Was tun, wenn der Strom ausfällt? Teil 2
Stromausfall? Diese zehn Gadgets halten Ihren Haushalt am Laufen
Ein Stromausfall trifft mehr als nur Licht und WLAN: Kochen, Kühlschrank, Heizen, Bezahlen, Mobilfunk – nichts funktioniert mehr. Mit zehn leicht erhältlichen, bezahlbaren Gadgets bleiben Familien handlungsfähig und überbrücken die Zeit. Wir geben einfach umsetzbare Tipps und erklären, was in welcher Wohnsituation besonders gut funktioniert.
Der Bildschirm bleibt schwarz, der Kühlschrank geht aus, das WLAN ist tot: Bei einem Stromausfall merken wir plötzlich, wie viele Geräte im Haushalt vom elektrischen Strom abhängig sind. Alltagsroutinen geraten ins Wanken. Wer sich auf solche Situationen vorbereitet, kann einen längeren Ausfall der Elektrizität entspannt überbrücken. Für diesen Fall haben wir zehn alltagstaugliche Notfall-Gadgets zusammengestellt: für Familien in der Stadtwohnung ebenso wie für Menschen im Haus mit Garten. „Kleine, gut durchdachte Ausrüstungsgegenstände machen im Ernstfall den Unterschied“, sagt Nicolas Tobaben, Bereichsleiter Katastrophenschutz bei den Johannitern im Landesverband Nord. „Sie sorgen dafür, dass man informiert bleibt, sichern Wärme und die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln.“ Mit unserer Liste bleiben Sie handlungsfähig und leisten nebenbei einen Beitrag zum Bevölkerungsschutz.
Zehn praktische Gadgets für den Stromausfall
1) Gas- oder Campingkocher mit Gaskartuschen
Ein kompakter Campingkocher ersetzt Ihre Küche bei Stromausfall, zum Beispiel für heißen Tee, Babynahrung oder eine einfache Mahlzeit. Wichtig: In der Wohnung nur in sehr gut gelüfteten Bereichen nutzen, auf festen, feuerfesten Untergrund achten und niemals offene Flammen unbeaufsichtigt lassen. Lagern Sie Gaskartuschen kühl, trocken, aufrecht und fern von Hitzequellen, am besten außerhalb der Wohnung, zum Beispiel in einer Garage oder auf dem Balkon, sofern vorhanden. Ein Kohlenmonoxid-(CO)-Melder erhöht die Sicherheit erheblich. Im Haus mit Garten können Sie alternativ draußen kochen, was das Risiko zusätzlich senkt.
2) Faltbares Solarpanel mit USB-Anschluss
Falt-Solarpanels (z. B. 20–100 W) laden tagsüber Handy, Stirnlampe oder Powerbank völlig netzunabhängig. Ideal positioniert sind sie auf der Balkonbrüstung, Fensterbank mit Südausrichtung oder im Hof, in der Wohnung funktioniert es am besten direkt am Fenster mit viel Sonne. Kombiniert mit einer Powerbank überbrücken Sie auch bewölkte Stunden. So bleiben Warn-Apps, Notfallkontakte und wichtige Infos verfügbar.
3) Multi-Powerbank mit USB-Anschlüssen
Eine robuste Powerbank (z. B. 20.000–30.000 mAh) hält mehrere Smartphone-Ladungen bereit, im Zweifel auch für Taschenlampen mit USB-Anschluss, Radio oder E-Reader. Achten Sie auf mehrere Ausgänge und eine Anzeige der Restkapazität. In Kombination mit einem Solarpanel sichern Sie die Grundkommunikation über Tage. Das BBK empfiehlt ausdrücklich geladene Ersatzakkus und Powerbanks als Teil der Vorsorge.
4) Kurbel- oder batteriebetriebenes Radio
Wenn Mobilfunk und Internet streiken, informiert das Radio weiter: Behörden melden Lagen und Anweisungen über UKW/DAB+. Ein Kurbelradio ist autark, batteriebetriebene Varianten laufen lange mit Ersatzbatterien. Praktisch sind integrierte Funktionen wie Taschenlampe oder Handyladeausgang. Das BBK nennt das Radio explizit als zentrale Informationsquelle in Krisenlagen.
5) Wasserfilter
Fällt der Wasserdruck, ist sauberes Trinkwasser die erste Priorität. Ein kompakter Outdoor-Wasserfilter oder Entkeimungstabletten können in Ausnahmen helfen, wenn Sie auf alternative Quellen zurückgreifen müssen. Besser ist es, früh Leitungswasser zu speichern, etwa in der Badewanne oder im Kanister [LINK zu Beitrag Wanne voll bei Stromausfall]. Dieses Wasser können Sie beispielsweise auch für die Toilettenspülung nutzen. Planen Sie für Trinkwasser zwei Liter pro Person und Tag ein. Im Haus mit Garten erleichtern Regentonnen den Zugang zu Brauchwasser fürs Spülen oder Putzen, Trinkwasserhygiene bleibt aber zwingend.
