Eklig und menschenverachtend – Altkleidercontainer ist kein Mülleimer!
Tief enttäuscht und angewidert sind die Mitarbeitenden der Johanniter-Lieblingsecke über den Missbrauch ihres Altkleidercontainers am Georgenberg als Mülldeponie
Goslar. Nur wenig ist überhaupt – vielleicht zehn Prozent – für den Second-Hand-Verkauf geeignet. Alles andere ist Müll und total verdreckt: alte Gardinen, verschmutzte Schuhe, vollurinierte Bekleidung, benutzte Inkontinenzeinlagen sowie ein Sack mit Restmüll. Dann wurde noch Konfetti darüber gestreut. So geschehen zum Beispiel letzte Woche.
Vielleicht noch Brauchbares wird kontaminiert und kann nur noch entsorgt werden. Und dies kostet Geld: „Alles ist dann Müll, den wir wieder entsorgen müssen, was ein hoher Kostenfaktor ist. Allein letzte Woche haben wir zwei Containerladungen abholen lassen müssen! Das kann sich ein Sozialprojekt wie die Lieblingsecke einfach nicht leisten“, sagt Samantha Brinkwirth, Dienststellenleiterin des Ortsverbands Salzgitter, die auch für den Standort in Goslar zuständig ist. Rund 1.000 Euro und dann noch die widerliche Arbeit: „Unsere Kolleginnen müssen alles kontrollieren und anfassen. Eklig und auch menschenverachtend- gegenüber unserer Kundschaft und unseren Mitarbeiterinnen! Welchen Frust müssen Menschen haben, die sich so verhalten? Wir bieten gerne den Bürgerinnen und Bürgern von Goslar Bekleidung in guter Qualität zu einem erschwinglichen Preis an, aber das ist auf Dauer so nicht leistbar, wenn wir mehr damit beschäftigt sind, alles zu entsorgen!“ Eigentlich trage man zur Wiederverwertung bei, damit nicht alles auf den Müll landet – jetzt allerdings schon. Samantha Brinkwirth und das gesamte Lieblingsecken-Team rund um Karin Petermann-Dertinger sind tief enttäuscht.
Sauber und in gutem Zustand sollte die Bekleidung sein, die eine zweite Chance haben soll. „Bei uns wird alles weggeschmissen, was den Standard, den wir aufrecht erhalten wollen, nicht erfüllt. Alles was in den Verkauf geht, muss eine entsprechende Qualität haben“, unterstreicht Brinkwirth.
Die Lieblingsecke verströmt ein Boutique-Flair und das gefällt der Kundschaft. Man müsse sich hier wie auch mit den „Schnäppchen“ wohlfühlen – das ist das Ziel des Lieblingsecken-Teams. „Wir werden wahrscheinlich den Container abbauen müssen und darum bitten, dass Kleiderspenden nur noch im Geschäft abgegeben werden“, überlegt Brinkwirth.
Die ehren- wie auch hauptamtlich Mitarbeitenden der „Johanniter-Lieblingsecke“ wollen sich ihre Freude an ihrem Tun und ihr Engagement nicht vergällen lassen: Sie lieben ihre Tätigkeit in dem Second-Hand-Laden im Vogelsang 2. Und das liegt nicht nur an der Ware, an der Präsentation im Verkauf und dem Miteinander, sondern an dem Austausch und den Gesprächen mit der Kundschaft. „Es ist ein wunderschönes Gefühl helfen zu können, zu vernetzen und Leute zu beraten, die einfach Freude an Kleidung haben,“ sagt Karin Petermann-Dertinger.
Aus diesem Grund bietet das Team der Lieblingsecke im Rahmen des bundesweiten Ehrenamtstags (23.5.) auch einen Blick hinter die Kulissen für Interessierte am Freitag, den 22. Mai 2026, von 10 bis 14 Uhr an: Vom Altkleidersack in den Second Hand Shop - Sortieren Sie mit uns Altkleider, und lassen Sie sich überraschen! Dann wird auch deutlich, dass zwar saubere, aber aufgetragene bzw. versehrte Kleidungsstücke nicht verkauft werden können.
Die üblichen Öffnungszeiten und Abgabezeiten der Johanniter-Lieblingsecke sind: dienstags von 10 bis 18 Uhr, am Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 14 Uhr und freitags von 14 bis 18 Uhr.