Reisevorbereitungen: Was gehört in einen Verbandkasten?

Hannover, 21. Juni 2017

Die Koffer sind gepackt, die Route ist geplant, das Auto vollgetankt – doch was viele Autofahrer vor der Reise vergessen, ist der Blick in den Verbandkasten: Ist er noch vollständig? Der kleine Lebensretter ist für jeden Pkw vom Gesetzgeber verbindlich vorgeschrieben. Seit Ende 2014 gilt für den Inhalt eines Verbandkastens eine geänderte DIN-Norm (DIN 13164, Stand Januar 2014). „Der Verbraucher sollte darauf achten, dass hinter der DIN-Norm die Jahreszahl 2014 steht. Sie garantiert den aktuellen Standard“, erklärt Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Niedersachsen/Bremen in Hannover.

Was gehört in den Verbandkasten?

Unter anderem gehören Wundpflaster, Verbandspäckchen, Mullbinden und eine Rettungsdecke hinein, aber auch Einmalhandschuhe und eine Erste-Hilfe-Schere zählen zur Grundausstattung. Seit der Aktualisierung sind zwei Feuchttücher zur Hautreinigung, ein 14-teiliges Pflasterset mit zwei Fingerkuppenverbänden und ein kleines Verbandpäckchen – zum Beispiel für Kinder – zusätzlich in den Verbandkasten aufgenommen worden. Die alten Verbandkästen dürfen weiter benutzt werden, wenn der Inhalt nicht abgelaufen ist. Jeder Verbraucher, der eine ältere Ausführung besitzt, kann im Fachhandel einen neuen Verbandkasten kaufen oder den vorhandenen mit neuen Bestandteilen auffüllen. Wichtig ist, den Inhalt regelmäßig zu kontrollieren. Im Handel sollten seit 2015 nur noch Verbandkästen der neue DIN-Norm erhältlich sein.

Auch ein Blick auf das Verfallsdatum lohnt sich in regelmäßigen Abständen: „Sterile Verbandsmaterialien wie Wundkompressen oder Verbandtücher haben ein Verfallsdatum, dass auf der Verpackung aufgedruckt ist“, sagt Kersten Enke. „Ist dieses Datum überschritten, muss das Material ausgetauscht werden. Dazu gehört auch, beschädigte Verpackungen von keimfreien Binden und Verbandpäckchen zu ersetzen.“ In der Apotheke erhalten Autofahrer alle notwendigen Materialien, um den Verbandkasten wieder auf den aktuellen Stand zu bringen.

„Autofahrer sollten sich mit dem Inhalt des Verbandkastens und der Anwendung des Materials vertraut machen, bevor es zum Notfall kommt“, rät Enke. „Sinnvoll ist, regelmäßig seine Erste-Hilfe-Kenntnisse in einem entsprechenden Kurs aufzufrischen, dann fühlt man sich im Ernstfall sicherer.

Checkliste Verbandkasten

Inhalt nach aktueller DIN 13164 : Stand Januar 2014

1 Heftpflaster DIN 13019, 5 m x 2,5 cm

14-teiliges Pflasterset bestehend aus:

-       4 Wundschnellverbände DIN 13019, 10 cm x 6 cm

-       2 Fingerkuppenverbände

-       2 Fingerverbände, 12 cm x 2 cm

-       2 Pflasterstrips, 1,9 cm x 7,2 cm

-       4 Pflasterstrips, 2,5 cm x 7,2 cm

2 Hautreinigungstücher (nicht für offene Wunden)

1 Verbandpäckchen DIN 13151, 6 cm x 8 cm

2 Verbandpäckchen DIN 13151, 8 cm x 10 cm

1 Verbandpäckchen DIN 13151, 10 cm x 12 cm

1 Verbandtuch DIN 13152 (für Brandwunden), 40 cm x 60 cm

1 Verbandtuch DIN 13152, 60 cm x 80 cm

6 Wundkompressen, 10 cm x 10 cm

2 Fixierbinden DIN 61634, 6 cm x 4 m

3 Fixierbinden DIN 61634, 8 cm x 4 m

2 Dreiecktücher DIN 13168

1 Rettungsdecke, Mindestmaße 210 cm x 160 cm

1 Schere DIN 58279

4 Einmalhandschuhe DIN EN 455

1 Erste-Hilfe-Broschüre

1 Inhaltsverzeichnis

Fotomaterial "Verbandkasten" druckfähig zum Download

Infoblatt für den Verbandkasten druckfähig zum Download