(Kreuz-) Bandverletzung

Schematische Darstellung der vorderen Kreuzbandplastik. (Zeichnung Dr. J. Gruß)

Die vielen neuen minimalinvasiven arthroskopischen Versorgungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren massiv verändert. Die Frühversorgung der Mehrbandverletzung mit direkter Naht und Verstärkung durch Kunstbänder hat sich gegenüber der konservativen oder verzögerten Versorgung durchgesetzt. Auch in der Kreuzbandchirurgie hat sich einiges geändert. So sprechen wir heute von personalisierter Kreuzbandchirurgie. Das bedeutet u.a., dass das jeweilige verwendete Transplantat auch der Verletzung angepasst wird. Als Transplantat können unterschiedliche körpereigene Sehnen, z.B. die Quadricepssehne, die Semitendinosussehne, die Patellarsehne und andere verwendet werden. Auch eventuelle Begleitpathologien werden von vornherein in ein dezidiertes Behandlungskonzept mit aufgenommen und beeinflussen die Therapiestrategie. Zu warten oder eine konservative Therapie spielen für die/den junge(n) aktive(n) Patientinnen(-en) kaum eine Rolle. Aber auch ältere Patienten können noch von einer Bandplastik profitieren. Während die isolierte vordere Kreuzbandverletzung mittlerweile beschleunigt nachbehandelt wird, wird die Nachbehandlung durch Zusatzverletzungen in unterschiedlichem Ausmaß gebremst.