Feuerverstopfung: Pokémon-Drache bekommt Hilfe in der Teddy-Klinik
Beim Aktionstag „Teddy-Klinik“ versorgen Johanniter die Lieblingsplüschtiere von Kindern der Kita Sonnenblume in Landesbergen – und bauen so Berührungsängste mit Themen wie Rettungsdienst oder Krankheitsprävention ab.
Die wohl niedlichste Diagnose bekam Ärztin Dominique Rose nach der „Untersuchung“ eines Drachen-Pokémons namens Glurak zu hören: „Er hatte eine Feuerverstopfung.“ Einen Vormittag lang durften vor einigen Tagen rund 60 Kindergartenkinder aus Landesbergen ihre Lieblingskuscheltiere in die Teddy-Klinik der Johanniter bringen. Mit insgesamt acht Ehrenamtlichen und einem ausgewachsenen Rettungswagen machten die Johanniter vom Ortsverband Landesbergen die Kinder auf spielerische Weise mit medizinischen Grundfragen bekannt: Wie funktioniert das Gesundheitssystem? Was ist ein Stethoskop und wie funktioniert Impfen? Was macht eine Ärztin eigentlich? Und wie sieht ein Rettungswagen aus? Diesen und vielen anderen Fragen gingen die Mädchen und Jungen begeistert nach.
Kraken mit acht Verbänden, ein Wolf namens Wolfgang mit verstauchter Pfote oder kränkelnde Plüschelefanten: „Wir bekamen richtig viel zu tun“, berichtete Ärztin Dominique Rose im Anschluss. Die Mutter zweier Kinder ist seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Johanniter im Einsatz. Das Prinzip der Teddy-Klinik ist schnell erklärt: „Jedes Kind bringt sein eigenes Kuscheltier mit, das liebevoll untersucht, verarztet und anschließend in einer Apotheke versorgt wird“, erzählte die stellvertretende Einrichtungsleiterin Melanie Hoffmann. Natürlich gab es weder echte Medikamente noch echte Schmerzen. Das Spielerische an dem Unternehmen verstanden die Kinder allesamt sofort. „Mit strahlenden Augen kümmerten sie sich um ihre Kuscheltiere und erlebten hautnah, wie spannend die Arbeit der Johanniter ist“, so Melanie Hoffmann.
Mit dem Konzept „Teddy-Klinik“ sind die Johanniter auch in anderen Verbänden unterwegs. Die Idee ist stets ähnlich: „Wir wollen Berührungsängste abbauen und Kindern auf spielerische Weise die Arbeit von Rettungsdiensten und medizinischem Personal näher bringen“, sagte Dominique Rose. Auch das Verständnis über Unfallfolgen oder Krankheit und wie Menschen in Not geholfen werden kann lasse sich gut vermitteln. „Das verringert auch Ängste vor Arztbesuchen und schafft Vertrauen in medizinische Untersuchungen“, sagte Ärztin Rose.