Ehrenamt als Soforthelfer in der Auslandshilfe

Aalen, 15. Dezember 2018

 

Markus Taglieber

  • Alter: 41
  • Verband: RV Ostwürttemberg
  • Tätigkeitsbereich & Funktion: Leiter Ehrenamt im OV Aalen und Heidenheim sowie Mitglied der Johanniter Auslandshilfe
  • Dabei seit: 1992

So bin ich zu den Johannitern gekommen: Über den Schulsanitätsdienst am Ostalb-Gymnasium in Bopfingen vor über 25 Jahren.

Wie bist Du zur Johanniter-Auslandhilfe gekommen und welche Auslandseinsätze hattest Du bereits? Ich bin seit über 15 Jahren in der Soforthilfe tätig. Vor meiner Aufnahme musste ich ein Assessment-Verfahren durchlaufen. Mein erster Einsatz war 2004 nach einem Tsunami in Sri Lanka. 2011 war ich Mitglied eines Erkundungsteams in Tunesien während dem Libyenkrieg. Mein letzter Einsatz war nach dem großen Erdbeben in Nepal 2015. Dort war ich ebenfalls in einem Erkundungsteam eingesetzt, als Vorhut für ein größeres medizinisches Team.

Meine Aufgaben im Bereich Auslandshilfe: In der Auslandshilfe bin ich Teil eines 25-köpfigen medizinischen Notfallteams (Emergency Medical Teams), welches in Katastrophenfällen von den betroffenen Ländern über die Weltgesundheitsorganisation (WHO) angefordert werden kann. Ich bin einer von fünf Logistikern im Team. Als Logistiker ist es zum Beispiel meine Aufgabe, mich um die Wasseraufbereitung im Camp zu kümmern oder gemeinsam mit dem medizinischen Personal eine mobile Krankenstation im Feld zu errichten und zu betreiben. Des Weiteren engagiere ich mich noch bei EURACARE Fligth and Shelter als Liaison Officer. EURACARE Fligth and Shelter besteht aus Mitgliedern der Johanniter, dem Kriseninterventionsteam der Landesregierung der Steiermark (Österreich), dem slowakischen Arbeiter-Samariterbund sowie dem Flug Service der slowakischen Regierung mit dem Ziel, den Zivilschutz in der europäischen Union zu verbessern.

Das Besondere am Ehrenamt in der Auslandshilfe ist für mich:

  • In einem (inter)nationalen Team zu trainieren bzw. im Einsatzfall zu agieren.
  • Weltweit aktiv zu sein und Kontakt mit Leuten aus vielen Kulturkreisen zu haben.
  • Denen zu helfen, die es am dringendsten nötig haben.

Mein wichtigstes Instrument/Werkzeug im Einsatz ist: Stift und Papier: um die zahlreichen Information die in kurzer Zeit im Einsatz auf einen „einprasseln“ bzw. einen überfluten zu erfassen und strukturiert weiterzugeben.

Ein Held ist für mich: Jemand, der entsprechend seinen Überzeugungen handelt und dabei sein eigenes Wohl zurückstellt.

Wenn ich nicht bei den Johannitern bin, arbeite ich als IT-Projektleiter und kümmere ich mich um meine kleinen Kinder sowie um meine Frau.

Mein schönster Moment bei den Johannitern: Das ist bei über 25 Jahren Ehrenamt sehr schwer zu sagen. Ich habe dort viele tolle Momente erlebt. Sicherlich gehört ein Erlebnis während meines Nepaleinsatzes dazu: Wir wurden von einer sehr armen nepalesischen Familie zum Essen eingeladen, obwohl diese beim Beben schwer geschädigt wurden und einen großen Teil ihres Hab und Gut verloren haben. Ein toller Moment war aber auch der Sieg meiner Mannschaft beim Bundeswettkampf, die ich trainiert hatte.

Ich bin gerne bei den Johannitern, weil die Johanniter eine tolle Gemeinschaft sind und wir als Johanniter gemeinsam die Welt ein kleines bisschen lebenswerter machen können.

Ich helfe Menschen, weil...wir in Deutschland ein tolles Leben haben und ich denjenigen in der Welt etwas geben möchte, denen es nicht so gut geht wie uns!

Interessiert? Mehr zum Ehrenamt bei den Johannitern.

Ihr Ansprechpartner Mareen Kupka

Dienststelle Göppingen
Im Pfingstwasen 1
73035 Göppingen

Kartenansicht & Route berechnen