Kambodscha: Kinder und Gemeinden auf Klimafolgen vorbereiten
Projekt CLIMATE in Kampong Speu, 01.11.2021 bis 30.04.2025, gefördert vom BMZ und von Aktion Deutschland Hilft
Ausgangslage
Mehr als 80 Prozent der Menschen in Kambodscha leben von der Landwirtschaft. In Kampong Speu trifft Dürre die Menschen nach Projektangaben fast alle zwei Jahre, zwischen Juli und Dezember verhindern Überschwemmungen den Schulbesuch. Schätzungsweise 40 bis 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule dadurch zeitweise. Rund ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren in Kambodscha ist mangelernährt. Keine der Projektschulen hatte zu Beginn einen Schulgarten oder einen Plan für Katastrophenvorsorge und Anpassung an den Klimawandel.
Was das Projekt getan hat
In 43 Dörfern und an 18 Schulen verbanden wir klimaangepassten Anbau, Bildung zu Klimawandel und Katastrophenvorsorge sowie Ernährungsberatung. Kinder, Eltern und Gemeindevertreter wurden dabei einbezogen. Umgesetzt wurde das Projekt mit zwei lokalen Partnerorganisationen.
Anbau mit angepassten Methoden
270 Landwirtinnen und Landwirte wurden in klimaangepasster Landwirtschaft geschult. Laut Abschlussevaluierung wandten alle mindestens zwei der vermittelten Techniken in ihren Hausgärten an:
- sorgfältige Saatgutauswahl
- natürlicher Kompost zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit
- angepasstes Anhäufeln der Beete (bei Trockenheit niedriger, bei Nässe höher, um Staunässe zu vermeiden)
- Abdeckung der Beete gegen Starkregen und Insektenschäden
- In allen 18 Schulen entstanden Schulgärten nach diesen Methoden. 344 Schulangehörige und 3.973 Schülerinnen und Schüler (davon 2.064 Mädchen) wurden in klimaangepasstem Anbau und gesunder Ernährung geschult. Vor- und Nachtests zeigten einen Wissenszuwachs.
Vorbereitung auf Katastrophen
1.126 Menschen wurden in Katastrophenvorsorge und Anpassung an den Klimawandel geschult. Alle 18 Schulen erarbeiteten eigene Vorsorgepläne. 91 Lehrkräfte lernten, das Thema zu unterrichten, und alle bauten es nach der Schulung in ihre Unterrichtspläne ein. Insgesamt zeigten 4.306 von 4.800 angesprochenen Menschen (89,7 Prozent) ein gestiegenes Bewusstsein für Klimarisiken und mögliche Anpassungsmaßnahmen.
Kinder reden mit
44 Vertreterinnen und Vertreter der Kinderräte wurden zu Klimathemen geschult und lernten, ihre Anliegen öffentlich vorzutragen. Ihr Wissen dazu stieg im Test von 45 Prozent auf 72 Prozent. 54 Mitglieder der Gemeinderäte wurden unterstützt, Kinder in die lokalen Investitionspläne einzubeziehen. Die Pläne der 18 Schulen wurden mit den Gemeindeplänen abgestimmt.
Ernährung
88 Fachkräfte der Gesundheitsversorgung wurden geschult, 1.031 Kinder im Alter von 6 bis 23 Monaten wurden begleitet und regelmäßig gemessen. 331 von ihnen erhielten am Projektende eine ausreichende Ernährung, 10 Prozent mehr als zu Beginn. 49 Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung wurden an Gesundheitszentren überwiesen, alle erholten sich.
So wurde die Wirkung überprüft
Das Projektteam besuchte die Region vierteljährlich, die Partner meldeten ihre Fortschritte monatlich über ein einheitliches Instrument. Eine Ausgangsstudie und die Abschlussevaluierung führten externe Gutachterinnen und Gutachter durch. Die genannten Ergebnisse stammen aus dieser Evaluierung.