Ortsverband Delmenhorst bildet elf neue Sanitäter aus

Delmenhorst, 03. September 2009

Elf Mitglieder der Johanniter in Delmenhorst und Stedingen dürfen jetzt bei Sanitätsdiensten helfen.

Insgesamt elf neue Sanitäterinnen und Sanitäter haben jetzt ihre Ausbildung im Ortsverband Delmenhorst der Johanniter-Unfall-Hilfe abgeschlossen. Sabine Garbade, Saskia Kolze und Tobi Wördehoff vom Ortsverband Delmenhorst sowie vom Ortsverband Stedingen Marita Stellmann, Roman Liedtke, Mathias Dammann, Sven Ahlers, Angelique Ober und Malte Schmidt sowie die beiden Mitglieder der Reiterstaffel Britta Hoff und Jenifer Koenig haben die schriftliche und zwei praktische Prüfungen mit guten bis sehr guten Ergebnissen bestanden. Fachausbilder und Prüfer war Marcel Colter, Ausbildungsleiter und Lehrrettungsassistent der Johanniter in Delmenhorst. Unterstützt wurde er von Sven Köster. Die Verletzten spielten Fynn Krüger und Andreas Haje, das realistische Schminken der beiden übernahm Björn Döbbeke vom Team der Realistischen Unfalldarstellung (RUD).

Der Lehrgang fand in Abend- und Wochenendform statt: Die Kursteilnehmer mussten in insgesamt 60 Unterrichtseinheiten die anatomischen und physiologischen Grundkenntnisse des menschlichen Körpers und die dazu gehörigen Krankheitsbilder lernen. Um die komplexe Anatomie und Physiologie der Organe möglichst realitätsnah zu verdeutlichen wurde zum Beispiel an mehreren Schweineherzen geforscht.

In sehr vielen praktischen Anteilen wurden die angehenden Sanitäter in Umgang mit Patienten und Angehörigen ausgebildet. Weitere Themen waren Anamneseerhebung, Dokumentation, Sauerstoffgabe, Blutzucker und Blutdruck messen, das Vorbereiten und Anreichen von i.v. peripheren Zugängen, Einsetzen von Larynx-,  Wendel- und Guedeltuben, Anlegen von Schienungsmaterial bei Frakturen, Umgang mit Schaufeltrage und Vakuummatratze, Notfälle bei Verkehrsunfällen mit Motorrad- und Autofahrern, Einsatz von Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED) sowie die Vorstellung von Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug für die nun anstehenden Sanitätsdienste und Hausnotrufeinsätze.

Als kleiner Höhepunkt der Ausbildung durften die angehenden Sanitäter mit „Schere und Spreizer“ und weiteren Hilfsmitteln zur technischen Rettung von verletzten Personen antreten. Unter der fachlichen Aufsicht der beiden Kameraden von der Feuerwehr Berne Daniel Roßner und Sascha Borkus durften die Sanitäter an einem Schrottauto das Zerschneiden von Metall und das Unterfüttern von Autos ausprobieren.

Die erlernten praktischen und theoretischen Fähigkeiten wurden dann mit vielen internistischen und chirurgischen Fallbeispielen verfestigt.  Zuerst mussten die Teilnehmer in der schriftlichen Prüfung rund 45 Fragen beantworten und anschließend bei den praktischen Prüfungen in Zweierteams eine offene Unterschenkelfraktur, multiple Schnittverletzungen, Verbrennungen, Herzinfarkt, Risswunde am Unterarm, Vergiftung sowie eine Unterzuckerung bewältigen. Zusätzlich musste jedes Team die Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Einsatz eines AED-Geräts über 15 Minuten durchführen.

Sven Köster Fachbereichsleiter Sanitätsdienst der Ortsverbände Delmenhorst und Stedingen, freut sich: "Jetzt können wir noch mehr Sanitätsdienste fachkundig besetzen." Die ersten Bewährungsproben für die neuen Sanitäter sind die Reithallenfete der DLRG Berne, das Stadtfest Oldenburg und der Herbstmarkt Delmenhorst.  

Die Ausbildung haben auch erfahrende Sanitäter für ihre 20-stündige Pflichtfortbildung genutzt und konnten den angehenden Kollegen und Kolleginnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Andreas Geisler, Peter Ledwoin und Daniel Roßner haben besonders zu Beginn der praktischen Fallsimulationen den Teilnehmern die Angst genommen und standen auch bei der Vorbereitung der Prüfung zur Verfügung.