Bundesfreiwilligendienst bei den Johannitern
Jens Knakowski, Teamleiter Hausnotruf in Hildesheim, berichtet in einem Interview über die Vorteile eines Bundesfreiwilligendienstes (BFD).
Jens, du bist Teamleiter im Bereich Hausnotruf und hast viele Freiwillige in deiner Abteilung betreut. Warum ist der Bundesfreiwilligendienst (BFD) bei den Johannitern so besonders?
Jens Knakowski: „Der BFD bei den Johannitern ist wirklich eine tolle Möglichkeit für alle, die nach dem Schulabschluss noch nicht genau wissen, in welche Richtung es beruflich gehen soll. Gerade für junge Menschen ist das eine ausgezeichnete Chance, sich selbst zu orientieren und gleichzeitig wertvolle Erfahrungen im sozialen Sektor zu sammeln. Es gibt viele Bereiche, in denen man aktiv werden kann – von der Mitwirkung im Hausnotruf-Einsatzdienst über den Krankentransport bis hin zur Unterstützung in der Kita. Ein weiterer Vorteil des BFD ist, dass es keine Altersgrenze nach oben gibt. Das bedeutet, dass auch Menschen, die vielleicht schon länger im Berufsleben stehen oder kurz vor der Rente sind, noch einmal einen Neuanfang wagen können."
Welche Möglichkeiten gibt es für BFDler bei den Johannitern?
Jens Knakowski: „Es gibt zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Die meisten machen ihr FSJ oder BFD in Bereichen wie dem Hausnotrufeinsatzdienst oder in der Kinder- und Jugendarbeit. Aber auch in der Breitenausbildung (Erste-Hilfe-Training) sind unsere Freiwilligen aktiv. Ab Juli dieses Jahres kann auch im Bereich Krankentransport ein BFD abgeleistet werden. Wir bieten ihnen eine wirklich breite Palette von Erfahrungen, die sie persönlich weiterbringen. Wenn du deinen Bundesfreiwilligendienst im HNR-Einsatzdienst oder in der Breitenausbildung absolvierst und diesen auf 18 Monate verlängerst, hast du die Option, eine Qualifikation zum Rettungssanitäter / zur Rettungssanitäterin zu absolvieren. Die Kosten werden hierbei vollständig übernommen. Wenn ich sehe, wie sich die Freiwilligen hier weiterentwickeln und dann einen medizinischen Beruf anstreben, macht mich das richtig stolz. Für viele ist dieser Einstieg im Hausnotrufeinsatzdienst auch gleichzeitig das Sprungbrett für eine weitere Karriere im Gesundheitswesen, beispielsweise im Rettungsdienst."
Du hast eben erwähnt, dass der BFD bei den Johannitern Menschen eine klare Perspektive gibt. Würdest du sagen, dass der Freiwilligendienst eine Art Türöffner ist?
Jens Knakowski: „Absolut! Viele starten mit der Idee, sich einfach nur sozial zu engagieren – und plötzlich entdecken sie ganz neue berufliche Möglichkeiten. Besonders spannend finde ich, dass der BFD nicht nur für junge Leute ein Sprungbrett sein kann. Da ist zum Beispiel der ehemalige Techniker, der nach seiner Pensionierung noch einmal etwas Sinnvolles tun wollte, und seine Erfahrungen und Fähigkeiten hier gewinnbringend einbringen konnte. Ich selbst bin von Haus aus Industriemechaniker und habe aufgrund eigener familiärer Erfahrungen mit dem Hausnotrufeinsatzdienst den Weg zu den Johannitern und meinem jetzigen Arbeitgeber gefunden."
Es gibt ja viele Möglichkeiten, die Zeit nach der Schule oder im Übergang zu einer neuen beruflichen Phase zu nutzen – warum würdest du den BFD jungen Menschen als Alternative zu Work-and-Travel oder „erst-mal-chillen“ ans Herz legen?
Jens Knakowski: „Beim BFD hast du nicht nur eine sinnvolle Beschäftigung, sondern lernst Dinge, die dich persönlich und beruflich weiterbringen. Du bekommst eine Mitgestaltungsmöglichkeit im Team und hast echten Kontakt zu Menschen. Viele junge Erwachsene erfahren zum ersten Mal wirkliche Wertschätzung für das, was sie tun, und wachsen in dieser Zeit enorm über sich hinaus. Und mal ehrlich: Nach einem Jahr BFD weißt du, was du kannst – und das sieht auch in jedem Lebenslauf gut aus!"
Gibt es Menschen, die den BFD eher aus praktischen Gründen machen – oder ist es in erster Linie der Idealismus?
Jens Knakowski: „Beides! Klar, manche kommen, weil sie eine Zwischenlösung suchen, aber fast alle entdecken nach kurzer Zeit, dass sie viel mehr daraus mitnehmen, als sie anfangs dachten. In den meisten Bereichen entwickelst du handfeste Fähigkeiten, die dir später auch im Berufsleben von Nutzen sind. Und du hast die Möglichkeit, in einem Umfeld zu arbeiten, das Sinn stiftet und einen echten Beitrag zur Gesellschaft leistet."
Wenn du jemandem, der überlegt, ein FSJ oder BFD zu machen, eine Sache mit auf den Weg geben könntest – was wäre das?
Jens Knakowski: „Mach es einfach! Geh raus aus deiner Komfortzone und probiere etwas Neues aus. Für den BFD kann man sich ganzjährig bewerben. Selbst wenn du hinterher sagst: „Das war nichts für mich“ – hast du trotzdem viel gelernt und wirst mit einem anderen Blick auf die Welt herausgehen. Wenn du merkst, dass es genau dein Ding ist? Dann hast du vielleicht gerade die beste Entscheidung für deine Zukunft getroffen!"
Sie sind auch an einem BFD bei den Johannitern interessiert? Hier gibt es umfangreiche Infos: www.johanniter.de/bfd-suedniedersachsen