28.07.2026 | Regionalverband Trier-Mosel

Bitte "fluten"! Protestpostkarten sollen Sozialstreich-Pläne der Regierung wegspülen

Abholung jetzt vielerorts in und um Trier möglich, sofort runterladen von überall. Postkartenaktion von Diakonie und Johannitern Trier gegen einschneidende Kürzungspläne der Regierung in der Jugend- und Eingliederungshilfe.

Junge Sozialarbeiterin geht mit zwei gerade aus Wohngruppen ausgezogenen jungen Leuten. Das junge Mädchen erzählt ihr etwas.
Junge Menschen, die in Wohngruppen groß geworden sind, sollen nach den Entwürfen des Streichpapiers, keine Nachbetreuung mehr bekommen, wenn sie zur Volljährigkeit ausziehen müssen. „Mit gerade einmal 18 Jahren – meist noch in der Ausbildung oder vor dem Schulabschluss – braucht ein junger Mensch, der sonst niemanden hat, eine erwachsene Vertrauensperson, die in Problemsituationen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann“, hält Jugendhilfeleiter Frank Helbing von den Trierer Johannitern dagegen.

Lässt die Bundesregierung das soziale Netz reißen? Schon vor einigen Wochen sorgte ein Arbeitspapier für Aufsehen, das der Paritätische Wohlfahrtsverband öffentlich gemacht hat. Unter dem Titel „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“ wird darin ein weitreichender Ressourcen-Abbau in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Eingliederungshilfe – weg von persönlicher Begleitung - geplant. Zusammengestellt wurde es von einer Arbeitsgruppe aus Bund, Ländern und der kommunalen Spitzenverbände. Nun wollen die Johanniter in Trier, die viele der direkt Betroffenen betreuen, dagegen mobil machen, um fatale Beschlüsse, die schon im Herbst gefällt werden könnten, zu verhindern.

Katastrophe für Betroffene

Die geplanten Einschnitte betreffen Leistungen, auf die viele Menschen in unserer Region angewiesen sind: Sozialpädagogische Familienhilfe, die Kinder bei häuslichen Problemen schützt, Schulbegleitung für Kinder mit Behinderungen, Betreuung für gerade 18-Jährige ohne familiäres Netz oder individuelle Assistenzangebote für Menschen mit Einschränkungen zum Beispiel. „Wenn diese Pläne umgesetzt werden, ist das eine Katastrophe für unsere Betreuten“, berichtet Melanie Laudenberg von den Trierer Johannitern: „Hier sollen Kinder und Menschen mit Handicaps und Problemen, die sonst keine Hilfe haben, verlassen werden ohne die individuellen Konsequenzen und Negativspiralen für die Gesellschaft zu bedenken.“  

Allein die bezifferten Kürzungen des Streichplans summieren sich auf mindestens 8,6 Milliarden Euro, wobei ein Großteil der über siebzig  Vorschläge ohne Kostenschätzung bleibt. „Verbände der freien Wohlfahrtspflege sollen hier weitgehend rausgeschnitten werden. Damit stehen auch Schritte in Richtung eines staatlichen Machtmonopols im Sozialen im Raum“, warnt der Jugendhilfeleiter der Trierer Johanniter, Frank Helbing und betont, dass Verbände wie die Johanniter dringend in die Entwicklung und Umsetzung von Optimierungsversuchen einbezogen werden müssten.

Hier gibt`s die Karten

Die Johanniter im Regionalverband Trier-Mosel rufen daher zusammen mit dem Diakonischen Hilfswerk sowie der Evangelischen Kirche der Region auf, an Bundeskanzler Friedrich Merz adressierte Postkarten zu schicken. Zur Abholung bereit liegen die physischen Karten mit der Kernbotschaft „Wer jetzt kürzt, zahlt später drauf“ für den Erhalt sozialer Leistungen in Deutschland unter anderem (Mo-Fr, ) sowie in den regionalen Gemeindezentren und -büros der Evangelischen Kirche Trier.

Hier kann man sie außerdem zum Selbstausdruck herunterladen.