Krankenhaushistorie
01.01.2024: 30 Jahre Johanniter-Trägerschaft
Bettenzahlen (April 2026):
Rheumatologie/Orthopädie und Rheumachirurgie
102 Betten, 21 Plätze Tagesklinik
Zentrum für Psychosoziale Medizin und Mentale Gesundheit
76 Betten, 73 Plätze Tagesklinik (Treuenbrietzen, Jüterbog, Bad Belzig, Beelitz-Heilstätten)
Pneumologie/Thoraxchirurgie:
130/24 Betten, 3 Plätze Tagesklink
429 Betten und tagesklinische Plätze insgesamt.
Das Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen
Eingebettet in die Wälder des Flämings liegt das Johanniter-Krankenhaus am Rande der Stadt Treuenbrietzen. Die Klinik ist seit 1994 evangelisch geprägt durch den Johanniterorden.
Frühe Wurzeln als sozialer Ort
Das heutige Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen hat seine Wurzeln in der Entstehung eines Wandererarbeitsheimes und ist eng mit dessen Geschichte verknüpft. 1912-1914 wurde es im Auftrag der Brandenburgischen Provinzialregierung mit ca. 235 Plätzen für „wanderarme“ Landflüchtlinge errichtet.
Ab 1914 folgte auf dem benachbarten Gelände der Bau einer Pflegeanstalt für 326 sieche Frauen und eines allgemeinen Krankenhauses mit 161 Betten, von denen 44 Betten der Stadt Treuenbrietzen vertraglich zugesichert waren. Am 1. April 1916 ging die neue Anlage in Betrieb - mitten im Ersten Weltkrieg - als Lazarett für tuberkulöse Soldaten. Die guten Erfolge bei der Tuberkulosebehandlung führten 1927 zur Erweiterung um ein Tuberkulosekrankenhaus mit 200 Betten für Frauen.
Kriegswirren
Am 1. September 1939 brach der 2. Weltkrieg aus und das Tuberkulosekrankenhaus wurde zum Reservelazarett mit 200 Betten bis 1944. In dieser Zeit war das Haus durch den laufenden Abzug von ärztlichem und pflegerischem Personal für Frontlazarett-Dienste beeinträchtigt. Mitte Mai 1944 bis zum Ende des 2. Weltkrieges war die Anlage von der Wehrmacht besetzt. Rasch mussten die Tuberkulosekranken in andere Heilanstalten verlegt, viele nach Belzig, bzw. entlassen werden. Die 44 Betten des Allgemeinen Krankenhauses verlagerte man in die Landwirtschaftliche Winterschule Treuenbrietzen aus (heute Gesamtschule Treuenbrietzen). Ab 20. April 1945 gab es mehrmalige Frontwechsel zwischen Roter Armee und Wehrmacht samt Plünderungen aller Einrichtungsgegenstände und Vorräte inklusive Viehbestände. Zirka 10.000 Flüchtlinge und heimkehrende Zwangsarbeiter kreuzten in den folgenden Monaten auf ihren Wegen das Krankenhausgelände. Renovierungen 1947/1948.
DDR-Jahre
Nach der DDR-Gründung 1949 richtete man wieder die Behandlung von Tuberkulose und einen relativ normalen Krankenhausbetrieb ein. Von 1951 an wurde das Haus bis nach der Wende als Kreiskrankenhaus des Kreises Jüterbog genutzt. Als die Tuberkulose in den 1960er Jahren langsam zurück ging, schloss man die Tuberkulosestationen in Treuenbrietzen und verlegte letzten 30 Tuberkulosebetten 1968 in die Beelitzer Heilstätten. Statt dessen entwickelten sich hier ab 1969 eine DDR-weit anerkannte Herzinfarkt- und Schlaganfall-Reha sowie die Anfänge der heutigen Rheumatologie.
Wendejahre, Gebietsreform und Umbau zu Fachkliniken
Mit der Kreisgebietsreform 1993 war die Existenz des Standortes als Krankenhaus gefährdet - da die Stadt Treuenbrietzen vom Kreis Jüterbog in den Kreis Potsdam-Mittelmark wechselte - und hier gab es bereits das Kreiskrankenhaus in Belzig.
