuppe auf dem Programm. Damit alle Szenarien realistisch wirken, hatte das Team der Realistischen Unfalldarstellung rund 30 Verletztendarsteller mit Kunstblut und modellierten Wunden professionell auf ihre Rollen vorbereitet. Rund 45 Schiedsrichter beobachteten den Wettbewerb. Etwa 620 Teilnehmende, Helfende und Gäste waren vor Ort dabei. Der Tag der Johanniter findet alle zwei Jahre im Landesverband Nord statt. Der nächste Wettkampf ist 2028 in Lübeck geplant.

Eine Bildergalerie mit Eindrücken vom Wettkampf finden Sie hier.