Kindertrauer in der Fastenzeit: Halt und Hoffnung im Johanniter-Trauerzentrum Lacrima
Gemeinsam erinnern, fühlen und gestalten – professionelle Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche
Die Fastenzeit steht für viele Erwachsene für bewussten Verzicht – auf Alkohol, Süßigkeiten oder digitale Medien. Für trauernde Kinder jedoch bedeutet Verzicht etwas ganz anderes: Sie erleben Tag für Tag den schmerzhaften Verlust eines geliebten Menschen.
Wenn Mama, Papa, ein Geschwisterkind oder eine nahestehende Person stirbt, verändert sich das Leben eines Kindes grundlegend. Es fehlt die vertraute Stimme, die Umarmung, gemeinsame Rituale oder das abendliche Vorlesen. Diese Form der Kindertrauer ist besonders herausfordernd – gerade in Zeiten wie der Fastenzeit, die von Besinnung und innerem Innehalten geprägt ist.
Kindertrauer verstehen: Warum Kinder anders trauern
Kinder trauern anders als Erwachsene. Sie wechseln zwischen intensiven Gefühlen und scheinbar unbeschwertem Spiel. Deshalb brauchen sie einen geschützten Raum für ihre Trauer – einen Ort, an dem alle Gefühle erlaubt sind: Traurigkeit, Wut, Angst oder auch Freude.
„Wir können innehalten, lauschen und Gefühle wahrnehmen“, sagt Diakon Tobias Rilling von Lacrima. „Kinder erinnern sich an Worte, Sprüche oder kleine Eigenheiten des verstorbenen Menschen – an all das, was ihnen wichtig war und bleibt. Als Bezugsperson kann ich gemeinsam mit dem Kind bewusst die Erinnerungen aufleben lassen, kleine Rituale gestalten."
Rituale in der Fastenzeit: Erinnern, gestalten und Halt finden
Die Fastenzeit bietet eine besondere Möglichkeit, gemeinsam zu erinnern und Trauer aktiv zu gestalten. Eltern und Bezugspersonen können mit Kindern:
- kleine Erinnerungsrituale entwickeln
- das Lieblingsessen der verstorbenen Person kochen
- ein Erinnerungsbuch mit Fotos, Zeichnungen und Geschichten gestalten
- besondere Sprüche oder gemeinsame Erlebnisse festhalten
Solche Rituale helfen Kindern, ihre Trauer auszudrücken und gleichzeitig Hoffnung zu erleben. Auf dem Weg zu Ostern – dem Fest der Auferstehung und des Neubeginns – kann ein lebendiges Andenken entstehen, das Trost spendet.
Ostern als Zeichen der Hoffnung für trauernde Kinder
Im Übergang von der Fastenzeit zu Ostern, vom Winter zum Frühling, wenn die Dunkelheit dem Licht weicht, wird noch einmal besonders klar, dass neben der Trauer auch zugleich Freude da sein darf: Es ist traurig, dass der geliebte Mensch nicht mehr da ist. Und gleichzeitig kann das Kind allein, in seiner Familie oder mit Freunden lachen, spielen und Neues erleben.
Und an Ostern kann am Grab oder einem Gedenkort eine Kerze brennen, als Symbol für das Licht und die innere Verbundenheit mit dem geliebten verstorbenen Menschen.
Professionelle Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche bei Lacrima
Im Johanniter-Trauerzentrum Lacrima begleiten erfahrene Fachkräfte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie ihre Familien individuell auf ihrem persönlichen Trauerweg.
Die Trauerarbeit mit Kindern erfolgt altersgerecht und bedarfsgerecht – unter anderem durch:
- Gruppenangebote für trauernde Kinder
- Kreativangebote
- Bewegungsraum
- geschützte Ruhe- und Gesprächsräume
- Outdoor-Trauergruppen mit Naturerlebnissen
- tiergestützte Trauerbegleitung
Ziel der Kindertrauerbegleitung ist es, jungen Menschen Stabilität, Ausdrucksmöglichkeiten und neue Perspektiven zu geben – besonders in emotional herausfordernden Zeiten wie der Fastenzeit.
Geben Sie Kindern Hoffnung und Lebensfreude zurück und unterstützen Sie die Trauerbegleitung durch Ihre Online-Spende.