Studie zur Medikamentenadhärenz in der Onkologie
Psychoonkologin Dr. Janine Jänisch promovierte an der Hochschule Magdeburg-Stendal
Dr. Janine Jänisch, Leitende Klinische Psychologin am Johanniter-Krankenhauses Stendal, untersuchte in ihrer Dissertation ein bedeutendes Thema der onkologischen Versorgung – die Medikamentenadhärenz (d.h, die korrekte Einnahme von Medikamenten). Im Mittelpunkt ihrer Forschung stand ein Fragebogen, der das Verhalten der Patientinnen und Patienten beim Umgang mit ihren Medikamenten erfasst, das heißt, ob sie sie ihre Medikamente zuverlässig einnehmen und Therapiepläne einhalten. Bisher wurde dieses Instrument bei Schmerzpatienten, Nierentransplantierten und neurologischen Patientengruppen eingesetzt. Jänischs Studie prüfte nun erstmals, ob der Fragebogen auch in der Onkologie angewendet werden kann.
Das Forschungsthema von Dr. Janine Jänisch wurde in Kooperation zwischen der Hochschule Magdeburg-Stendal und dem Onkologischen Zentrum des Johanniter-Krankenhauses entwickelt. Ziel ist es, nicht nur die Medikamenten-Adhärenz bei onkologischen Patientinnen und Patienten zu untersuchen, sondern auch eine der Voraussetzungen für die Zertifizierung als Onkologisches Zentrum für das Johanniter-Krankenhaus Stendal zu erfüllen.
Gerade für Krebspatientinnen und -patienten ist eine korrekte Medikamenteneinnahme essenziell. Auch nach einer erfolgreichen Operation oder Chemotherapie müssen viele Betroffene dauerhaft Medikamente einnehmen, oft in komplexen Therapieplänen – eine Herausforderung, die sie selbstständig zu Hause bewältigen müssen. „Einige vergessen die Einnahme, vernachlässigen sie oder leiden unter Einschränkungen wie einer Demenz. Die Gründe sind vielfältig“, erklärt Jänisch.
Für ihre Dissertation wertete sie die Daten von 215 Patientinnen und Patienten des Johanniter-Krankenhauses im Alter zwischen 37 und 88 Jahren aus. Ziel war es herauszufinden, ob der Fragebogen auch in der Onkologie verlässliche Hinweise zur Medikamentenadhärenz liefert.
Nutzen: Wird eine niedrige Medikamententreue frühzeitig erkannt, können Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie weitere Mitarbeitende im Gesundheitssystem gezielt unterstützende Maßnahmen einleiten. Dazu gehören unter anderem Schulungen für die Patientinnen und Patienten oder deren Angehörige. Auch Psychoonkologinnen wie Dr. Janine Jänisch selbst spielen eine wichtige Rolle: Sie bieten Gespräche und Strategien an, die Betroffenen helfen, sicherer und strukturierter mit ihrer Medikation umzugehen.