Organtransport in Weser-Ems

Reportage

Warum fährt jemand ehrenamtlich Organe durch Deutschland? Wie funktioniert überhaupt der Organtransport? Was erlebt der Fahrer dabei? Eine Reportage von Steffen Vieth, ehrenamtlicher Fahrer im Organtransport der Johanniter in Lingen, erzählt von seinem Dienst. Klicken Sie hier.

Viele kranke Menschen sind oft auf die Transfusion von Blut angewiesen. Diese Transfusionen führen auch niedergelassene Spezialärzte durch. Die Blutkonserven werden in den jeweiligen Blutspendezentren verwahrt. Den Transport des wichtigen Blutes von der Blutspende zu den Krankenhäusern/Arztpraxen bzw. von Krankenhaus zu Krankenhaus übernehmen ihre Johanniter.

Aber nicht nur Blutkonserven werden mit unseren Sondersignalfahrzeugen transportiert sondern auch Schnellschnitte, Plasma, u. v. a. m. Auch lebensrettende Organtransplantate, die über Eurotransplant vermittelt werden, transportieren wir von den Spenderkliniken oder Flughäfen zu den Empfängerkliniken. Ebenso werden spezielle Ärzteteams zu den Spenderkliniken befördert, die das Spenderorgan entnehmen.

 

Organtransport in Weser-Ems

Die Johanniter haben für den Organtransport ein Fahrzeug mit Sondersignal-Anlage angeschafft.

Die Johanniter organisieren von Lingen aus in enger Kooperation mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) für die Region Nord den Transport von Spenderorganen von der Entnahme- zur Transplantationklinik. Weil oft jede Minute zählt, sind die zum größten Teil ehrenamtlichen Helfer 24 Stunden am Tag in Bereitschaft. Dr. med. Christian Prause, Koordinator der DSO für die Region von der Nordseeküste bis zur Grenze nach Nordrhein-Westfalen, hat sein Büro in der Dienststelle der Johanniter an der Rheiner Straße 29 bezogen, um möglichst eng mit den Johannitern zusammenarbeiten zu können.

Derzeit warten in Deutschland rund 12 000 Menschen auf ein Spenderorgan, von denen täglich drei sterben, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ gefunden wurde. Alleine 8000 Menschen warten auf eine neue Niere, aber auch bei anderen Organen kann der Bedarf bei weitem nicht erfüllt werden. Nach dem Tod gespendet werden können Niere, Herz, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse, die Hornhaut der Augen, Gehörknöchelchen, Herzklappen, Teile der Blutgefäße und der Hirnhaut, Dünndarm und vieles mehr.

Im Jahr 2009 haben in Deutschland 1217 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe gespendet. Transplantiert wurden insgesamt 3897 Organe, da einigen Spendern mehrere Organe entnommen werden konnten. Immerhin: Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben bereits rund 17 Prozent aller Bundesbürger einen Organspenderausweis, Tendenz steigend. Den Ausweis gibt es übrigens auch bei den Johannitern. Kostenlos, versteht sich.

Ihr Ansprechpartner Jens Bädker

Haselünner Str. 18
49809 Lingen

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Unser Service für Sie:

Den Organspendeausweis als pdf zum Downloaden: Einfach ausdrucken, den Ausweis ausschneiden, ausfüllen und in die Brieftasche stecken. Menschen, die bereit sind, nach ihrem Tod anderen Menschen mit ihren Organen ein neues Leben zu schenken, brauchen sich nirgends registrieren zu lassen. Wenn Sie es sich anders überlegen, können Sie den Ausweis vernichten.

 

Den Organspendeausweis auf Deutsch gibt es hier.

 

Den Organspendeausweis auf Türkisch gibt es hier.