Kenia: Ernährungssicherheit dank junger Entrepreneure

Berlin / Nairobi, 19. Juni 2020

Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren machen ein Fünftel der Bevölkerung Kenias aus, aber nur 22 Prozent der Jugendlichen im arbeitsfähigen Alter haben eine Beschäftigung. Die Unterstützung bei der Suche nach einer Beschäftigung ist zudem nur sehr gering. Zusammen mit der lokalen Partnerorganisation I Choose Life - Africa (ICL) unterstützen die Johanniter junge Kleinunternehmerinnen und Kleinunternehmer in Turkana County.

Turkana County gilt als die ärmste Region Kenias. Über 90 Prozent der Bevölkerung lebt hier unter der Armutsgrenze. Auf Grund des überwiegend trockenen Klimas und der schlechten Böden ist es für die Menschen schwer, sich ausreichend und ausgewogen zu ernähren. Viele Menschen leiden an Mangelernährung, jedes dritte Kind ist unterernährt. Zusammen mit unserem Partner ICL unterstützen wir 100 Jugendliche in der Gemeinde Lokichoggio darin, ihr eigenes Kleinunternehmen zu gründen, um Nahrungsmittel zu produzieren und so nachhaltig zur Lebensmittelsicherheit der Bevölkerung beizutragen. Da auf Grund der traditionellen Aufgabenverteilung Frauen und Mädchen häufiger an Unterernährung leiden, sind 60 Prozent der Projektteilnehmenden Frauen.

Unternehmen als Karriereweg

Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen sind in Kenia ein wichtiger Pfeiler des Wirtschaftswachstums und viele junge Menschen sehen sie als den idealen Karriereweg. Meist fehlen ihnen jedoch das Wissen und die Unterstützung, um ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Genau hier setzt unser Projekt im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion an. Zu Beginn werden den Jugendlichen in einem dreitägigen Bootcamp die Grundlagen der Unternehmensführung nähergebracht. Danach werden sie in den ersten drei Monaten intensiv unterstützt und begleitet. Dabei erhalten sie weitere Information zu den verschiedensten Themen wie rechtliche Rahmenbedingungen oder Zugang zu Krediten. Sie lernen wichtige Fähigkeiten, um nachhaltig Lebensmittel anbauen zu können. Außerdem werden sie dabei unterstützt, ihre Produkte zu verkaufen und sie haben die Möglichkeit, ihre Ideen auf verschiedenen Messen vorzustellen, um potenzielle Kunden anzusprechen.

Höhere Erträge dank Hydroponik-Methode

Neben den wirtschaftlichen Aspekten liegt der Fokus auf nachhaltigen Anbaumethoden. In der Turkana Region führt der Mangel an fruchtbarem Land, die vielen saisonalen und unvorhersehbaren starken Regenfälle, Dürren oder ein hoher Wasserverbrauch zu Problemen, die den Anbau von ausreichend Nahrungsmitteln erschweren. Um dem entgegen zu wirken, arbeiten wir mit der sogenannten Hydroponik-Methode. Sie erlaubt den Jugendlichen eine weniger anfällige Produktion und somit eine gesichertere Einkommensquelle für die Zukunft.

Das Projekt wird finanziell von Aktion Deutschland Hilft unterstützt.

Die Hydroponik-Methode

Bei der Hydroponik-Methode werden die Pflanzen nicht in den Boden gepflanzt, sondern in Wasser gehalten. Dieses wird mit künstlichen Nährstoffen versetzt, um das Pflanzenwachstum zu ermöglichen. Da sich die Pflanzen im Wasser entwickeln, versickert es nicht im Boden und es wird nur wenig Wasser benötigt. Der Mangel an nährstoffreichem Boden wird durch die Nährstoffe direkt im Wasser überbrückt. Das Pflanzenwachstum ist unabhängig von den Witterungsbedingungen und Extremwetterlagen. Dies trägt nachhaltig zu einer verbesserten Ernährung der Bevölkerung bei und die Jugendlichen sind so in der Lage, ihr eigenes Einkommen zu erwirtschaften und ihre Resilienz zu stärken.

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