Flüchtlinge gehen auf Erste-Hilfe-Reise

Natalia Shapovalova - Goslar, 11. Oktober 2016

Johanniter-Ausbilderin Susanne Felka bringt Männern und Frauen Grundlagen der Erstversorgung bei

Johanniter-Ausbilderin Susanne Felka (Bildmitte) bringt den Flüchtlingen Erste Hilfe bei. Ins Arabische werden die Inhalte von Najeeb Sayed Ahmad (2.v.r.) von der Aidshilfe e. V. übersetzt.

Für rund 20 Geflüchtete aus Syrien und dem Iran ging es am vergangenen Wochenende im Johanniter-Wohn-Café und Beratungsbüro „Lebens Raum“ in Goslar auf eine Reise, die sie zu den wichtigsten Stationen der Ersten Hilfe führte. „Durchgespielt wurden Bewusstlosigkeit, Verletzungen, Probleme in der Brust und im Kopf“, erklärt Susanne Felka, Johanniter-Quartiersmanagerin und Ausbilderin. Ziel war es, den Männern und Frauen näher zu bringen, wie man einer verletzten Person im Fall der Fälle schnell und richtig helfen kann. Dieser Kurs war dank Spenden, die die Johanniter für ihre Flüchtlingshilfe bekommen haben, möglich.

An der zweitägigen Ausbildung haben die Teilnehmer stabile Seitenlage, Erstversorgung von Wunden, Verbände anlegen, Herz-Lungen-Wiederbelebung und Maßnahmen bei Verbrennungen oder Vergiftungen von der Johanniter-Ausbilderin erklärt bekommen und fleißig trainiert. Tatkräftige Unterstützung hat Susanne Felka von Najeeb Sayed Ahmad, einst Erste-Hilfe-Ausbilder des Roten Halbmondes aus Syrien und jetzt Vertreter der Aidshilfe e.V., bekommen. Er übersetzte die Inhalte des Kurses für seine Landsleute ins Arabische.

„Die Stimmung an beiden Tagen war sehr gut. Die Teilnehmer, sowohl Männer, als auch Frauen, haben sichtlich Spaß gehabt, haben viel gelacht und wollten sogar auf Pausen verzichten, um weiter zu machen und mehr über die Erste Hilfe zu lernen“, so Susanne Felka begeistert. „Wir möchten diesen Kurs auch noch dafür nutzen, um den Geflüchteten Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen und dazu beizutragen, dass gerade Menschen, die von weit weg kommen und in Goslar und Umgebung neu sind, hier einen Anschluss bekommen und Kontakte knüpfen können“.

Susanne Felka wünscht sich, dass auch im nächsten Jahr Erste-Hilfe-Kurse für Geflüchtete stattfinden können. „Wir sehen, dass das Interesse an solchen Kursen sehr groß ist. Die Schulung in Erster Hilfe ist eine der Kernkompetenzen der Johanniter und das möchten wir gern auch in unsere Integrationsarbeit einfließen lassen“. Doch dies soll nicht der einzige Ansatz sein, um eine gelingende Integration zu unterstützen. „Unser Ziel ist es, mit dem Wohn-Café und Beratungsbüro „Lebens Raum“ Geflüchteten eine Anlaufstelle zu bieten und vielfältige Angebote für sie auf die Beine zu stellen“, so Paul Dattke, Integrationsmanager der Johanniter. So ist zum Beispiel in Planung, im nächsten Jahr ein Gartenprojekt zu starten, bei dem gemeinsam gesät, gepflegt und geerntet wird.

Weitere Informationen zu der Erste-Hilfe-Ausbildung und der Integrationsarbeit der Johanniter vor Ort bekommen Interessierte unter der Telefonnummer 05321 4696406.

 

Bildnachweis: Natalia Shapovalova / Johanniter

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