Klinisches Ethik-Komitee

Wer kennt das nicht - man steht zwischen zwei gleichwertigen Entscheidungen, jeweils mit guten Argumenten unterfüttert, und findet keinen Weg zur Problemlösung. "Entscheide ich im Sinne meines Angehörigen?" oder "Möchte ich diese Behandlung (noch)?" sind z.B. schwierige Fragestellungen, denen jeder einmal ausgesetzt sein kann.

In der Medizin sind mit dieser Situation oft alle Beteiligten (Patienten, Angehörige, Pflegekräfte und Ärzte) belastenden Klärungsprozessen ausgesetzt, die Kraft kosten und oftmals auch mit einer erheblichen psychischen "Narbenbildung" einhergehen.

Um diesen - im Einzelfall trotzdem notwendigen - Klärungsprozess über das weitere Vorgehen zum Beispiel bei einem Patienten in kritischer Situation einerseits zu versachlichen, andererseits ethische und rechtliche Aspekte genügend zu würdigen, hat sich das Johanniter-Krankenhaus entschlossen, ein Ethik-Komitee zu etablieren.

Das Ethik-Komitee setzt sich aus Vertretern der Pflege, Ärzten, einem Diakon und anderen zusammen. Angerufen werden kann es sowohl von Mitarbeitern des Krankenhauses als auch von Patienten oder ihren Angehörigen.

Innerhalb von 48 Stunden nach Kontaktaufnahme soll dann nach der Fallbesprechung eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen durch das Komitee ausgesprochen werden.

Nicht zuletzt soll auf diesem Wege ausdrücklich das Selbstbestimmungsrecht des Patienten bzw. seines gesetzlichen Vertreters gestärkt werden.

Der Kontakt kann über das Sekretariat der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie hergestellt werden oder Sie sprechen einen Mitarbeiter an.

Klinisches Ethik-Komitee im Johanniter-Krankenhaus Gronau

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten, sehr geehrte Angehörige, das Klinische Ethik-Komitee (KEK) möchte Sie mit diesen Informationen über die Möglichkeit ethischer Beratung in unserem Krankenhaus informieren.

Ethik im Krankenhaus

Die Möglichkeiten der Medizin werfen bei Therapie und Pflege von Patientinnen und Patienten immer wieder ethische Fragen auf. Beispiele ethischer Entscheidungssituationen sind:

  • Fragen zur Therapiebegrenzung
  • Unklarheit in Bezug auf den Willen der Patientin oder des Patienten
  • Sinnvolle therapeutische Maßnahmen im Sterbeprozess
  • Einleitung, Ablehnung oder Reduzierung einer medizinischen Behandlung
  • In Entscheidungssituationen, in denen nicht allen Beteiligten klar ist und auch keine ausreichende Einigkeit darüber besteht, welche Maßnahme für die Betroffenen die Beste ist, besteht die Möglichkeit der ethischen Fallbesprechung, die über das KEK beantragt werden kann.

Ziel der ethischen Fallbesprechung ist es, zur Lösung eines ethischen Konfliktes im Einzelfall beizutragen. Sie dient dazu, bei der Suche nach einer ethisch begründeten und für alle Beteiligten nachvollziehbaren Entscheidung zu helfen.

Das Klinische Ethik-Komitee (KEK)

Unser KEK ist ein berufsübergreifendes Diskussionsforum für ethische Entscheidungskonflikte im klinischen Alltag. Es dient sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses als auch Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen als Ansprechpartner.

Neben der Durchführung klinischer Fallbesprechungen umfassen die Aufgaben des KEK auch die Entwicklung ethischer Leitlinien sowie die Organisation von Fort- und Weiterbildungen zu ethischen Themen in unserem Haus. Dem Klinischen Ethik-Komitee gehören Mitglieder verschiedener Berufsgruppen an.

Die ethische Fallbesprechung

In aller Regel lassen sich die ethischen Fragen im Gespräch mit den behandelnden Ärzten und Pflegekräften klären. In Ausnahmefällen kann es allerdings sinnvoll sein, das KEK einzubeziehen und um die Durchführung einer ethischen Fallbesprechung zu bitten.

Eine Ethische Fallbesprechung wird von einem ausgebildeten Moderator geleitet; es nehmen Mitarbeiter verschiedener Berufsgruppen teil. Am Ende einer ethischen Fallbesprechung steht eine Empfehlung für das weitere Handeln im konkreten Fall. Die wesentlichen ethischen Aspekte und Entscheidungsgrundlagen der Diskussion werden abschließend dokumentiert und den Patientenakten beigefügt.

Sprechen Sie einen Mitarbeiter Ihres Vertrauens an oder melden Sie sich im Sekretariat der Allgemein- und Viszeralchirurgie, wenn Sie Hilfe bei ethischen Fragen wünschen.