Die Rettung war nur möglich durch den Trägerwechsel ab 1. Januar 1994 vom Landkreis zum Johanniterorden und durch die Umwandlung von einem kommunalen Versorgungskrankenhaus in ein Fachkrankenhaus. Es sollte 280 Betten führen und aus den drei Säulen
- Rheumatologie/Orthopädie/Rheumachirurgie
- Zentrum für Psychosoziale Medizin und Mentale Gesundheit
- Pneumologie/Allergologie/Onkologie/Thoraxchirurgie/Beatmungsmedizin
bestehen. Die Rheumatologie gab es bereits seit fast 25 Jahren, auch eine Psychiatrie war 1991 hier neu gegründet worden. 1998 erfolgte der Zusammenschluss mit dem Johanniter-Krankenhaus in Jüterbog. Ebenfalls 1998 wurde die Lungenfachklinik von Beelitz-Heilstätten mit ihrer fast 100-jährigen Tradition an das Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen verlagert und damit der Umbau zum geplanten Fachkrankenhaus abgeschlossen. Mit dem Zuzug der Beelitzer kam auch deren Krankenhausapotheke nach Treuenbrietzen, die bis heute besteht. Im Jahr 2004 etablierte sich zusätzlich der Fachbereich Thoraxchirurgie (zunächst am Standort in Jüterbog) und zog 2006 nach Treuenbrietzen in die Pneumologische Fachlinik. 2009 wurde in der Klinik für Pneumologie ein Bereich zur Entwöhnung langzeitbeatmeter Patienten (Weaning) eröffnet.
Außerdem besteht seit 1992 eine eigene Pflegeschule am Krankenhaus Eingerichtet damals mit 60 Plätzen verfügt sie mittlerweile über 90 Ausbildungsplätze für künftige Pflegefachkräfte.
Investitionen in modernste Ausstattung und Strukturen der Fachkliniken
Viele hochwertige Investitionen in die medizinische Ausstattung sind in die Fachkliniken geflossen, sowohl technisch als auch baulich und strukturell. Ganzkörper-Kältekammer, Therapieschwimmbecken, ein Computertomograph der Spitzenklasse, ein Magnetresonanztomograph, High-Tech-Operationssäle mit HD-Technik für minimalinvasive Operationen (Schlüssellochchirurgie) und neuestes Laserskalpell für Lungenoperationen, LED-OP-Leuchten sowie Licht- und Steuerungstechnik, eine hochmoderne Intensivstation, Navigationsgerät für orthpädischen Endoprothetik-Eingriffe, ein Hydrojet u.v.m. gehören dazu. Außerdem wurde ein Videokonferenzsystem für den OP-Bereich und für Fach-Konferenzen installiert.
Zuletzt kamen 2024 ein hochmoderner CT sowie 2026 ein Spitzengerät aus dem MRT-Spektrum in Haus und schärfen das Profil als hochmodernes Radiologiezentrum mit höchster Spezialisierung auf die klinikeigenen Fachbereiche.
Tagesklinische und ambulante Behandlungsformen
Die Versorgungsstrukturen wuchsen weiter in den teilstationären/tagesklinischen und ambulanten Bereich.
- 2003 entstand eine rheumatologische Tagesklinik
- 2002, 2005, 2008, 2025 nahmen Tageskliniken für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Treuenbrietzen, Jüterbog, Bad Belzig und Beelitz-Heilstätten ihre Arbeit auf.
- Auch eine onkologische Tagesklinik gehört zum Krankenhaus.
- Institutsambulanzen, Sprechstunden und eine ASV Rheumatologie ergänzen die Versorgungskette.
Tochtergesellschaften
- 2002 ging das Johanniter-Gesundheitszentrum für Sozialpsychiatrie als komplementäre Einrichtung in Betrieb.
