Gemeinsame Hilfe für die Seele

Northeim, 08. Januar 2013

Marc Küchemann, Regionalbereitschaftsführer JUH (links) mit dem neuen Team

Northeim. Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) baut zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), dem Arbeiter-Samariter Bund (ASB) und der Kreisfeuerwehr in Northeim ein gemeinsames Kriseninterventionsteam (KIT) auf.

Die Aufgabe des neuen KIT-Teams wird darin bestehen, die Notfallseelsorge im Raum Northeim in Sonder- und Großschadenslagen zu unterstützen, um betroffenen Menschen Hilfe anbieten zu können, und um Einsatzkräfte aus Feuerwehr und Rettungsdienst zu entlasten. Das Team wird rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

Dramatische Ereignisse im Bereich Südniedersachsen wie die Bombenexplosion in Göttingen, der Wohnungsbrand mit drei Toten in Bad Gandersheim, der Brand und die Evakuierung des Krankenhauses in Northeim und die stetigen Szenarien im Einsatzalltag ließen es erforderlich erscheinen, hier eine Unterstützungseinheit zur örtlichen Notfallseelsorge ins Leben zu rufen. Hierfür konnten für Ausbildung, Ausrüstung und Installation eines neu angedachten KIT-Teams im JUH-Standort Northeim Fördergelder der Bundesgeschäftsststelle der JUH verfügbar gemacht werden.

In einem ersten Schritt haben sich sechs Einsatzkräfte für dieses Team zur Verfügung gestellt. Sie gehören der AG „SEG“ der Hilfsorganisationen ASB, DRK und JUH, sowie der Kreisfeuerwehr Northeim an.

Die Ausbildung wird nach den Vorgaben der Konsensuskonferenz aller Hilfsorganisationen und der evangelischen und katholischen Notfallseelsorge in der Bundesrepublik Deutschland durchgeführt. Sie beinhaltet sowohl theoretische als auch praktische Unterrichtseinheiten. Die Helfer befinden sich zurzeit im ersten Theorieteil, der noch bis Dezember 2012 andauern wird. Im Anschluss folgt die Praxisphase mit 20 Stunden. Hierfür stehen als Praxisanleiter erfahrene Notfallseelsorger aus dem Kirchenkreis Leine-Solling zur Verfügung, die auch die gesamte Ausbildung als Dozenten begleiten. Ebenso konnten der leitender Notfallseelsorger Torsten-Wilhelm Wiegmann und Pastor Joachim Wittchen, Beauftragter für Notfallseelsorge der Hannoverschen Landeskirche gewonnen werden. Einsatzbereit wird das KIT-Team im Laufe des Monats Januar sein.

Die Ausbildung steht unter der Obhut von Horst Harnau, Fachberater Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) im Regionalverband Südniedersachsen der JUH, der mit Multiplikatoren des PSNV-Teams Hildesheim bereits durch mehrere gravierende Einsätze erste Kontakte zu den Einsatzkräften im Raum Northeim aufbauen konnte.