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16.03.2026 | Johanniter-Krankenhaus Stendal

Exoskelette in der Testphase

Forschungsprojekt untersucht Assistenzsystem für Pflegekräfte

Pflegefachkraft Lea-Sophie Naue hilft (hier symbolisch) einem Patienten aus dem Bett. Pflegedirektorin Beate Wogawa (am Fenster links) und Prof. Claudia Wendel von der Hochschule Magdeburg

Schweres Heben, ungünstige Körperhaltungen und körperlich belastende Tätigkeiten gehören für Pflegekräfte zum Alltag. Am Johanniter-Krankenhaus Stendal wird derzeit ein neuer Ansatz getestet, der den Rücken der Mitarbeitenden entlasten könnte: 21 Pflegefachkräfte erproben rückenunterstützende Exoskelette.

 Der Praxistest findet im Rahmen des Forschungsprojekts „ELSA LogiCare“ der Hochschule Magdeburg-Stendal statt. Ziel ist es zu untersuchen, ob technische Assistenzsysteme Pflegekräfte im Arbeitsalltag tatsächlich unterstützen können. „Die körperliche Belastung in der Pflege ist hoch“, sagt Pflegedirektorin Beate Wogawa. „Wenn Patientinnen und Patienten mobilisiert oder umgelagert werden müssen, kostet das viel Kraft. Deshalb suchen wir gezielt nach Lösungen, die unsere Mitarbeitenden im Alltag entlasten und ihre Gesundheit langfristig schützen.“

 Die getesteten Exoskelette funktionieren ähnlich wie ein leichter Rucksack. Sie werden am Oberkörper getragen und zusätzlich an den Beinen befestigt. Beim Bücken und Heben spannen sich elastische Elemente und unterstützen anschließend beim Aufrichten.

„Wir untersuchen nicht nur mögliche körperliche Effekte, sondern auch, ob die Technik im Arbeitsalltag praktikabel ist und von den Pflegekräften akzeptiert wird“, erklärt Wendi Sieber vom Forschungsteam der Hochschule Magdeburg-Stendal.

 Auch Pflegefachkraft Lea-Sophie Naue nimmt am Praxistest teil. „Ich bin gespannt, wie gut sich das Exoskelett in den Arbeitsalltag integrieren lässt und ob es tatsächlich eine spürbare Unterstützung bietet“, sagt sie.

 In den kommenden drei Monaten begleiten Forschende die Testphase auf den Stationen. Das Johanniter-Krankenhaus Stendal ist der erste klinische Partner im Projekt. Das Forschungsprojekt läuft bis Ende 2027 und wird vom Land Sachsen-Anhalt sowie der Europäischen Union gefördert.