04.05.2026 | Regionalverband Oberschwaben/Bodensee

Wissenschaft trifft Praxis: Wie selbstbestimmtes Leben im Alter künftig gelingen kann

Kooperationsprojekt zwischen den Johannitern, der DHBW Ravensburg und internationalen Hochschulen aus Finnland und den Niederlanden

Vom Hörsaal in die Praxis: Zum Auftakt der Kooperationswoche trafen sich die Lehrenden, Studierenden sowie Verantwortlichen der Johanniter auf der Johanniter-Rettungswache in Uhldingen-Mühlhofen. (Bild: Johanniter/Sahida Ibeska)

„Wie können ältere Menschen länger selbstbestimmt zu Hause leben?“: Dieser Frage widmet sich ein Kooperationsprojekt zwischen den Johannitern und einem Team aus internationalen Studierenden und Lehrenden der DHBW Ravensburg, der finnischen JAMK University of Applied Sciences und der Fontys International Business School Venlo in den Niederlanden. Dabei stehen Fachleute der Johanniter und die Studierenden aktiv im Austausch – und können am Ende der Kooperationswoche erste Ideen und Umsetzungsschritte vorweisen.

Der Hausnotruf, mit dem ältere Menschen auf Knopfdruck jederzeit Hilfe holen können, oder der Menüservice sind nur zwei Beispiele an Sozialen Diensten, die die Johanniter bereits anbieten. Im Austausch mit den Studierenden und Wissenschaftlern geht es nun darum, wie diese Angebote optimiert werden können – und mit welchen neuen Ideen es gelingen kann, dass ältere Menschen möglichst lange und selbstbestimmt in ihrem eigenen Zuhause leben können. Im Studium erlernte Theorie praxisnah umsetzen – dieses Ziel verfolgen Professor Dr. Thomas Dobbelstein von der DHBW Ravensburg, Dr. Rositsa Röntynen von der JAMK University of Applied Sciences sowie Fabian Girod und Sander Bruinsma von der Fontys International Business School Venlo mit dem Studierendenprojekt. Gefördert wird die Initiative im Rahmen des ERASMUS+-Programms der Europäischen Union. Dass die Beteiligten von internationalen Hochschulen kommen, ist dabei keinesfalls Zufall, sondern soll den Studierenden einen gemeinschaftlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg und mit neuen Perspektiven ermöglichen. „Für uns ist die Zusammenarbeit mit den Studierenden und sind die Ideen der jungen Menschen unglaublich wertvoll, weil es uns ermöglicht, unsere professionellen Angebote ‚out-of-the-box‘ neu- und weiter zu denken“, so Stefan Dittrich, Regionalvorstand der Johanniter im Regionalverband Oberschwaben/Bodensee. 

Am Ende der Woche stehen fünf innovative Lösungsansätze, die die Studierenden in Gruppen erarbeitet haben und die für sich, aber auch in Kombination, in die zukünftige Weiterentwicklung der Angebote der Johanniter einfließen könnten. Etwa eine App, durch die sich Senioren und Freiwillige mit Unterstützungsangeboten vernetzen können, oder die Idee, Senioren zu ermöglichen, mittels eines KI-gestützten Sprachassistenten mit Angehörigen zu kommunizieren oder daran erinnert zu werden, Medikamente zu nehmen. „Zu sehen und zu verstehen, wie komplex Probleme sein können, die am Anfang leicht lösbar wirken, und hier im Austausch mit den Johannitern und den anderen Studierenden Lösungen zu finden, hat mich auf jeden Fall weitergebracht“, zieht Michel Klimtschok, der an der DHBW Ravensburg BWL-International Business studiert, ein positives Fazit des Projekts. Seitens der DHBW Ravensburg sind die Studiengänge BWL-International Business, BWL-Digital Business Management und BWL-Gesundheitsmanagement an der Kooperation beteiligt.