6) Lichtquellen: Stirnlampe, LED-Laterne, Kurbel-Taschenlampe
Mit einer Stirnlampe bleiben Ihre Hände frei, das ist Gold wert beim Treppensteigen, Kochen oder Wickeln in dunklen Räumen. LED-Laternen leuchten ganze Zimmer aus und sind sicherer als offene Flammen. Kurbel-Taschenlampen sind unendlich oft „aufladbar“ und ideal als Backup. In engen Wohnungen helfen verteilte, kleine Lichtquellen, Stolperfallen zu vermeiden.
7) Kerzen + Sturmfeuerzeug
Kerzen schaffen nicht nur Romantik, sondern sorgen für Grundbeleuchtung und Orientierung, wenn Batterien geschont werden müssen. Nutzen Sie unbedingt standsichere, nicht brennbare Halter, achten Sie auf Abstand zu Vorhängen, Regalen, Kuscheldecken und Deko und lassen Sie Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen. Ein windfestes Sturmfeuerzeug funktioniert auch bei Zugluft auf dem Balkon oder im Garten. Als dauerhafte Raumbeleuchtung sind LEDs jedoch sicherer und effizienter.
8) Notfall-Wärmedecken: Wolldecken oder Rettungsdecken
Ohne Strom wird’s rasch kühl in der Wohnung. Mehrere Wolldecken pro Person halten warm, auch wenn die Heizung ausfällt. Auch Rettungsdecken gehören in jeden Haushalt: Die silberne Seite nach innen reflektiert die Körperwärme und schützt vor Wärmeverlust. Auch vor Zugluft schützen die praktischen und leichten Decken. Bewahren Sie Ihre Rettungsdecke am besten bei Ihrem Erste-Hilfe-Set auf, dann ist sie stets griffbereit. In der Wohnung lässt sich ein „warmer Raum“ einrichten, in dem sich alle aufhalten. Im Haus können Sie zusätzlich einzelne Räume abriegeln, um Wärme zu bündeln.
9) Faltbare Kühltasche oder Kühlbox mit Kühlakkus
Eine isolierte Kühltasche mit vorgefrorenen Akkus verzögert das Erwärmen empfindlicher Lebensmittel oder Medikamente. Öffnen Sie Kühlschrank und Gefrierfach so selten wie möglich und lagern Sie Wichtiges zwischenzeitlich in der Kühltasche. In der Stadtwohnung spart das Platz, im Haus kann die Box auch draußen oder in einem Schuppen kühl stehen (schattig, tierschutzsicher). Kennzeichnen Sie Medikamente, achten Sie auf Haltbarkeit und prüfen Sie verbindliche Lagerhinweise des Herstellers.
10) Multifunktionswerkzeug und manuelle Küchenhelfer
Ein kompaktes Multitool ersetzt den halben Werkzeugkasten: Messer, Zange, Feile und Schraubendreher sind hilfreich bei kleinen Reparaturen. Manuelle Küchenhelfer wie Dosenöffner, Korkenzieher oder eine Hand-Kaffeekanne mit Filter machen unabhängig vom Strom. Auch in beengten Küchen lassen sie sich platzsparend lagern und sind auch im Urlaub als Zweitnutzung praktisch. Halten Sie alles griffbereit an einem definierten Ort, den alle Haushaltsmitglieder kennen, damit Sie im Notfall nicht suchen müssen.
Fazit
Vorbereitung ist kein Hexenwerk: Sie beginnt mit ein paar sinnvollen Anschaffungen, Absprachen im Familienkreis und klaren Abläufen. „Wir können es nicht oft genug wiederholen: Wenn Menschen für einige Tage selbstständig zurechtkommen, entlastet das die Einsatzkräfte und Hilfe erreicht schneller diejenigen, die sie wirklich brauchen“, sagt Nicolas Tobaben. Gerade in der Großstadtwohnung bringen kleine praktische Lösungen schon sehr viel, im Haus mit Garten hat man mehr Platz und ist etwas flexibler. „Mit Kurbelradio, Wasservorrat, Taschenlampen und einfacher Kochmöglichkeit sind Sie bereits entscheidende Schritte voraus“, so Tobaben. Kurzum: Sie sind „Bereit. Für alle Fälle.“