johanniter.de
26.02.2026 | Johanniter-Krankenhaus Duisburg-Rheinhausen

Rohbau wird Zukunftsstation: Johanniter stärken Demenzmedizin, Therapie und Klimaschutz in Rheinhausen

Die Station 1a befindet sich seit einigen Jahren im Schwebezustand. Der Rundumlauf samt Räumlichkeiten im Ostflügel des Krankenhauses dient als Umkleide- und Lagerfläche, der Rest der Station befindet sich aktuell im Rohbau und wartete bisher auf eine neue Perspektive. 
Der Förderbescheid des Landes NRW ermöglicht der Station nun eine neue Funktion. 10.135.243,45 Euro stehen für den demenzsensiblen Umbau des stationären Bereichs, den Neubau eines interdisziplinären Therapiezentrums sowie die energetische Fassadensanierung bzw. -erneuerung im Johanniter-Krankenhaus Rheinhausen bereit.

Nach der erfolgreichen Übergabe des Förderbescheids (siehe verlinkte Pressemitteilung) am 28. November 2025 in Düsseldorf, befinden sich die Technische Leitung sowie das Klinikmanagement bereits tief in der Planung - spätestens im vierten Quartal 2026 wird der dreijährige Umbau bzw. Neubau beginnen. Dabei steht nicht nur die Station 1a (1. Etage) im Fokus, sondern auch die Räumlichkeiten im OP-Bereich (2. Etage), in der Geriatrie (3. Etage) sowie die Fassade im Nordtrakt des Krankenhauses.

Rita Tönjann, Geschäftsführerin:
„Mit der Förderung des Landes NRW erhalten wir nicht nur die Mittel, unsere Klinik baulich zu modernisieren, sondern auch die Chance, unser Leitbild ganz konkret in die Zukunft zu übersetzen. Für uns als Johanniter gehört beides untrennbar zusammen: eine verlässliche, menschenzugewandte Versorgung vor Ort und ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen, die uns anvertraut sind.“

Übersicht der Maßnahmen gemäß Förderbescheid:

1. Demenzsensible Station
2. Geriatrische Tagesklinik
3. Neues Therapiezentrum
4. Aufwachraum – Delirprävention 
5. Energetische Fassadensanierung bzw. -erneuerung

Planung Umbau bzw. Neubau:

1. Eine demenzsensible Station ist ein Bereich im Krankenhaus, der speziell auf die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten mit Demenz ausgerichtet ist. Das Risiko, im Alter an einer Demenz zu erkranken, steigt deutlich an – und wer mit Demenz wegen einer akuten Erkrankung ins Krankenhaus muss, braucht häufig mehr Orientierung, Ruhe und Zuwendung.
Um diesen besonderen Bedürfnissen gerecht zu werden, wird eine unserer Stationen umfassend umgebaut. Ziel ist es, eine Umgebung zu schaffen, in der sich Menschen mit Demenz besser zurechtfinden und sicherer fühlen. So soll etwa der sogenannten „Hinlauftendenz“ – dem Drang, ziellos umherzulaufen und sich dabei zu verirren – entgegengewirkt werden, zum Beispiel durch klare Wege, gute Orientierungshilfen und eine geschützte Stationsstruktur. Durch eine bewusste Gestaltung von Farben, Licht und Reizen werden die Sinne (Sensorik) gezielt angesprochen, damit Betroffene ihre Umgebung leichter wahrnehmen und einordnen können.
Neben den Patientenzimmern entstehen ein gemütlicher Aufenthaltsraum für gemeinsame Zeit mit anderen Patientinnen und Patienten sowie ein eigener Therapieraum. Dort können ergotherapeutische und physiotherapeutische Angebote direkt auf der Station stattfinden – ohne belastende Wege durch das Krankenhaus. 
So entsteht ein Stationsbereich, der medizinische Versorgung und eine möglichst vertraute, sichere Umgebung für Menschen mit Demenz verbindet – und gleichzeitig Angehörigen das gute Gefühl gibt, dass ihre Nahestehenden gut aufgehoben sind.

2. Die geriatrische Tagesklinik erweitert künftig unser altersmedizinisches Angebot und knüpft an das Konzept der demenzsensiblen Krankenhausumgebung an. Neben den bestehenden stationären Betten entstehen zusätzliche tagesklinische Behandlungsplätze: Patientinnen und Patienten kommen tagsüber zur Behandlung ins Krankenhaus und können abends in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren. Die Tagesklinik liegt direkt neben dem neuen Therapiezentrum – kurze Wege, gebündelte Kompetenz und enge Zusammenarbeit der Teams sind damit sichergestellt.
Ziel des Angebots ist es, die Selbstständigkeit älterer Menschen zu erhalten oder nach einem Krankenhausaufenthalt – etwa nach einer Operation – wiederzuerlangen. Dazu gehören vor allem Physio-, Ergo- und Logopädie: also Bewegungstherapie, Übungen für Alltagstätigkeiten und Sprach- bzw. Schlucktherapie. 

