Neue Betriebskita für Hildesheim

Hannover/Hildesheim, 19. November 2015

Die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. (JUH) überzeugte die Stadt Hildesheim mit ihrem Trägerkonzept für den Neubau einer Betriebskindertagesstätte an der Goslarschen Landstraße. Aktuell werden Unternehmen als Partner gesucht, die Interesse an den Betreuungsplätzen haben.

Geplant ist die Betreuung von 55 Kinder in zwei Krippengruppen mit je bis zu 15 Plätzen und einer Kindergartengruppe mit 25 Plätzen. Insgesamt 16 Kindergartenplätze und 20 Krippenplätze werden an verschiedene Unternehmen aus Hildesheim nach einem Belegplatzsystem vergeben, die diese Betreuungsplätze ihren Beschäftigten zur Verfügung stellen. Die verbleibenden neun Kindergartenplätze und zehn Krippenplätze werden an Eltern bzw. deren Kinder aus dem Stadtgebiet Hildesheim ohne Unternehmensbezug vergeben.

Das Erzieher/-innen-Team besteht aus erfahrenen Bachelor-Absolvent/-innen „Frühe Kindheit“, staatlich anerkannten Erzieher/-innen und Sozialassistent/-innen. „Ebenso bereichernd erleben wir Teams, die aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten kommen und sich aus beiden Geschlechtern zusammensetzen. In unseren Kindertagesstätten gibt es derzeitig einen Anteil männlicher Fachkräfte von neun Prozent und wir ver­suchen diesen weiter zu steigern“, bekräftigt Martina Soltendieck-Kuba, Fachberaterin für Kindertagesstätten im JUH-Landesverband Niedersachsen/Bremen.

„Nach den Erfahrungen in unseren anderen betriebsnahen Kindertagesstätten gehen wir davon aus, dass der Betreuungsbedarf der einzelnen Familien sehr unterschiedlich sein wird. Wir werden dem gerne gerecht, indem wir in den einzelnen Gruppen unterschiedliche Kernbetreuungszeiten zwischen sechs und neun Stunden sowie zusätzliche Sonderöffnungszeiten anbieten“, sagt Thorsten Müller, Fachbereichsleiter Soziale Dienste im JUH-Landesverband Niedersachsen/Bremen. Die Kindertagesstätte wird durchgängig an fünf Tagen in der Woche geöffnet sein und ist nur zwischen Weihnachten und Neujahr sowie an Studientagen geschlossen. Bei Bedarf wird in dieser Zeit eine Notbetreuung angeboten.

Die Johanniter setzen pädagogisch bei ihren Kindereinrichtungen auf das Motto ‚Bildung ist mehr als Wissen': Im Mittelpunkt der kindlichen Entwicklung stehen Neugierde, Kreativität - auch im Umgang mit Herausforderungen -, die Freude am Lernen und der Kontakt mit der Umwelt. „Dies geschieht immer und überall: Kinder bilden sich ständig fort. Mit jedem Schritt, mit jeder Aktion erschließen sie sich neue Wege und Welten", erläutert Soltendieck-Kuba. Neben den pädagogischen Schwerpunkten wie Bewegung, Natur und Umwelt, Sprache, soziale Kompetenz und Wertevermittlung gehören die musikalische Früherziehung, die Beförderung der Kreativität, die vorurteilsbewusste Bildung wie Erziehung und die Kita als Forschungsstätte zu den Aufgaben des Erzieher/-innen-Teams.

„In der Betriebskita in Hildesheim wollen wir bilinguales Arbeiten Deutsch-Englisch nach dem Prinzip ‚eine Person – eine Sprache’ anbieten und damit ihre weltoffene Ausrichtung und ihre interkulturelle Kompetenz unterstreichen. Dabei sind die englisch sprechenden Kräfte Native Speaker. Die Kinder lernen die Sprache im Kontext des Handelns, also durch Gesten, Zeigen und Vormachen, was sprachlich begleitet wird“, so Thorsten Müller. „Ein Mehrwert auch für Unternehmen mit internationaler Ausrichtung. Neben dem großen Vorteil, dass die Kinder spielerisch an die erste Fremdsprache herangeführt werden, profitieren Beschäftigte aus dem Ausland davon, dass in der Kita selbstverständlich Englisch gesprochen wird.“

Über die Johanniter-Kindertagesstätten

Für die Johanniter ist die Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern in Tageseinrichtungen eine wichtige, satzungsgemäße Aufgabe mit großer gesellschaftlicher Bedeutung. Als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe betreiben die Johanniter in Niedersachsen/Bremen zurzeit 17 Kindertagesstätten, von denen sechs betriebliche Kinderbetreuung anbieten. Da es sich bei der JUH um einen eingetragenen Verein auf Bundesebene und damit um eine Rechtspersönlichkeit handelt, sind der Wissenstransfer und der Austausch von Personalressourcen innerhalb der Organisation sichergestellt. Das bedeutet, dass das Trägerkonzept auf dem Know-how von über 300 erfolgreichen Johanniter-Kindertagesstätten beruht.

In den  Johanniter-Kindertagesstätten wird nach dem Situationsansatz gearbeitet. Übergreifendes Kennzeichen ist zum einen das sachbezogene Lernen in sozialen Sinnzusammenhängen. Der Erwerb von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten führt nur dann zu handlungsrelevantem Können, wenn er in sinn­vollen und für die Kinder bedeutsamen sozialen Zusammenhängen geschieht. Ein zweites Kennzeichen des Situationsansatzes sind die miteinander verbundenen Ziele von Autonomie, Solidarität und Kompetenz. Das dritte Kennzeichen ist das Lernen in realen Lebens­situationen.