Leidenschaften verteidigen und Ideen einbringen

Stefan Greiber - Weser-Ems, 26. August 2019

Wilfried Barysch und Christian Rowold (von links) sowie Sonja Stolle und Matthias Hexmann (von rechts) begrüßten insgesamt 20 junge Leute, die jetzt ihre Ausbildung bei den Johannitern und Maltesern angetreten haben.

„Sie sind unsere Antwort auf den drohenden Fachkräftemangel im Rettungsdienst und in der Pflege“, betont Christian Rowold, Personalreferent der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Weser-Ems, bei der Begrüßung der neuen Auszubildenden. Insgesamt 14 junge Menschen starteten jetzt ihre Karriere in verschiedenen Ortsverbänden in Weser-Ems, darunter zehn angehende Notfallsanitäter und vier Auszubildende in der Altenpflege. Zudem haben vier Jahrespraktikanten begonnen. Wilfried Barysch, Mitglied im Vorstand des Regionalverbands, betonte: „Sie erhalten hier eine fundierte Ausbildung, aber es soll auch Spaß machen.“ Die jungen Frauen und Männer sollen gerne bei den Johannitern sein. „Wir wünschen uns, dass Sie morgens aufstehen und sich freuen, hierher kommen zu dürfen.“ Besonders freue er sich, dass vier angehende Pflegekräfte ihre Ausbildung begonnen haben. „Die Pflege ist seit mehr als 900 Jahren der zentrale Auftrag der Johanniter“, erklärte Barysch. „Sie setzen hier eine sehr sehr lange Tradition fort.“

Sonja Stolle, Leiterin der Bildungseinrichtung Weser-Ems, forderte zum aktiven Mitgestalten auf: „Verteidigen Sie Ihre Leidenschaften und bringen Sie Ihre Ideen ein. Damit auch wir als Organisation uns weiterentwickeln können.“ Dasselbe betonte auch der Leiter der Notfallsanitäterschule Weser-Ems, Jan Jensen: Wir freuen uns auf Ihre Offenheit, aber auch auf Ihre Skepsis.“ Matthias Hexmann, Klassenlehrer der Notfallsanitäter, erinnerte an seinen eigenen Karriereweg, der ihn durch die Johanniter-Unfall-Hilfe geführt hat. „Sie können hier viel erreichen. Denn hier zu sein ist nicht nur eine Berufsausbildung, sondern auch viel Leidenschaft.“ Das gelte auch für Janka Fugel (Rettungswache Wildeshausen), Christopher Tönjes (Rettungswache Oldenburg und Matti Rosenkranz (Malteser Hilfsdienst gGmbH), die drei Mitschüler in der neuen Klasse, die ihre Ausbildung beim Malteser Hilfsdienst machen.

Dass dies nicht nur leere Worte sind, beweisen einige der neuen Auszubildenden: Niels Enneking aus Oldenburg ist schon seit fünf Jahren Johanniter und engagiert sich ehrenamtlich als Gruppenführer im Katastrophenschutz, Lisa-Jayne Meyer aus Nordenham hat vor ihrer Ausbildung bereits erst als Praktikanten, dann als Bundesfreiwilligendienstlerin in der Tagespflege Nordenham gearbeitet und ist in der ehrenamtlichen Betreuungsgruppe aktiv und auch der Ahlhorner Janis Post hatte zuvor einen Freiwilligendienst bei den Johanniter geleistet. Bei einigen jungen Menschen liegt das Arbeiten für die Johanniter aber auch sozusagen in der Familie. Sarah Bohlkens Vater Jörg (Oldenburg) ist genauso wie Sine Godes Vater Markus (Wilhelmshaven) bei den Johannitern aktiv.

Ihre Ausbildung zur Notfallsanitäter oder zur Notfallsanitäterin begonnen haben im Ortsverband Ahlhorn Frederike Gärtner und Janis Post, im Ortsverband Oldenburg Niels Enneking, Robin Runge und Mathilda Mahlmann, im Ortsverband Stedingen an den Rettungswachen Butjadingen/Stollhamm und Berne Leonie-Jill Hohmann und Nele-Marie Schwieger, im Ortsverband Osnabrück Jannik Weis sowie im Ortsverband Wilhelmshaven Stine Gode und Thomas Bonefas. Ihre Ausbildung in der Altenpflege absolvieren Lisa-Jayne Meyer in der Tagespflege Nordenham, Verena Groothuis und Tanja Meyer-Seipel in Wilhelmshaven sowie Silke Sander beim Christlichen Pflegedienst Bramsche. Als Jahrespraktikanten starten von der Fachoberschule Wirtschaft Derja Giese in der Regionalgeschäftsstelle sowie von der Fachoberschule Gesundheit Sarah Bohlken und Marjan Kulbach im Bereich Sozialpädagogik im Ortsverband Oldenburg.

Insgesamt haben die Johanniter zurzeit in Weser-Ems 45 Auszubildende. „Wir haben das Ziel, möglichst jeden Auszubildenden nach Abschluss der Ausbildung zu übernehmen“, erklärt Wilfried Barysch, Mitglied im Vorstand des Regionalverbands Weser-Ems. In der FOCUS-Arbeitgeber-Studie 2019 sind die Johanniter zum wiederholten Mal als Top-Arbeitgeber ausgezeichnet worden. Der Regionalverband Weser-Ems und die mit ihm verbundenen Unternehmen beschäftigen zurzeit mehr als 876 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 28 junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr und im Bundesfreiwilligendienst, und hat fast 1600 ehrenamtliche aktive Helfer, die in 21 Ortsverbänden und 53 Dienststellen von Wilhelmshaven bis Osnabrück, von Emden bis Delmenhorst aktiv sind.