23.09.2022 | Landesgeschäftsstelle Hannover

Zunehmende Anforderungen an den Bevölkerungsschutz: Politik muss Anstrengungen verstärken

Die Johanniter in Niedersachsen zeigen im Positionspapier zur Landtagswahl Lösungen auf – Landeswettkampf der Johanniter am Samstag in Hannover

Corona-Pandemie, Flutkatastrophen, Flüchtlings-bewegungen: Schon die zurückliegenden Jahre haben die Gesellschaft vor große Herausforderungen gestellt. Sie müssen künftig bewältigt werden, auch in Niedersachsen. 

Eine sehr gute Vorbereitung und eine frühzeitige Weichenstellung durch die Politik sind unerlässlich, damit die Gesellschaft angemessen auf Folgen des Klimawandels, Naturkatastrophen, kriegerische Auseinandersetzungen oder Pandemien reagieren kann. In besonderem Maße muss daher der Bevölkerungsschutz gestärkt werden. Die Erfahrungen zeigen hier die große Bedeutung der Zivilgesellschaft und des Ehrenamtes. 

Der in Niedersachsen von der Politik beschrittene Weg für die Entwicklung und Finanzierung des Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes muss deshalb nicht nur weiterhin konsequent gegangen werden. Die Anstrengungen müssen sogar noch verstärkt werden.

„Ahrweiler, Kampfmittelbeseitigungen oder der Betrieb von Impf- und Testzentren haben dazu geführt, dass unsere Ehrenamtlichen in den vergangenen Monaten unermüdlich im Einsatz waren“, sagt Landesvorstand Hannes Wendler. „Darauf sind wir sehr stolz. Allerdings muss die Politik jetzt die richtigen Schlüsse ziehen, um das Ehrenamt und den Bevölkerungsschutz weiter zu stärken.“ 

In seinem Positionspapier zur Landtagswahl bietet der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) der Politik wichtige Impulse für das zukünftige Handeln. 

Das Positionspapier zum Download

Die wichtigsten Forderungen zum Bevölkerungsschutz im Johanniter-Positionspapier:

Mehr Anerkennung für Ehrenamtliche: Alle Helfenden im Katastrophenschutz der Hilfsorganisationen, des THW und der Feuerwehren müssen gleichgestellt werden. Sowohl für die Freistellung für den Einsatz als auch für Weiterbildungen müssen die gleichen Regeln gelten. Als Anerkennung für die ehrenamtlich Tätigen im Katastrophenschutz wird eine „Ehrenamtskarte“ vorgeschlagen, die zu Vergünstigungen z. B. im ÖPNV berechtigt.  

Auskömmliche Finanzierung: Damit die Organisationen im Katastrophen- und Zivilschutz die zunehmenden Anforderungen auch in Zukunft bewältigen können, ist eine auskömmliche Finanzierung notwendig. So müssen die Fördersummen für Fahrzeuge den gestiegenen Beschaffungskosten angepasst werden. Das Land Niedersachsen muss sich mittelfristig an der Finanzierung der Ausbildungs- und Ausstattungskosten im Bevölkerungsschutz beteiligen. Nur so können das hohe Niveau, die Zuverlässigkeit und Einsatzfähigkeit erhalten bleiben.

Hilfe ist nicht kostenfrei: Durch den Einsatz von Ehrenamtlichen, ob im Flutgebiet in Ahrweiler oder bei der Pandemiebekämpfung, entstehen den Hilfsorganisationen Kosten. Für Sanitäts-, Versorgungs- und Bevölkerungsschutzeinheiten der Johanniter gehen sehr gut ausgebildete Helfer in den Einsatz. Die Johanniter finanzieren Ausbildung und persönliche Schutzausrüstung, Versicherungen, Fahrt- und Verpflegungskosten sowie Fahrzeuge für den Transport. Die Politik muss den finanziellen Gegenwert der ehrenamtlichen Arbeit stärker berücksichtigen. Das Ehrenamt ist eine der Hauptstützen für Bevölkerungsschutz und Gefahrenabwehr in Niedersachsen. 

Johanniter-Landeswettkampf: Beste Retterinnen und Retter gesucht

Katastrophenschutz, Ehrenamt und Rettungskräfte - an diesem Samstag zeigen die Johanniter in Hannover ihre Leistungsfähigkeit. Während des Landeswettkampfes, „der Olympiade des Rettens“, stellen die Teilnehmenden ihren Ausbildungs- und Trainingsstand im Sanitäts- und Rettungsdienst sowie im Bereich der Rettungshundestaffeln unter Beweis.
20 ehrenamtliche Mannschaften und über 500 Aktive der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. aus Niedersachsen/Bremen gehen am Sonnabend, 24. September 2022, in der Zeit von 9:00 bis 18:00 Uhr auf dem Gelände der Madsack-Verlagsgesellschaft, August-Madsack-Straße 1, 30559 Hannover, an den Start. Infos: www.juh-landeswettkampf.de