3. Um die Selbstständigkeit älterer Patientinnen und Patienten während eines Klinikaufenthalts oder nach einer Operation zu erhalten oder wiederzugewinnen, sind Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie zentral. Im neuen Therapiezentrum werden diese Angebote gebündelt und räumlich konzentriert. So stehen optimale Abläufe und die Fachkompetenz verschiedener Berufsgruppen an einem Ort zur Verfügung.
Das Therapiezentrum ist direkt an die geriatrische Tagesklinik angebunden. Dadurch können Behandlungen eng verzahnt geplant werden, die Wege bleiben kurz, und die Versorgung lässt sich konsequent an den Bedürfnissen älterer Menschen ausrichten.
Geplant sind neben Einzeltherapien auch ein Raum für Medizinische Trainingstherapie (MTT) – ein gezieltes Bewegungstraining an speziellen Geräten, das Kraft, Balance und Ausdauer fördert. Hinzu kommen ergotherapeutische und interdisziplinär nutzbare Gruppenräume, in denen alltagsnahe Fähigkeiten geübt und gestärkt werden. Ergänzt wird das Angebot durch geplante psychotherapeutische Leistungen, denn die seelische Verfassung hat einen erheblichen Einfluss auf die Genesung und rundet das Profil des Therapiezentrums ab.

4. Aufwachraum – Delirprävention
Ältere Menschen entwickeln nach Operationen besonders häufig ein sogenanntes Delir – dabei handelt es sich um einen akuten Verwirrtheitszustand, der zu Desorientierung, Angst oder sogar dauerhafter Pflegebedürftigkeit führen kann. Bereits mit einfachen Maßnahmen wie einer klaren Raumgestaltung und gezielten Orientierungshilfen lässt sich dieses Risiko deutlich senken.
Deshalb bauen wir einen Aufwachraum speziell für die Delirprävention um: Signalstarke Farben, übersichtliche Einrichtungen und ein besonderes Lichtkonzept helfen künftig Patientinnen und Patienten, sich nach der Narkose besser zeitlich und räumlich zurechtzufinden. Die räumliche Trennung ermöglicht mehr Ruhe und eine entspannte Atmosphäre – beides wichtige Faktoren, um Verwirrtheit zu vermeiden.

Ziel ist es, ältere Patientinnen und Patienten nach einer Operation dabei zu unterstützen, schnell wieder Orientierung und Sicherheit zu gewinnen – damit Verwirrtheit, Ängste und unnötige Krankenhausaufenthalte möglichst verhindert werden.

5. Energetische Modernisierung
Parallel zum Umbau wird auch die Gebäudehülle des Johanniter-Krankenhauses Rheinhausen umfassend modernisiert. In den betroffenen Bereichen werden Fassade, Fenster und Sonnenschutz vollständig erneuert.
Durch den Austausch veralteter Bauteile verbessert sich die Energieeffizienz des Hauses deutlich. Die neue Fassade erhält eine moderne Wärmedämmung, damit weniger Heizenergie verloren geht und das Gebäude im Winter länger warm bleibt. Die alten Fenster werden durch energieeffiziente Aluminium-Elemente mit dreifacher Verglasung ersetzt. Sie sorgen für eine sehr gute Wärmedämmung und lassen gleichzeitig viel Tageslicht in die Patientenzimmer und Funktionsbereiche.
Zusätzlich wird ein wirksamer Sonnenschutz installiert. Er verhindert, dass sich die Räume im Sommer übermäßig aufheizen, und senkt damit den Bedarf an Klimatisierung. So werden nicht nur Energiekosten reduziert, sondern auch CO₂-Emissionen gesenkt. Die Baumaßnahmen verbinden eine moderne, altersgerechte und demenzsensible Versorgung mit mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz am Standort Rheinhausen. 
Die Johanniter GmbH (Muttergesellschaft aller Johanniter-Krankenhäuser in Deutschland) strebt bis 2040 die Klimaneutralität ihrer Häuser an. Um die Klimaziele und die Entwicklungen regelmäßig zu kontrollieren und langfristige Strategien zu erarbeiten, werden jährliche CO₂-Bilanzen erstellt, um die Reduktion der Treibhausgasemissionen zu gewährleisten.


Zeitplan:
Der Umbau wird spätestens im vierten Quartal 2026 starten und soll Ende 2029 abgeschlossen sein.