Krisenintervention der Johanniter war im Jahr 2025 insgesamt 124 Mal im Einsatz
Das ehrenamtliche Team betreut Personen, die völlig unerwartet einen Angehörigen verloren haben oder Augenzeugen eines schweren Unfalls waren.
Immer wenn das Kriseninterventionsteam der Johanniter im Einsatz ist, ist vorher etwas Schreckliches passiert: Dann hat jemand seinen Angehörigen völlig unerwartet verloren – bei einem Unfall, durch einen plötzlichen natürlichen Tod, durch Suizid oder ein Gewaltverbrechen. Im Jahr 2025 haben die Helfenden aus dem Regionalverband Harburg 124 Einsätze absolviert. Acht Mal waren zwei Teams gleichzeitig im Einsatz.
Krisenintervention als Ergänzung des Rettungsdienstes
Am häufigsten im Jahr 2025 im Einsatz war die Gruppe bei plötzlichem Tod oder Reanimation (57 Fälle), zur Betreuung von Angehörigen oder Augenzeugen nach Unfällen (23) oder Suizid eines Verwandten (13 Fälle).
Einsatznachsorge in Magdeburg
Das Kriseninterventionsteam aus dem Regionalverband Harburg wurde auch im bundesweiten Netzwerk der Johanniter-Unfall-Hilfe angefragt: Diese Einsätze fanden im Rahmen der Einsatznachsorge nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg statt. „Auch noch Wochen später war dort die Betreuung und Begleitung von Einsatzkräften notwendig“, erklärt Ingo zum Felde, Leiter des Kriseninterventionsteams.
Team deckt 24-h-Bereitschaft ab
Das Team der Krisenintervention umfasst derzeit 23 Helfende aus unterschiedlichen Berufen oder Ruheständler. Alle arbeiten ehrenamtlich und stellen eine 24-Stunden-Bereitschaft an 365 Tagen im Jahr sicher. Damit sie helfen können, haben die Ehrenamtlichen eine umfassende Ausbildung bei den Johannitern absolviert und sind auf verschiedenste Situationen vorbereitet. Durchschnittlich absolvieren die Helfenden zehn Einsätze pro Monat.
Kostenfreie Ausbildung beginnt im Januar 2026
Am 18. Januar 2026 beginnt ein neuer Ausbildungskurs für Interessierte, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. „Unser Team startete 2011 als kleine Gruppe und wuchs mit den steigenden Einsatzzahlen“, berichtet Ingo zum Felde. „Die Nachfrage zeigt, wie wichtig unsere Arbeit ist. Deshalb wollen wir das Team weiter verstärken.“
Personen, die sich für dieses Ehrenamt interessieren, sollten mindestens 25 Jahre alt, teamfähig und psychisch wie physisch belastbar sein. Sie sollten sich selbst und andere gut einschätzen können sowie offen für verschiedene Weltanschauungen und Religionen sein. Fachliche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die kostenfreie Ausbildung der Johanniter zum Kriseninterventionshelfer umfasst etwa 150 Stunden, findet überwiegend an Wochenenden in Salzhausen statt und dauert ein Jahr. Für weitere Informationen schreiben Sie an: harburg(at)johanniter.de.