Jahresthema 2019: Erste Hilfe gegen Einsamkeit

Hamburg, 27. Juni 2019

FSJ'ler und Ausbilder Ole Wunstorf erläutert die Symptome eines Schlaganfalls.

Ein fehlendes soziales Netzwerk ist einer der häufigsten Gründe für Einsamkeit im Alter. Eine Lösung dafür haben die Hamburger Johanniter: Sie bieten Erste-Hilfe-Kurse speziell für ältere Menschen an. Im Mittelpunkt des Kurses steht nicht nur das Erste-Hilfe-Fachwissen, sondern auch der Austausch mit den anderen Kursteilnehmenden. Ole Wunstorf ist einer der Kursleiter. Der 20-Jährige macht zurzeit sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei den Johannitern in Hamburg-Wandsbek. Im Interview berichtet er von seinem Engagement für Senioren.

Ole, was ist deine Aufgabe bei den Johannitern?

"Ich absolviere ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Abteilung Ausbildung im Regionalverband Hamburg. Hier bin ich zuständig für die Erste-Hilfe-Kurse. Dazu gehört, dass ich die Kurse vorbereite, das Material aufbereite und vor allem die Kurse leite. Ich kümmere mich aber auch um die Verwaltung und die Büroarbeit." 

Wieso gibst du Erste-Hilfe-Kurse speziell für ältere Menschen?

"Wir FSJ'ler hatten die Idee, ehrenamtlich Kurse für Senioren im Rahmen unseres Freiwilligen Sozialen Jahres anzubieten. Viele ältere Menschen haben sonst keine Möglichkeit, an so einem Kurs teilzunehmen und der letzte Erste-Hilfe-Kurs liegt für die meisten schon ein halbes Jahrhundert zurück. Da hat sich inhaltlich doch einiges getan. Mit unserem Erste-Hilfe-Kurs für Senioren machen wir ihnen dieses Wissen wieder zugänglich. Außerdem ist man für Erste Hilfe nie zu alt."

Und wo finden die Kurse statt?

"Der Erste-Hilfe-Kurs für Senioren hat in Jugendstraße 11 in den Räumlichkeiten der AWO für die Damen und Herren der Einrichtung stattgefunden. Weitere Kurse werden von zukünftigen FSJ'lern und FSJ'lerinnen durchgeführt, entweder erneut dort oder in Seniorenwohnheimen oder ähnlichen Einrichtungen. Da sind wir zurzeit noch in der Planung. Wichtig ist, dass wir die Kurse niedrigschwellig anbieten und zu den jeweiligen Einrichtungen hinfahren, damit keine Fahrtwege für die Kursteilnehmenden entstehen. "

Was ist bei diesen Kursen anders als bei normalen Erste-Hilfe-Kursen?

"Bei den Kursen für Seniorinnen und Senioren setzen wir den inhaltlichen Schwerpunkt hauptsächlich auf Stürze, Herzinfarkt und Selbsthilfe. Das sind die wichtigsten Themen für die Teilnehmenden. Wir legen großen Wert darauf, dass die Inhalte leicht verständlich sind und setzen auf viele praktische Einheiten, damit sich das Wissen verfestigt."

Wie reagieren die Kursteilnehmer auf den Kurs? Finden sie ihn gut? Oder sind sie eher gehemmt?

"Die Kursteilnehmenden waren sehr begeistert von dem Kurs und haben sich offen untereinander ausgetauscht. Gerade bei Ehepaaren war die Erleichterung spürbar: Jetzt wissen sie, was zu tun ist, wenn dem Ehepartner etwas zustößt. Sie haben ganz viel Sicherheit gewonnen und können die Lage bei einem potenziellen Herzinfarkt oder Sturz viel besser einschätzen."

Kannst du dir vorstellen, dass so ein Kurs vor Einsamkeit im Alter schützt?

"Solch ein Erste-Hilfe-Kurs kann mit Sicherheit vor Einsamkeit im Alter schützen, da sich die Damen und Herren treffen, soziale Kontakte pflegen und eventuell neue Kontakte knüpfen können. Der Kurs verbindet auch: Sie können sich untereinander über das Erlebte austauschen. Und es ist auch eine willkommene Abwechslung im Alltag."

Was sind deine Tipps gegen Einsamkeit im Alter?

"Freundschaften pflegen, den guten Kontakt zur Familie halten, Aktivitäten suchen, bei denen man mit Menschen in Kontakt kommt und somit andere Leute kennenlernt."

Mehr Informationen zum Freiwilligen Sozialen Jahr bei den Johannitern gibt es hier.

Nie zu alt für Erste Hilfe: Ole und sein FSJ-Kollege Milan bilden die Seniorinnen und Senioren aus.

Ihre Ansprechpartnerin für Medienfragen Berenike Matern

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Landesverband Nord
Friesenstraße 1
20097 Hamburg