Geschichte
Lange vor der politischen Wende unterstützte die Johanniter Hilfsgemeinschaft Bonn die Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg durch finanzielle Hilfeleistungen, Beschaffung wichtiger medizinischer Gerätschaften, Haushaltsgegenständen und durch die Betreuung von Diakonissen und medizinischem Fachpersonal.
Im Kleinen wie im Großen wurde viel Hilfe geleistet, Trost gespendet, Optimismus verbreitet. So entstanden enge freundschaftliche Beziehungen, die nach dem Wegfall der Grenze noch vertieft werden konnten. Die Hilfe, Unterstützung und Freundschaft in dieser nicht leichten Zeit durch die JHG Bonn ist vielen von uns noch immer in dankbarer Erinnerung.
Diese jahrelange Verbundenheit sowie die atemberaubenden politischen Umwälzungen im Herbst 1989 waren die Grundlage für die Idee, in Magdeburg eine eigene Johanniter Hilfsgemeinschaft zu gründen. Herr von Roebel aus Bonn und Herr Schneider aus Magdeburg waren die Initiatoren. Aus dem engstem Freundeskreis wurden die Mitglieder geworben. Die Idee, Gutes zu tun, begeisterte alle. Doch bald wurden auch die damit verbundenen Schwierigkeiten und Probleme erkannt. Ob es wohl zu schaffen sein würde, immer genügend Spendengelder für diese Arbeit zu erbitten in einer Region, die gleich nach der Wende von hoher Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen Problemen betroffen war? Ob wohl neben der familiären und beruflichen Belastung, neben den enormen Umstellungen der Lebensumstände noch Kraft für eine solche anspruchsvolle humanitäre Aufgabe zu finden sein würde?
In der Gewissheit, bei der Bewältigung der Schwierigkeiten auf die Hilfe aller Freunde der JHG Bonn und der in Magdeburg und Umgebung zählen zu können, und mit sehr viel Gottvertrauen wurde im April 1990 der Beschluss gefasst, die Johanniter-Hilfsgemeinschaft Magdeburg zu gründen. Als Gründungsmitglieder standen Mitarbeiter der Pfeifferschen Stiftungen, engagierte Personen aus den Kirchengemeinden der östlichen Stadtteile Magdeburgs, Mitglieder der JHG Bonn und Mitglieder des Johanniterordens bereit.
Am 11.10.1990 schließlich ist die amtlich beglaubigte Urkunde übergeben worden. Damit war die JHG Magdeburg die erste Hilfsgemeinschaft, die in der damaligen DDR - noch vor der Wiedervereinigung Deutschlands - gegründet worden ist.
Eine besondere Kuriosität war außerdem mit dieser historisch einmaligen Aktion verbunden:
Die JHG musste nach dem damaligen Gesetz als e.V. registriert werden. Statt eines Amtssiegels wurde folgender Satz neben die Unterschrift des Justizsekretärs gesetzt:
„Von der Beidrückung eines Dienstsiegels wurde abgesehen, weil ein Dienstsiegel durch Gesetz noch nicht eingeführt ist.“
Als erste großen Aufgaben wurden ab 1991 zunächst Projekte der „Hilfe zur Selbsthilfe“ in mehreren Staaten Osteuropas organisiert. Im Vordergrund standen dabei zwei Projekte im rumänischen Văratec. Weitere Unterstützung gab es für Projekte in der Ukraine, in Russland, in Polen, in Kuba und in Kamerun. Parallel dazu wurden In Sachsen-Anhalt Projekte zur Unterstützung alter und behinderter Menschen sowie für und mit Kindern und Jugendlichen initiiert.