Die Johanniter in Afghanistan
Darum sind wir vor Ort
Afghanistan ist seit vier Jahrzehnten von gewaltsamen Konflikten und politischer Instabilität geprägt. Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Sicherheitskräften und bewaffneten Gruppen hinterließen über die gesamte Zeit tiefe Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung. Vor allem aus abgelegenen Regionen des Landes wurden seitdem viele Menschen vertrieben. Die betroffenen Gemeinden waren über lange Zeit oft von nationalen Einrichtungen und internationaler Hilfe abgeschnitten.
Die schlechte wirtschaftliche Entwicklung führt zu einer unzureichenden Grundversorgung. Hinzu kommen Naturkatastrophen wie Dürre, Überschwemmungen und Erdbeben. Die Corona-Pandemie hat die Lage verschärft. Im Global Hunger Index 2025 belegt Afghanistan den 109. Platz von 123 Ländern, für die ausreichend Daten zur Berechnung des GHI 2025 vorliegen. Mit einem Score von 29,0 weist Afghanistan ein ernsthaftes Hungerniveau auf. Im ganzen Land mangelt es an ausgebildetem medizinischen Personal und Pflegekräften.
Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 hat sich die Lage der Bevölkerung dramatisch verschlechtert. Noch mehr Menschen leben seither in Angst und sind auf der Flucht. Binnengeflüchtete suchen vor allem in Kabul Zuflucht, weitere Millionen sind aus dem Land geflohen, die meisten in die Nachbarländer Pakistan und Iran. Zurückgekehrte und Binnengeflüchtete leben in der Hauptstadt oft auf engstem Raum unter prekären Bedingungen ohne gesichertes Einkommen. Der UNHCR schätzt die Gesamtzahl der geflüchteten Menschen aus Afghanistan auf 3,5 Millionen.
Trotz der Schwierigkeiten setzen die Johanniter ihre langjährige Arbeit in Afghanistan fort.
So helfen wir in Afghanistan
Der Schwerpunkt unserer Projektaktivitäten in Afghanistan liegt von Anfang an auf der Gewährleistung einer funktionierenden Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung. So machen wir Untersuchungen, Behandlungen, Medikamente, die Begleitung von Geburten und die von Mutter und Kind danach sowie wichtige Impfungen verfügbar. Aufgrund von Restriktionen ist der Zugang zu Gesundheitsdiensten besonders für Frauen und Mädchen erschwert. Wir unterstützen sie auf zwei Wegen: Als medizinische Mitarbeitende in unseren Projekten und als Patientinnen, die wir mit unseren Angeboten erreichen.
Wir haben auch für den Zugang zu sauberem Wasser sowie sanitären Anlagen für die Bevölkerung gesorgt. An der Grenze zu Pakistan unterstützten wir Geflüchtete und aufnehmende Gemeinden im Gesundheitsbereich und leisteten psychosoziale Hilfe. Vulnerable Gruppen wie Frauen, Kinder und Menschen mit Behinderung standen dabei im Fokus unserer Projektaktivitäten. Nach Naturkatastrophen wie dem Erdbeben im Jahr 2025 leisteten wir Nothilfe durch die Verteilung von dringend benötigten Hilfsgütern.
Im Moment befinden wir uns in der Planung für neue Hilfsmaßnahmen im Land.