Ernährungsberatung

Die Ernährungsberatung spielt unter vielen Aspekten in der Behandlung und Begleitung unserer CED-Patienten eine maßgebliche Rolle:

Viele Patienten mit CED weisen aufgrund der chronischen Bauchschmerzen, assoziiert mit geringerer Nahrungsaufnahme, aufgrund der rez. Durchfälle und einer durch die Entzündung verursachten Inappetenz einen schlechten Ernährungszustand auf. So sind Patienten mit inadäquater Behandlung bei Erstvorstellung in unserem Zentrum oftmals deutlich untergewichtig und weisen erhebliche Mangelerscheinungen auf. Neben der zwingend notwendigen Kontrolle des Entzündungsgeschehens in dieser Situation kann dann durch gezielte Ernährungsberatungen eine entsprechende fachspezifische Betreuung der Patienten wesentlich rascher eine Verbesserung des Ernährungszustandes und ein Ausgleich der Mangelerscheinungen herbeigeführt werden. Sehr viele Patienten leiden insbesondere unter einem Eisenmangel, zumal bei Entzündung im Körper die Aufnahme von Eisen aus dem Darm erheblich gestört ist, wie auch viele Patienten krankheitsbedingt einen erheblich verminderten Konsum von Fleisch und eisenhaltigen Nahrungsmitteln aufweisen. Hier kann eine entsprechende Nahrungsberatung zu einer erheblichen Verbesserung der Situation führen.

Viele Patienten mit CED weisen zudem einen deutlichen Eiweißmangel auf. Die Entstehung eines Eiweißmangels wird bei Patienten mit CED durch unterschiedliche Faktoren begünstigt. So verlieren die Patienten in entzündlich veränderten Darmabschnitten oftmals erhebliche Mengen Eiweiß über den Darm. Darüber hinaus entsteht bei Unwohlsein durch veränderte Nahrungszufuhr oftmals auch ein ernährungsbedingter Eiweißmangel. Schließlich bewirkt die oftmals angewandte „Kortisontherapie“ einen erheblichen Abbau der körpereigenen Muskelmasse mit entsprechendem Muskelschwund („Sarkopenie“). Neben einer effektiven antientzündlichen Therapie kommt hier ebenfalls der Ernährungsberatung eine erhebliche und bedeutsame Rolle zu. Dem Patienten wird die Bedeutung der eiweißreichen Ernährung erklärt und er wird darin geschult, die tägliche Eiweißmenge zur berechnen und für eine gesteigerte Eiweißzufuhr durch Ernährungsmodifikation und Ernährungsergänzungen zu sorgen.

Leider kommt es vor allem mit Patienten mit Morbus Crohn nicht selten zur Entstehung von Engstellen im Darm. Bedingt durch die Wahrnehmung einer vermehrten Schmerz- und „Stau“-Symptomatik stellen viele Patienten sich bereits selbständig und „automatisch“ auf diese Engen im Darm ein, indem sie sich oftmals „nur noch passierte Kost“ oder gar flüssige Kost zuführen. Neben einer entsprechenden ggf. endoskopischen oder auch chirurgischen Behandlung dieser Engstellen ist auch hier eine Ernährungsberatung von besonderer Bedeutung. So kann dem Patienten mit CED vermittelt werden, welche Nahrungsmittel bei Vorliegen von Stenosen mit besonderen Gefahren für einen Darmverschluss in Verbindung zu bringen sind (z. B. Ananasstücke oder al dente gekochter Rosenkohl). Auch hier kann eine professionelle Ernährungsberatung zu einer erheblichen Verbesserung der klinischen Situation und einer entsprechenden Gefahrenminderung für unsere Patienten führen.