Winterhilfe in Kabul

Bereits im Januar fallen die Temparaturen in Kabul unter Minus 10 Grad Celsius. Für tausende Vertriebene an den Rändern Kabuls ist die Situation lebensbedrohlich. Ein Winterhilfeprojekt der Johanniter ermöglicht den ärmsten Bewohnern, je nach Bedarf Kleidung, Decken oder Heizmaterial zu kaufen.

Der Preis für mehr Sicherheit ist der Verlust würdiger Lebensbedingungen: In rund 50 informellen Siedlungen an den Rändern Kabuls leben tausende Familien auf engstem Raum in Lehmhütten, nachdem sie zuvor gewaltsam vertrieben wurden. Strom und fließend Wasser gibt es nicht. Dächer bestehen aus dünnen Blechen oder Planen. Einer Schneedecke halten die wenigsten stand. Wegen der schlechten hygienischen Bedingungen grassieren Krankheiten wie Malaria, Typhus sowie Atemwegs- und Durchfallerkrankungen.

Hausarbeit statt Schule: Für Maria traurige Realität nach der Flucht.

Mehr als die Hälfte der Siedlungsbewohner sind Kinder unter 16 Jahren. Mit Kindheit hat ihr Leben aber längst nichts mehr zu tun. Das Mädchen Maria floh mit ihren Eltern nach Kabul, nachdem ihr Dorf in der Provinz Kapisa von den Taliban angegriffen wurde. Dort konnte sie noch zur Schule gehen. „Das geht jetzt nicht mehr, weil meine Eltern das Geld dafür nicht aufbringen können“, sagt sie, während sie große Wasserkanister schleppt. Stattdessen müsse sie nun ihre Familie im Haushalt unterstützen.

Seit Oktober 2017 ist die Johanniter-Auslandshilfe für die Gesundheitsversorgung in 21 Siedlungen zuständig. Zwei Basisgesundheitsstationen und drei mobile Kliniken werden betrieben, um mehr als 30.000 Menschen den Zugang zu einer Basisgesundheitsversorgung zu ermöglichen.

„Gerade im Winter sind funktionierende Basisdienste wichtig, damit die Menschen nicht an behandelbaren Krankheiten sterben müssen," sagt Jens Schwalb, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Johanniter-Auslandshilfe.

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