16.03.2026 | Landesverband Baden-Württemberg

Kinder und Jugendliche trainieren Erste Hilfe in Ditzingen

"Das beste Wochenende des Jahres"

187 Teilnehmende aus den Jugend- und Schulsanitätsdiensten der Johanniter und Malteser in Baden-Württemberg kamen am vergangenen Wochenende an der Realschule Ditzingen zusammen, um gemeinsam Erste Hilfe zu trainieren. Auch ein Team des THW Ravensburg/Weingarten war dabei. Organisiert und getragen wurde das Wochenende von vielen Ehrenamtlichen.

Vielfältige Workshops für jede Altersstufe 

Ob Erste-Hilfe-Grundlagen oder spezialisierte Themen: Am Samstag konnten sich die Kinder und Jugendlichen je nach Vorwissen weiterbilden. Die Jüngsten lernten Basismaßnahmen der Ersten Hilfe, während die Schulsanitäterinnen und -sanitäter das Thema realistische Unfalldarstellungen und die Arbeit des Rettungsdienstes kennenlernten oder trainierten, wie sie Sportverletzungen versorgen oder Verletzte transportieren können. Im Anatomie-Workshop wurden Schweineherzen seziert und geschaut, wie so ein Herz aufgebaut ist. 

Großübung am Sonntag mit realistischem Einsatzszenario 

Mehr als 50 Ehrenamtliche waren am Wochenende im Einsatz – in der Organisation, der Verpflegung, den Workshops, dem Sanitäts- und Nachtdienst. Sie bereiteten auch die große Abschlussübung vor, an der erstmals auch die Katastrophenschutzeinheiten beider Organisationen sowie zwei Ehrenamtliche des Kriseninterventionsteam aus Stuttgart (KIT) beteiligt waren. 

Das Szenario der Übung: Im Chemiesaal der Schule hat es eine Explosion gegeben. Voller Panik sind Schülerinnen und Schüler die Treppe hinabgelaufen und haben sich verletzt – es gibt Knochenbrüche, Kopfwunden, Verbrennungen, Verätzungen. Insgesamt sind 45 Betroffene zu versorgen. Die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler war es nun, die Verletzten erstzuversorgen. 

„Es ist gut, dass wir als Katastrophenschutz hier auch zusammen praktisch üben konnten. Wir haben die strukturierte Patientenablage geübt, die medizinische Erstversorgung und die Betreuung, bis die Verletzten in die Krankenhäuser transportiert werden können“, erklären Michael Becker, Zugführer der 7. Katastrophenschutzeinheit der Malteser Stuttgart und Anke Moritz, Zugführerin der 6. Einsatzeinheit Johanniter-Unfall-Hilfe. 

Das Kriseninterventionsteam kümmert sich in solchen Einsätzen um die psychologische Erstbetreuung der Betroffenen, bis sie von den Eltern abgeholt oder – wenn es die Situation erfordert – der Notfallbehandlung übergeben werden. Bei der Übung sprachen sie beruhigend auf die Schüler ein. 

Begeisterung bei den Teilnehmenden 

Die Übung war sehr lehrreich für alle Beteiligten. Und die Rückmeldungen der Jugendlichen zu dem gesamten Wochenende war sehr positiv: „Es war das beste Wochenende des Jahres“, erzählen zum Beispiel Charlotte, Lilly und Almani aus Oberkochen. „Beim Wochenende konnten wir viele neue Leute kennenlernen – hier gab es Teamwork, Freude und Spaß.“ Besonders beeindruckt habe sie der Workshop zur realistischen Unfalldarstellung und wie bei der Übung alles ineinander spielte. 

Positives Fazit des Organisationsteams 

„Es ist schön, dass die Kinder hier so intensiv lernen und üben konnten bei Fortbildungen, die sie sonst im Alltag nicht bekommen“, so Éva Hankó, Landesjugendleiterin der Johanniter Baden-Württemberg. „So ein Wochenende stärkt auch die Bindung zu unseren Hilfsorganisationen und es war toll zu erleben, wie engagiert die Kinder und Jugendlichen dabei waren“, fügen Julian Weber, Fachbereichsleiter der Johanniter und Matthias Michel, Diözesanjugendsprecher der Malteser Rottenburg-Stuttgart, hinzu. 

Auch Schulleiter Karel Adamec, selbst ehrenamtlich bei den Johannitern aktiv, freut sich über die gelungene Zusammenarbeit: „Es ist wichtig, dass Erste Hilfe so niedrigschwellig geübt wird. Denn wenn man sie braucht, ist es gut, wenn man sie kann.“