- 2007 eröffnete das Johanniter-Medianzentrum im Fläming und bietet physio- und ergotherapeutische Gesundheitsleitungen für die Fachkliniken stationär als auch ambulant an. Dazu ambulante Unfall-Reha, Prävention und weitere Leistungen.
- Ebenfalls 2007 entstand das Johanniter-Seniorenzentrum Jüterbog mit 75 Plätzen und einigen altersgerechten und betreuten Wohnungen.
- Seit 2009 stehen im Johanniter-Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) eine pneumologische, rheumatologische und orthopädische Facharztpraxis für ambulante Patienten zur Verfügung. 2026 kam eine hausärztliche Praxis hinzu.
Anerkannte Behandlungsqualität und weithin exzellenter Ruf
Die Fachkliniken sind vielfach durch die zuständigen deutschen Fachgesellschaften zertifiziert mit anerkannten Qualitätssiegeln
- Exzellenzzentrum Thoraxchirurgie der DGT
- zertifiziertes Lungenkrebszentrum der DKG
- Weaningzentrum der DGPn
- Rheumazentrum des Landes Brandenburg
- Gütesiegel des Verbandes Rheumatologischer Akutkliniken
- Osteologisches Schwerpunktzentrum
- Neuromuskuläres Zentrum
- Zeritfizierungen der Radiologie durch die Europäische Fachgesellschaft ESR
Seit 2009 nimmt das Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen an der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) teil und verpflichtet sich damit, seine Behandlungsdaten zu veröffentlichen. Außerdem erscheint jährlich ein strukturierter Qualitätsbericht
Bauliche Erweiterungen
- Ab 2017 begannen bauliche Erweiterungen und Sanierungen des Komplexes.
- 2017/2018 entstand ein Neubau als Multifunktionshaus mit 78 Betten und Funktionsabteilungen für die Lungenfachklinik
Er wurde am 31.01.2019 eingeweiht. Seine Grundsteinlegung am 3. März 2017 erfolgte anlässlich des 100. Krankenhausjubiläums. - Es folgte am 24.10.2019 die Grundsteinlegung anlässlich des 25. Johanniter-Trägerschaftsjubiläums für den Bauabschnitt Psychiatrie "Sanierung und Teilneubau Haus 4/4a" mit Einweihung im August 2021.
- Im April 2024 ging der sanierte Kuhstall im Gutshof als neues MVZ-Ärztehaus in die Nutzung.
- Die nächsten Baupläne für die Fachklinik Rheumatologie werden gerade geschmiedet.
Erfolg
Bundesweit werden seit Jahren in den Krankenhäusern Betten abgebaut und Fachabteilungen geschlossen. Der Abbau ist in der Regel das Ergebnis einer rückläufigen Auslastung. Anders in Treuenbrietzen: Hier hat das zuständige Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz in Potsdam zuletzt im Dezember 2024 dem Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen zusätzliche 16 tagesklinische Plätze genehmigt und kurz danach im März 2025 weitere 7 stationäre Betten für Psychiatrie. Im April 2026 kamen nochmals weitere 10 Plätze für die psychiatrischen Tageskliniken hinzu.
Eine erfreuliche Entwicklung ist seit der Gründung der Fachkliniken 1994 festzustellen; damals geplant mit 280 Betten verfügt das Haus heute über 429 Planbetten.
Im Jahr 2025 wurden ca. 10.000 Patientinnen und Patienten behandelt. Das Krankenhaus betreibt o.g. Tochtergesellschaften und ist mit ca. 720 Mitarbeitern ein wichtiger Ausbildungsort und Arbeitgeber in der Region.
Festschrift 100 Jahre Krankenhaus
Zum 100. Krankenhausbestehen erschien 2016 eine Festschrift mit 120 farbigen A4-Seiten. Sie ist mittlerweile leider vergriffen.
Stand: Oktober 2026
Projekt Museumszimmer
2024-2026 gestalten Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse (dann 10.) der Gesamtschule Treuenbrietzen aus einer Sammlung von Gegenständen ein historisches Krankenhauszimmer.