Enkelkinder und Großeltern trainieren für den Notfall

Sofia Harder - Cuxhaven, 05. September 2019

Foto: Johanniter/Sofia Harder

Cuxhaven. „Jeder kann Erste-Hilfe lernen. Auch Menschen mit Beeinträchtigungen und Kinder“, so leitete Rettungssanitäterin und Erste-Hilfe-Trainerin Carola Müller kürzlich den Trainingsnachmittag für Großeltern und Enkelkinder ein. Gemeinsam mit Kundenberaterin Heike Beba-Bertram und zwei Johanniter-Jugendlichen ließ die Erste-Hilfe-Trainerin dieses wichtige Thema lebendig und kinderleicht werden. Mit großen Augen und weit aufgesperrten Ohren sahen die Kinder gebannt auf das Funkgerät, als eine Antwort ertönte. „Wie heißt du?“ „Was genau ist passiert?“ Vorab wurden auf kindgerechte Weise die fünf W‘ s erläutert – die fünf lebensnotwendigen Fragen, die in einer Notsituation von der Einsatzzentrale abgefragt werden. Dieser simulierte Notruf machte bei den kleinen und großen Besuchern sichtlich Eindruck. Dies war nicht der einzige spannende Augenblick an diesem Tag. Der Ortsverband Cuxhaven der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. hatte zum ersten Mal zu einem Erste-Hilfe-Nachmittag für Großeltern und Enkelkinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren aufgerufen. Der Einladung folgten auch Großeltern ohne ihre Enkelkinder und Mütter mit ihren Kindern. Die mehr als 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfuhren, wie sie im Notfall den Atem kontrollieren und Oma oder Mama in eine stabile Seitenlage bringen. Was können Kinder beispielsweise tun, wenn sich bei Opa Anzeichen eines Schlaganfalls zeigen und dieser plötzlich spricht, als habe er einen riesigen Muffin oder ein Taschentuch im Mund? Auch wurde gezeigt, wie man aus einem Dreiecktuch eine Schlinge für einen verletzten Arm bindet.

Heike Beba-Bertram kommt als Kundenberaterin des Bereiches Hausnotruf in viele Seniorenhaushalte. „Ich weiß, dass sich viele ältere Menschen sicherer fühlen, wenn sie um die Möglichkeit wissen, im Notfall per Knopfdruck schnell Hilfe anfordern zu können. Zudem passen viele Großeltern auf ihre Großkinder auf. Da wäre es natürlich optimal, wenn diese wissen, was im Notfall zu tun ist und wie auch sie den Erwachsenen helfen können. Hier setzt unser Angebot an.“ Bei Kuchen, Saft und Kaffee konnten sich Groß und Klein jeweils für die nächste Übung stärken. Die Teilnehmer freuten sich über die vielen Handgriffe und Dinge, die sie bei dieser Gelegenheit erlernen und auffrischen konnten. „Eine tolle Idee“, strahlt Petra Grube. Sie war gemeinsam mit ihrer Enkelin Mila vorbeigekommen.