Nahtstelle - die Kleiderkammer für Hannover und Langenhagen

„Sozial, unbürokratisch, nachhaltig, inklusiv und ehrenamtlich – so arbeitet unser Team in der Naht-stelle.“ (Tim Heinrich, Dienststellenleiter der Johanniter im Nordhannoverschen Ortsverband)

In der Nahtstelle erhalten Bedürftige die Kleidung, die sie brauchen – kostenlos und unkompliziert. Gerade Mütter mit Säuglingen und kleinen Kindern nutzen das Angebot. Sie bekommen schon zur Geburt ein Starterpaket. Gezielt sammeln und verteilen die Aktiven der Nahtstelle auch Sachspenden rund um den Bedarf kleiner Kinder wie Möbel oder Kinderwagen.

Gestartet als ein Hilfsangebot für Geflüchtete, hat sich die Zielgruppe des Projekts weiterentwickelt. Bedürftige verschiedener Herkunft besuchen inzwischen die Nahtstelle und erhalten unter anderem Kleidung oder Hilfe bei Übersetzungen. Auch werden in der Nahtstelle hin und wieder Bewerbungsge-spräche mit Unterstützung der Ehrenamtlichen trainiert.

Menschen, die ihre Kleidung spenden, wissen, dass sie damit auch ökologisch etwas Gutes tun. Anstatt ältere Kleidungsstücke wegzuwerfen, überlassen sie diese Menschen, die dringend etwas zum Anziehen benötigen. Das Team der Nahtstelle sichtet und sortiert die Kleidung, wäscht und bessert sie bei Bedarf aus und verteilt sie schließlich an die glücklichen neuen Besitzerinnen und Besitzer. Nachhaltig ist die Nahtstelle auch in sozialer Hinsicht: Inzwischen hat sie sich als bekannte Anlaufstelle in Langenhagen und der Region etabliert. Viele Ehrenamtliche engagieren sich seit Beginn in dem Projekt – einige von ihnen waren zunächst selbst Betroffene. So gelingt es, den selbstverwalteten Charakter der Nahtstelle aufrechtzuerhalten.

„Wir teilen mehr als Kleidung.“ (Jennifer Rihm, Koordinatorin der Nahtstelle)

Im ehrenamtlichen Team arbeiten Menschen verschiedenen Alters, sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund. Einige leben noch nicht lange in Deutschland und haben durch ihr Engagement im Team der Nahtstelle die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und einen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu erhalten. Im Rahmen des Projekts „Bundesfreiwilligendienstleistende mit Flüchtlingsbezug“ der Johanniter können sich Geflüchtete auf das Arbeitsleben in Deutschland vorbereiten. Einige von ihnen sind heute hauptamtlich bei den Johannitern beschäftigt, viele unterstützen uns schon seit geraumer Zeit ehrenamtlich. Darüber hinaus bietet die Nahtstelle Qualifizierungsmaßnahmen für Laiendolmetscher mit Migrationshintergrund für den Einsatz im Gesundheits- und Sozialwesen an.

Das Team der Nahtstelle organisiert Hilfe zur Selbsthilfe: Ob Umzüge, kleinere handwerkliche Arbeiten oder Haushaltsartikel – in einer mehrsprachigen Tauschbörse unterstützen Besucher des Projekts sich gegenseitig. Sie knüpfen soziale Kontakte und schließen Freundschaften. Zurzeit wird eine Nähwerkstatt aufgebaut, die weitere Möglichkeiten schaffen soll. Eine Gruppe Interessierter existiert bereits und hat erste Probestücke aus gespendeten Materialien angefertigt. Zudem können Änderungsarbeiten und kleinere Reparaturen an den Artikeln der Kleiderkammer vorgenommen werden. Das stärkt das Selbstbewusstsein und die Eigenständigkeit der Teilnehmenden.

„Durch das Ehrenamt habe ich schneller und besser Deutsch lernen können. Das hat mir sehr bei der Integration geholfen.“ (Jourji Aljenady, Ehrenamtlicher und Bundesfreiwilligendienstleistender)

Neben Sachspenden benötigt die Nahtstelle auch finanzielle Unterstützung. Kosten fallen für die Aus-stattung und Schulung der Ehrenamtlichen an, für Räume und Energiekosten und für die Stelle der hauptamtlichen Koordinatorin, die die Freiwilligen unterstützt und berät.

Um die Nahtstelle zu erhalten, brauchen wir Ihre Unterstützung. Helfen Sie uns helfen!

Spendenkonto:
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN DE 78 3702 0500 0004 3123 18
BIC BFSWDE33XXX
Stichwort: „Nahtstelle“

Übrigens:
Wir helfen auch …

  • … Menschen, die durch einen Brand ihr Hab und Gut verloren haben (Zusammenarbeit mit der Feuerwehr).
  • … Entbindungsstationen mit Erste-Hilfe-Taschen (Zusammenarbeit mit Krankenhäusern).
  • … Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen (Zusammenarbeit mit den Jugendämtern).
  • … Familien, deren Gepäck bei einer Flugreise verloren gegangen ist (Zusammenarbeit mit dem Flughafen).
  • … dem Tierheim Langenhagen mit Decken, die sonst nicht mehr gebraucht werden können.

Rund 1.200 Personen hat die Nahtstelle in 2018 bis Ende Oktober mit Kleidung ausgestattet. Über 50 % davon waren Mütter mit Kindern. 33 Ehrenamtliche sind in der Nahtstelle im Einsatz. Über 1.800 ehrenamtliche Stunden hat das Team bis zum Jahresende 2018 geleistet.