Ehrenamt in Oberbayern

Menschen zu helfen ist Ehrensache!

Ohne ehrenamtliches Engagement würde vieles in unserer Gesellschaft gar nicht funktionieren. Auch die Arbeit der Johanniter-Unfall-Hilfe wäre ohne die Unterstützung durch ihre bundesweit fast 40.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nicht denkbar. Allein bei den Johannitern im Regionalverband Oberbayern engagieren sich mehr als 660 Frauen und Männer für das Gemeinwohl – in ihrer Freizeit und ohne Bezahlung.

Viele der ehrenamtlichen Helfenden der Johanniter übernehmen Aufgaben im Sanitäts- und Rettungsdienst sowie im Bevölkerungsschutz, also in den klassischen Blaulichtbereichen. Das Spektrum ist jedoch weitaus größer. Es reicht von Besuchsdiensten bei Seniorinnen und Senioren über die Betreuung von Menschen mit Demenzerkrankungen bis hin zum Vorlesen in Kindereinrichtungen. Überall dort, wo Menschen auf Hilfe angewiesen sind, ist ehrenamtliches Engagement gefragt.

Gemeinsam gegen Corona!

„Besonders jetzt, während der Corona-Pandemie, zeigt unser Ehrenamt vollen Einsatz. Unsere Helfenden arbeiten in vielen Corona-Testzentren mit und engagieren sich an vielen weiteren Orten, wo Menschen Hilfe benötigen. Damit ist das Ehrenamt eine relevante Stütze in unserer Gesellschaft“, berichtet Ulrich-Joachim Müller, ehrenamtliches Mitglied des Johanniter-Regionalvorstandes in Oberbayern.

Ehrenamtlicher Maximilian Maar im Interview 

Unter den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Johanniter sind alle Altersgruppen vertreten. Viele wachsen von klein auf in ihre Aufgabe hinein, bei der Johanniter-Jugend zum Beispiel als Gruppenleiterin und Gruppenleiter oder im Schulsanitätsdienst. So auch Maximilian Maar. Seit über zehn Jahren ist er ehrenamtlich tätig. Als Student arbeitete er sommersüber viele Jahre im örtlichen Freibad als Rettungsschwimmer. Rettungsschwimmer haben regelmäßig mit kleineren und auch größeren Verletzungen zu tun, deshalb war für ihn eine gute Erste-Hilfe-Ausbildung wichtig. Das brachte Maximilian Maar zu den Johannitern in Peißenberg, bei denen er sich in vielen Bereichen engagiert. „Meine Aufgaben sind vielfältig. Ich bin bei uns im Ortsverband immer da, wo man mich braucht. Von der Bürotätigkeit – bei der Bearbeitung von Mitgliedsanträgen und bei der Erstellung von Terminen – über die interne und externe Ausbildung sowie die Sanitätsdienste bis hin zum Weihnachtstrucker.“

Er berichtet auch über seine Motivation und die Wichtigkeit des Ehrenamts: „Ohne Ehrenamtliche könnte unsere Gesellschaft meines Erachtens nicht funktionieren. Es würde der Gesellschaft guttun, wenn mehr Bürgerinnen und Bürger sich altruistisch, ehrenamtlich engagieren würden. Ich weiß nicht mehr genau, was die Gründe für meinen Einstieg waren. Aber jetzt liegt die Motivation in der Gemeinschaft, dem Wissen, Gutes tun zu können und etwas an die Gesellschaft zurückzugeben, weil es mir hier in Deutschland sehr gut geht.“

Stephan Höllmüller im Gespräch

Seit zwei Jahren ist mein Kollege Stephan Höllmüller Sachgebietsleiter im Rettungsdienst. Er ist 27 Jahre alt und war schon zu Schulzeiten im Sanitäts- und später im Rettungsdienst ehrenamtlich aktiv. Nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Rettungsassistenten und schloss sein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der TU München mit dem Master ab.

Anfang 2020 war es bald klar, dass Covid 19 auch in Deutschland ein Thema werden wird. Wo hattest du das erste Mal realisiert, was auf dich zu kommt?

