Wir bieten eine würdige Sterbebegleitung

Uns geht es um die ganzheitliche und würdevolle Betreuung von Schwerkranken, Sterbenden und deren Angehörigen

Hospizarbeit der Johanniter

Liebevolle Begleitung durch unsere Hospizdienste

Im Sinne der Hospizbewegung setzen sich die Johanniter für einen offenen Umgang mit dem Abschiednehmen ein und begleiten Sterbende und ihre Angehörigen gemeinsam auf diesem schweren Weg. Sterben ist Teil des Lebens. Mit unserer Arbeit wollen wir die Lebensqualität der Betroffenen in ihrer letzten Lebensphase verbessern und den Angehörigen Halt und Unterstützung geben. Dabei steht unser stationäres und ambulantes Hospizangebot allen Konfessionen und Glaubensrichtungen offen. 

Abschied ist die innigste Form menschlichen Zusammenseins.
Hans Kudszus, Schriftsteller

Der Wunsch, zu Hause zu sterben

Hospizarbeit ist für uns die Begleitung im Leben. Bis zuletzt. Unsere bundesweit 18 ambulanten Hospiz- und Familienbegleitdienste haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen am Lebensende in ihrer vertrauten, häuslichen Umgebung würdevoll und mit Respekt zu begleiten. Der sterbende Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen steht dabei stets im Mittelpunkt unseres Handelns.

Das gilt sowohl für die ambulante Hospizarbeit als auch für die Arbeit in unseren sechs stationären Einrichtungen. Die Betroffenen allein bestimmen den Weg, den sie gehen, und wie weit und intensiv sie von uns begleitet werden möchten. In einer Atmosphäre der Geborgenheit und Nähe berücksichtigen wir sowohl die Wünsche nach Kontakt als auch nach Ruhe und Rückzug.

„Würdiges Sterben“ bedeutet für uns, den richtigen Rahmen zu schaffen. Wir sorgen auf Wunsch für eine seelsorgerische Begleitung und vermitteln Pflegefachkräfte, Ärztepersonal, Palliativmediziner und Trauertherapeuten. Als Gesprächspartner stehen unsere ehrenamtlichen Lebens- und Sterbebegleitenden selbstverständlich auch den Angehörigen und Freunden vertraulich zur Seite. Sie sind stundenweise vor Ort und halten Sitzwachen, in besonderen Fällen auch nachts. Sie sind einfach da und hören zu, helfen bei der Erstellung einer Patientenverfügung und gehen mit viel Empathie auf Gefühle und Ängste ein. Die Lebens- und Sterbebegleitenden erfüllen für den Sterbenden letzte Wünsche und helfen dabei, Abschied zu nehmen. 

Begleitung in stationären Johanniter-Hospizen

Wenn nach schwerer Krankheit eine Behandlung im Krankenhaus nicht mehr sinnvoll oder gewünscht ist, bieten unsere sechs Hospize eine liebevolle Heimat für den letzten Weg am Lebensende. Unsere stationären Einrichtungen bieten den Sterbenden eine optimale palliativmedizinische Versorgung und eine Atmosphäre der Geborgenheit und Sicherheit. 

Vor allem, wenn der Zustand der Patientinnen oder Patienten eine besondere medizinische Betreuung erfordert, sind unsere Johanniter-Hospize der geeignete Ort. Wir haben uns in besonderem Maße einer ganzheitlichen Betreuung verschrieben. Denn auf dem letzten Lebensweg geht es nicht nur darum, körperlichen Schmerz zu lindern, sondern auch mit den Gefühlen und dem Schmerz über die eigene Vergänglichkeit fertig zu werden. Daher stehen den Sterbenden in unseren Einrichtungen neben den medizinischen Fachkräften auch Seelsorger zur Seite. 

Und auch den Angehörigen stehen wir bei, wenn sie mit dem nahen Tod geliebter Menschen konfrontiert werden. Sie haben die Möglichkeit, sich an Gesprächskreisen zu beteiligen, mit ehrenamtlichen Hospizhelfenden zu reden und auch, dank Übernachtungsmöglichkeiten in unseren Gästezimmern, ihren Lieben nahe zu sein.

Die Menschen geben uns den Weg vor

Insgesamt engagieren sich über 300 ehrenamtliche Lebens- und Sterbebegleitende in der Hospizarbeit der Johanniter. Selbstverständlich schulen wir unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter, damit sie die ihnen anvertrauten Menschen auf ihrer letzten Etappe mit Empathie und Feingefühl begleiten können. Die Krankenkassen leisten mit einer Förderung einen Zuschuss zu der Arbeit der ambulanten Hospizdienste. Zur Deckung aller Kosten sind die Dienste auf die finanzielle Unterstützung unserer Spender und Stifter angewiesen. Möchten Sie in der Hospizbewegung mitwirken? Dann werden Sie zum Lebens- und Sterbebegleitenden bei den Johannitern. Mit dieser wertvollen Arbeit entlasten Sie die Menschen, die sich in der letzten Phase ihres Lebens befinden. 

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.
Cicely Saunders, Gründerin der Hospizbewegung

Der Hospizgedanke

Der Gedanke, den Alten und Kranken beizustehen und sie in einer sicheren und ruhigen Umgebung bis zum Tod zu pflegen und zu versorgen, ist sehr alt. Ursprünglich bedeutet das Wort Hospiz „Herberge“ oder „Raststätte“. Im Mittelalter waren diese Orte von Mönchen in unwegsamen Gegenden oder an viel besuchten Wallfahrtsorten errichtet worden. Das Hospiz galt als Zufluchtsstätte für Pilger und Reisende, die sich hier von den Strapazen ihrer beschwerlichen Wanderung erholen konnten. Die „Hospizmönche“ leisteten aber auch Erste Hilfe und behandelten kranke und sterbende Menschen. Aus dieser Arbeit ist vor mehr als 900 Jahren der Johanniterorden hervorgegangen.

Diese Idee steht auch heute noch für die Hospizbewegung: Menschen am Ende ihrer Lebensreise beizustehen, unabhängig von dem Ort und der Situation, in der sie leben. Als Begründerin der modernen Hospizidee gilt die englische Krankenschwester und Ärztin Cicely Saunders. Während ihrer Arbeit mit unheilbar an Krebs erkrankten Menschen gelangte sie zu der Überzeugung, dass Sterbende eine ganzheitliche Betreuung benötigen, zu der seelischer Beistand ebenso gehört wie medizinische Hilfe, um die Schmerzen zu lindern.

Das Sterben als letzte Phase des Lebens rückte dadurch wieder mehr in das Bewusstsein der Gesellschaften. In Deutschland galt der Ansatz aber lange Zeit als umstritten. So entstanden erst in den 1980er-Jahren hierzulande ambulante Hospizdienste, meist getragen von Bürgerinitiativen. Ehrenamtliche pflegten und betreuten die Todkranken zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung. 1986 eröffnete das erste stationäre Hospiz. Heute gibt es bundesweit mehr als 200 solcher Einrichtungen, darunter sechs bei den Johannitern, und weit über 1.000 ambulante Hospizdienste, 18 davon  bei den Johannitern. 

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