„First-Aid-Highway“ im Doppelpack
Wegen steigender Nachfrage gibt Ahlhorner Motorradstaffel Erste-Hilfe-Kurs für Motorradfahrende zweimal an einem Wochenende
Am ersten Maiwochenende veranstaltete die Motorradstaffel der Johanniter-Unfall-Hilfe, Ortsverband Ahlhorn den Erste-Hilfe-Kurs für Motorradfahrende „First Aid Highway“ – und das gleich im Doppelpack. Gründe sind die wachsende Bekanntheit und Nachfrage nach dem Angebot. Am Samstag, 2. Mai und Sonntag, 3. Mai absolvierten jeweils 14 Teilnehmende den Kurs. Es handelte sich sowohl um die Mitglieder zweier Harley-Clubs als auch einzelne Teilnehmende.
Los ging der Kurs jeweils mit dem theoretischen Unterricht bei Christian Freye und einem zünftigen Bikerfrühstück. Am Mittag folgte eine 90 Kilometer lange Ausfahrt durch Wildeshausen, Dötlingen, Sandkrug, Huntlosen und zum Standort der Motorradstaffel am Gleis 51 in Ahlhorn. Für jede Station hatten sich die Johanniter einen anderen Notfall ausgedacht. Auf dem Betriebshof der Firma Koopmann Kfz GmbH&Co. KG wurde ein Unfall mit schwer verletztem Insassen nachgestellt - Scheibe einschlagen inklusive. In der Gemeinde Dötlingen suchten die Gruppen einen Biker, der aus der Kurve geschleuderte wurde. In Sandkrug musste ein Sonnenstich versorgt werden und in Huntlosen ein Streit geschlichtet und blutende Wunden versorgt werden.
Zum krönenden Abschluss mussten sich die Teilnehmenden durch ein Bikerfestival in einer dunklen Fahrzeughalle kämpfen. Sie mussten zwischen blinkenden Notfallleuchten und Discoblitzen, wummernder Musik und Herumliegenden den Überblick behalten und lernten, wie man trotz ohrenbetäubenden Lärms im Chaos Ruhe bewahrt, Hilfe und lebensrettende Maßnahmen organisiert. „Hier wurden Eigensicherung und Teamwork geübt. Der Patient, der hinter einer simuliert brennenden Feuertonne lag, an der verdächtig nah ein Benzinkanister stand - oder eine mit Flaschen, Besen, und Bänken verengte Zuwegung, welche vor der Ersten-Hilfe geräumt werden musste, waren hier die Herausforderungen“, erklärt Staffelleiter Günther Behrendt.
Alle Teilnehmenden waren sich einig: Das war kein gewöhnlicher Erste-Hilfe-Kurs, sondern ein Erlebnis voller Action, Drama, Teamgeist und natürlich viel Humor. Ein besonderer Dank ging an Doktor Claudia Schmithals von der Realistischen Unfalldarstellung (RUD) und ihr Team, die mit Profi-Schminke für blutige und schmerzhaft aussehende Verletzungen sorgten, die tatsächlich den Puls hochtreiben konnten. Dank gilt auch den Helfenden aus den Bereichen Jugend, Sanität, Motorradstaffel und Betreuung des Ortsverbandes Ahlhorn, sowie ehemaligen Kursteilnehmenden, die sich als Mimen zur Verfügung stellten und den Kurs nochmal, aus einer anderen Perspektive erlebten. Auch die Firma Koopmann Wildeshausen hatte mit einem Schrott-PKW zum Gelingen beigetragen, sowie die Firma Boxer Delmenhorst, die ein verunfalltes Motorrad stellte. Günther Behrendt erklärt: „Ohne die Requisiten, beziehungsweise die Unterstützung der Firmen wäre eine realitätsnahe Ausbildung gar nicht möglich gewesen. Und genau diese gelungene Mischung aus RUD-Fähigkeiten und guten Requisiten, dank einer tollen Vernetzung mit Betrieben im Landkreis Oldenburg und um zu, sorgte für vollste Zufriedenheit bei allen Teilnehmenden.“
Seit fünf Jahren bietet die Motorradstaffel das Tagesseminar an. „Nach wie vor ist das Interesse am Seminar groß und die Teilnehmenden sind am Ende voll des Lobes für die Kreativität des Ortsverbandes Ahlhorn.“ Viel wichtiger ist aber, dass der Kurs sowohl den Schutz der Teilnehmenden als auch insgesamt auf den Straßen erhöht: „Gerade im Hinblick auf die hohen Fallzahlen von Unfällen, bei denen Zweiradfahrende involviert sind, leistet die Motorradstaffel so einen kleinen Beitrag, dass Ersthelfende sich bei der Ausübung von ersten lebensrettenden Maßnahmen sicherer fühlen - und wenn es nur der korrekt abgesetzte Notruf ist, der ein schnelles Eintreffen der Rettungskräfte am richtigen Ort fördert.“ Denn schon dieser kann Leben retten.