Wir halten uns natürlich immer zu aktuellen Themen auf dem Laufenden und haben mitbekommen, was sich da in China gerade zusammenbraut. Schnell war klar: Da kommt etwas auf uns zu. Welche Ausmaße das haben würde, konnte keiner von uns absehen. Dass etwa Einweghandschuhe oder Schutzmasken, die vorher einige Cent gekostet haben, plötzlich kaum noch zu bekommen waren und die Preise ins Unermessliche explodiert sind, war für uns eine Lehre, auch für eher unwahrscheinlich wirkende Situationen gut vorzusorgen. Unsere Leute sind immer ruhig und besonnen geblieben, haben aber auch eine enorme Disziplin an den Tag gelegt: Auch wenn wir zeitweise täglich mit COVID-Erkrankten zu tun hatten, hat es niemanden aus unseren Reihen erwischt.

Hat sich das Verhalten kranker Menschen in Zeiten der Pandemie verändert? Wird die 112 genauso oft angerufen wie vor der Pandemie?

Ja und nein. Durch die Lockdowns wurde das tägliche Leben schon deutlich heruntergefahren. Dadurch gab es beispielsweise oft weniger Verkehr und damit auch weniger Unfälle. Trotzdem haben wir die Pandemie an anderer Stelle, etwa in Altenheimen schon deutlich gemerkt, weil dort öfter unsere Hilfe gebraucht wurde. Gleichwohl hat man aber auch gemerkt, dass die Menschen insgesamt Angst hatten, in ein Krankenhaus zu kommen, einerseits weil sie dem System nicht zur Last fallen wollten, andererseits wohl auch, weil sie befürchtet haben, sich gerade dort zu infizieren.

Haben sich die W-Fragen verändert?

Eigentlich nicht wirklich. Sicherlich wird bei einem Notruf wenn möglich genau abgeklärt, ob es Erkenntnisse zu einer COVID-Infektion, etwa einen positiven Test oder Symptome gibt. Wer den Notruf wählt, kann sich aber zu jedem Zeitpunkt darauf verlassen, dass er die nötige Hilfe bekommt – im Zweifelsfall fragen die Kolleginnen und Kollegen von der Leitstelle schon nach.

Wie verhält sich dein Team seit der Pandemie im Vergleich zu vorher?

Wir schützen unsere Patientinnen und Patienten natürlich entsprechend den aktuellen Vorgaben. Nach jedem Einsatz wird das Auto und das komplette Material desinfiziert. Wir hatten auch schon vor der Pandemie hohe Hygienestandards. Das durchgehende Tragen der Maske ist für uns alle eine Belastung, gehört aber nun mal dazu und ist unbestritten sinnvoll und wirksam.

Was ist und kann F.L.I.G.H.T.?

Die Flugzeit ohne Unterbrechung von F.L.I.G.H.T. beträgt 30 Minuten und kann mit kurzen Zwischenlandungen auf den theoretischen Dauerbetrieb erweitert werden. 

Teil werden!

Zu den Grundsätzen der Ehrenamtsarbeit der Johanniter zählt die fundierte Ausbildung: Jede Helferin und jeder Helfer durchläuft zur Vorbereitung auf die anspruchsvollen Aufgaben zunächst eine Grundausbildung und nimmt danach regelmäßig an Weiterbildungen teil. Alle, die sich engagieren möchten, werden vor Ort von sogenannten Ehrenamtskoordinatorinnen und -koordinatoren unterstützt. Sie sind behilflich dabei, je nach Interessen und Erfahrungen der Ehrenamtlichen die passenden Aufgabengebiete zu finden, und stehen ihnen auch danach jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Erfahren Sie mehr über das Ehrenamt in Oberbayern.

So können Sie dieses Projekt unterstützen:

  • 50 Euro ermöglichen z.B. kleine notwendige Übungsmaterialien
  • 75 Euro ermöglichen z.B. die Verpflegung bei Großeinsätzen
  • 100 Euro ermöglichen z.B. die Ausstattung der Ehrenamtlichen (Kleidung, Medizinisches Material, etc.)