Ganz großer Spieler am Gesundheitsstandort Oldenburg

Stefan Greiber - Oldenburg, 13. April 2018

„Die Johanniter sind eine wichtige Säule für die Stadt Oldenburg als Gesundheitsstandort“, sagte Petra Averbeck, Bürgermeisterin der Stadt Oldenburg, beim Festempfang zur Eröffnung des neuen Johanniter Bildungs- und Tagungszentrums Oldenburg (BiTa). Neben den drei Krankenhäusern und der Universität zählen die Johanniter zu den ganz großen Spielern. „Was Sie leisten, ist nicht hoch genug schätzbar. Wir freuen uns, dass wir auf Sie und die von Ihnen ausgebildeten Menschen zählen können.“ Das neue Johanniter Bildungs- und Tagungszentrum Oldenburg an der Jägerstraße 64-66 beherbergt die Notfallsanitäterschule, die Rettungsdienstschule und die Bildungseinrichtung des Regionalverbands Weser-Ems sowie den Fachbereich Ausbildung des Johanniter-Ortsverbands Oldenburg.

Der Regionalverband beschäftigt heute mehr als 800 hauptamtliche Mitarbeiter und 1500 ehrenamtlich Aktive. „Um unseren Mitarbeitern und Helfern eine moderne Bildungsstätte zu bieten haben wir keine Mühen gescheut und in deren Zukunft und somit in die Zukunft der Johanniter in Weser-Ems investiert“, sagte Regionalvorstand Wilfried Barysch. Fast 1,4 Millionen Euro haben die Johanniter investiert. Der komplette Aus- und Fortbildungsbetrieb ist inzwischen in der BiTa eingezogen, die ehemaligen Ausbildungsräume an der Alten Fleiwa 2a werden zu Büros umgebaut, um die Raumsituation in der Regionalgeschäftsstelle zu entspannen. „Wer jetzt glaubt, dass wir dort für die nächsten Jahre genug Räume zur Verfügung haben, irrt sich“, betonte Barysch. „Wir sind mit den Umbaumaßnahmen noch gar nicht fertig und schon ist jeder Quadratmeter wieder vergeben.“

„Bildung ist in unserer Gesellschaft eines der höchsten Güter“, meinte auch Regionalvorstand Thomas Lemke. Fortschritt sei nur durch ständige Aus- und Fortbildung möglich. Markus Wedemeyer, ebenfalls Regionalvorstand und hauptberuflich Arzt, übte deutliche Kritik an konventionellem Bildungssystem. „Es braucht Magie, um das Publikum mitzureißen und Schüler zu begeistern“, zitierte er den New Yorker Rechtsanwalt und Erwachsenenpädagogen Christopher Emdin. Bei einem Arzt sei wesentlich, ob er einen Patienten erfolgreich an der Schilddrüse operieren könne und nicht, ob er es anschließend mit einem deutschen oder lateinischen Begriff in den Patientenbogen einträgt. Wedemeyer stellte einige Thesen auf, unter anderem, dass Wissen rasant schnell verfällt und Lernen Hoffnung und Wohlstand gibt. „Wenn wir Zugang zu Bildung schaffen, bekämpfen wir Fachkräftemangel ebenso wie wir Integration gelingen lassen“, forderte er größere Anstrengungen aller Beteiligten.

Für erfolgreiches Lernen sei die Beteiligung des Lernenden wichtig. „Wenn ein Lernender etwas langweilig findet, lernt er es nicht“, sagte Wedemeyer. Ein Eintrichtern von Information in einer festgelegten Zahl von Stunden sei dabei nicht hilfreich. „Menschen sind neugierig. Ein Lehrer, der Schüler und Kursteilnehmer neugierig macht, wird kein Erfolgsproblem haben.“ Dabei nahm er sich selber in die Pflicht. „Wir Lehrenden sind die Lebensader des Erfolgs von Einrichtungen wie des Johanniter Bildungs- und Tagungszentrums“, sagte Wedemeyer.