23.03.2026 | Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen

Erstmals allergisch - was nun?

Heike Lehmann-Pötzsch über die Zunahme und Vorbeugung von Allergien

Heike Lehmann-Pötzsch ist leitende Oberärztin am Zentrum für Allergologie und Asthma des Johanniter-Krankenhauses Treuenbrietzen. Sie beantwortet kurz Fragen rund um Allergien.

Nehmen Allergien zu?

Allergien werden tatsächlich immer häufiger. Besonders bei Atembeschwerden, wie dem allergischen Schnupfen (auch Heuschnupfen genannt), ist das deutlich zu merken. Ein Grund dafür ist, dass die Pollensaison immer länger dauert. 

Aber auch andere Allergien treten häufiger auf. Das liegt unter anderem an den Veränderungen in unserem Lebensstil. Spannende Studien zeigen, dass die vielen Zusatzstoffe in der heutigen Nahrung dazu beitragen, dass immer mehr Menschen Unverträglichkeitsreaktionen entwickeln.

Erstmals eine allergische Reaktion - was nun?

Aus meiner klinischen Erfahrung weiß ich, wie wichtig es ist, dass Patienten ein Gedächtnisprotokoll führen. Dabei sollten sie festhalten:

  • was sie in den letzten sechs bis acht Stunden gegessen haben
  • ob sie sportlich aktiv waren
  • ob sie getanzt haben
  • ob sie ein Glas Wein getrunken haben usw.

Zusätzlich sollten sie genau notieren, welche Symptome aufgetreten sind – zum Beispiel, ob die Hände oder Füße gekribbelt haben oder ob sie sich unwohl gefühlt haben. 
Wenn solche Symptome auftreten, ist es ratsam, schnell einen Allergologen oder eine Allergologin aufzusuchen.
Die Anmeldung kann entweder über den Hausarzt oder direkt beim Allergologen erfolgen.

Kann man Allergien vorbeugen?

Bei Nahrungsmitteln ist es immer sinnvoll, möglichst wenig verarbeitete Nahrung zu sich zu nehmen, d. h. frisch und gesund zu kochen und auf Fertiggerichte zu verzichten. 

Bei Heuschnupfen gibt es keine bekannte Möglichkeit zur Vorbeugung. Auch der oft zitierte Bauernhofeffekt - dass Kinder, die auf dem Bauernhof gelebt haben, weniger von Allergien oder Asthma betroffen sind - hält nicht unbegrenzt. Neue Studien zeigen eben, dass dieser Effekt nur von begrenzter Dauer ist.

Wo finde ich Hilfe?

Es gibt den Ärzteverband Deutscher Allergologen AEDA. Auf dessen Webseite findet man unter „aeda.de/allergologen-suche/“ Adressen in der eigenen Region.

Zentrum für Allergologie und Asthma Treuenbrietzen

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