Sarah Schnörwangen: Motorradstaffel Hamburg

Zwei Räder und ein Ehrenamt für die Seele

Sarah Schnörwangen ist ehrenamtliches Mitglied der Johanniter-Motorradstaffel Hamburg. Mit dem Einsatzmotorrad ist die 27-Jährige schnell am Notfallort und übernimmt die Erstversorgung von Verletzten. So verbindet die junge Frau ihr Hobby mit dem Engagement für ihre Mitmenschen.


Frauen auf Motorrädern sind inzwischen ein gewohnter Anblick, Frauen bei Motorradstaffeln sind hingegen eher selten. Und die Johanniter-Motorradstaffel Hamburg hat gleich drei Fahrerinnen. Eine davon ist Sarah Schnörwangen. Die 27-Jährige ist ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin, seit 2014 arbeitet Sarah in einem Hamburger Krankenhaus. Und wie in ihrer Heimatstadt Syke in Niedersachsen ist sie auch in Hamburg bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv.
„2016 bot mir ein Kollege von der Feuerwehr an, ihn zu einem Treffen der Johanniter-
Motorradstaffel zu begleiten. Mein erster Einsatz war dann der Megamarsch Hamburg – und für mich war klar: Das ist genau mein Ding!“ Neben den Großveranstaltungen sorgt
die rein ehrenamtlich besetzte Staffel auch bei Sportereignissen, Kirchentagen, Sternfahrten und auf Autobahnen für eine schnelle medizinische Erstversorgung. „Normalerweise übernehme ich in der Notaufnahme eines Hamburger Krankenhauses
die zu behandelnden Personen, bei meinen Johannitern-Einsätzen bin ich dann als Erstversorgerin vor Ort. Beides hilft mir sehr, mich beruflich weiterzuentwickeln. Zurzeit bereite ich meine Bewerbung für die Fachweiterbildung Notfallpflege vor.“

Sarah Schnörwangen (Mitte) mit einem Teil des Staffelteams aus Hamburg

Sicherer ist Sarah auch auf dem Motorrad geworden. „Mit 17 Jahren habe ich meine Eltern überzeugt, dass ich neben dem Autoführerschein auch den Motorradschein mache. Mit 21 habe ich dann den Motorradführerschein Klasse A (den schwersten seiner
Klasse) bestanden. Aber durch die vielen Einsätze und die Fahrsicherheitstrainings bin ich eine viel sicherere Fahrerin geworden.“ Denn die Motorradstaffel unterstützt ebenfalls Einsätze der Rettungshundestaffel. Dass es dafür oft in unwegsames Gelände geht, ist klar – und dafür muss regelmäßig trainiert werden. „Privat fahre ich eine Honda NC750x, aber unsere Einsatzmaschinen sind mit dem ganzen medizinischen Equipment – wir haben für die Erstversorgung von Pflaster, Schere, Verbandsmaterial bis hin zum Automatisierten Externen Defibrillator (AED) zur Wiederbelebung bei  Herzstillstand alles an Bord – noch um einiges schwerer. Da muss immer wieder geübt und trainiert werden, vor allem im Gelände.“
Und gerade deshalb wird Sarah doch der ein oder andere verwunderte, aber auch anerkennende Blick zugeworfen, wenn sie vom Einsatz-Bike steigt. „Das ist immer witzig, macht mich aber ein bisschen stolz. Bei meiner Johanniter-Familie kann ich meine berufliche Berufung und meine Motorrad-Leidenschaft ausleben. Dazu das coolste Team, das sich gegenseitig unterstützt und in dem jeder für jeden da ist.“
Sarahs Tipp für Interessierte: Wer sich der Staffel anschließen möchte, braucht nicht
zwingend einen Motorradführerschein. Die Johanniter-Quads können mit einem normalen Autoführerschein Klasse B gefahren werden!

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