Hintergrund

Immer mehr Extremwetterlagen

Unwetter und Extremwettersituationen werden auch in NRW häufiger und intensiver. Dabei wurde immer deutlicher, dass die Ausstattung der bestehenden Katastrophenschutz-Einsatzeinheiten den damit einhergehenden Aufgaben nicht in allen Lagen gerecht werden konnte. Das „Münsterländer Schneechaos“ und mehrere Hochwasserlagen mit Überschwemmungen – darunter nicht zuletzt die „Jahrhunderthochwasser“ in Süd- und Ostdeutschland – machten deutlich, dass die Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz zunehmend auch Fahrzeuge benötigen, die durch überschwemmte Gebiete oder solche mit zerstörter Infrastruktur fahren können, um vor Ort zu helfen. So traten mehrfach nach intensiven Regenfällen innerhalb kurzer Zeit Flüsse und Bäche über die Ufer und setzten große Flächen unter Wasser. Als Folge der Hochwasserkatastrophen mussten in den betroffenen Gebieten große Teile der Bevölkerung – auch Pflegebedürftige aus Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen – unter sehr schwierigen Umständen evakuiert werden. Durch überschwemmte oder gar zerstörte Straßen war es teilweise kaum bis gar nicht möglich, diese Menschen zu versorgen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF Bund) bemängelte in einem Bericht über diese Hochwasser-Lagen die beschränkten Möglichkeiten von Einsatzfahrzeugen ohne Allradantrieb und ihre geringen Fähigkeiten, Wasserhindernisse zu durchqueren (Watfähigkeit). Auch wurde empfohlen, ein Verzeichnis von Sondergerätschaften aufzubauen.

Folgerichtig galt es für die Johanniter, kreative Konzepte zu entwickeln, Einheiten zu ertüchtigen und für den Einsatz in wetterbedingten Gefahrenlagen vorzuhalten. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung investierten die Johanniter in den vergangenen Jahren systematisch in die Ausbildung der Katastrophenschützerinnen und -schützer sowie in neue, allwettertaugliche Fahrzeuge. Dieser Ressourcenaufbau mündete in der Konzeption und Gründung einer neuen, autark agierenden Einsatzeinheit für Extremwetterlagen in NRW – der UNIKE.